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RSS-Feed Pressemitteilungen des StMELF
Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).
Agrarpolitischer Kongress, 2. März 2012, Landshut
Die Rolle der Landwirtschaft im ländlichen Raum
Welchen Herausforderungen muss sich die Landwirtschaft und der gesamte ländliche Raum zukünftig stellen?
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner diskutierte am 2. März 2012 beim Agrarpolitischen Kongress in Landshut mit namhaften Referenten über die Rolle der Landwirtschaft und der bäuerlichen Arbeit für einen zukunftsfähigen ländlichen Raum.
Bauernstand unentbehrlich für ein lebenswertes Bayern
Zentrales Anliegen von Staatsminister Brunner auf dem Agrarpolitischen Kongress in Landshut war es, den Bauernstand zu stärken, da dieser durch seine Leistungen für die Gesellschaft unentbehrlich für ein lebenswertes Bayern mit Zukunft ist. Dazu müsse der Gesamtgesellschaft wieder der Wert und die Leistungen des Bauernstandes besser vermittelt werden.
Bäuerlich bedeutet für Minister Brunner unabhängig von der Betriebsgröße eine innere Haltung, eine generationsübergreifende Verantwortung für Menschen, die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere als Mitgeschöpfe. Nach dem Motto: „Nur was man kennt, kann man schützen“ will Brunner durch Tage des offenen Hofes, Direktvermarktung und weitere Aktionen den dauerhaften Dialog mit Verbraucherinnen und Verbraucher pflegen.
Landwirtschaft - zentraler Kulturträger im ländlichen Raum
Für Josef Rottenaicher vom Ökosozialen Forum Niederaltaich stand die Verantwortung für das Gemeinwohl, für die Gesellschaft im Mittelpunkt bäuerlichen Wirkens. Er betonte die Landwirtschaft als die tragende Säule und zentraler Kulturträger im ländlichen Raum. Vor allem die Vielfalt der Betriebe und Produktionsausrichtungen bedeute Stabilität, Monokultur und Monostrukturen hingegen bringe Labilität. Die aktuelle Diskussion über Teller, Trog oder Tank sei zu kurz gegriffen. Angesichts der Tatsache, dass in der EU 20 bis 30 % der Lebensmittel verschwendet würden, müsse auch der Aspekt „Tonne“ in die Diskussion einbezogen werden.
Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013
Dr. Georg Häusler, Kabinettschef bei Agrarkommissar Dacian Ciolos in der Europäischen Kommission, gab zu bedenken, dass bei der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2013 der Gesellschaft die Legitimität der Beihilfen für die europäische Landwirtschaft besser vermittelt werden müsse. Direkte Beihilfen könne es nur für zusätzliche sichtbare und permanente Bereitstellung Öffentlicher Güter z. B. in Form von ökologischen Infrastrukturen auf jedem Betrieb geben.
Ziel der GAP nach 2013 sei weiterhin eine höhere Marktorientierung der europäischen Landwirtschaft, eine Produktivitätssteigerung und eine Stärkung der Innovationskraft. Weiterhin legte Häusler aber auch ein klares Bekenntnis zur Einkommenssicherung für die europäischen Bauern ab, da der europäische Landwirt am Weltmarkt aufgrund anderer Kostenstrukturen und höherer Auflagen als in Drittstaaten nicht konkurrieren könne. Die Kommunikation mit der Gesellschaft sei auch für die EU-Kommission wichtig. Landwirte müssten aber auch akzeptieren, dass sie bei Fördermaßnahmen immer einer gewissen Transparenz ausgesetzt sind.
Ist die bayerische Landwirtschaft für die Zukunft gerüstet?
„Ist die bayerische Landwirtschaft für die Zukunft gerüstet?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des Referats von Prof. Dr. Kurt Jürgen Hülsbergen, Studiendekan für Agrar- und Gartenbauwissenschaften am Wissenschaftszentrum Weihenstephan. Die Akzeptanz der Tierhaltung (tiergerechte Haltungssysteme, Tierschutz, Antibiotikaeinsatz, Tierethik etc.) stelle neben Ernährungssicherung, Klimawandel, Ressourcenschutz, globalisierten Märkten etc. eine der zentralen Herausforderungen an die Landwirtschaft dar.
Landwirtschaft aber brauche gesellschaftliche Akzeptanz. Extreme hinsichtlich Größen und Strukturen sollten vermieden werden. „Wir können nicht an der Gesellschaft vorbeiproduzieren“, so Professor Hülsbergen. Leitbild müsse eine nachhaltige, multifunktionale, klima- und bodenschonende Landwirtschaft sein. Hierbei sei der Ökolandbau eine mögliche Strategie. Der Ökolandbau passe optimal in die bayerische Agrarlandschaft. Er leiste einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und der bäuerlichen Strukturen in Verbindung mit dem Tourismus.
Für die bayerische Landwirtschaft seien eine internationale Verflechtung, aber auch die Stärkung regionaler Kreisläufe und die Wertschöpfung in der Region zukunftsweisend. Wissenschaftlich-technische Innovationen seien grundsätzlich in der Landwirtschaft unverzichtbar, weil hier noch große Ressourcen liegen.
Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion am Nachmittag standen insbesondere die GAP-Reform und die Agrarsoziale Sicherung. Stefan Schelle, Bürgermeister in Oberhaching, forderte: „Die Landwirte müssen sich in das gesellschaftliche Leben einbringen“.
Verantwortung gegenüber kommenden Generationen
Helga Grömer appellierte an die Landwirte, die Liebe zur Landwirtschaft, zu den Tieren und zum Hof dem Hofnachfolger vorzuleben. Denn nur so könne die nächste Generation für den Beruf des Landwirts, für Brunner der schönste Beruf der Welt, begeistert werden und nur so hat die Landwirtschaft in Bayern eine Zukunft.
Landwirtschaft im Fokus der Gesellschaft
"Die Wahrnehmung der Gesellschaft für landwirtschaftliche Themen wird stärker“, so das Fazit von Jakob Opperer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, am Ende des Kongresses.
Agrarpolitik







