Berufe in der Hauswirtschaft

Präsentation der Ergebnisse
Abschluss der Forschungswerkstatt "Nachhaltigkeit in der stationären Jugendhilfe"

Am 8. Juli präsentierten Studierende der Katholischen Universität (KU) Eichstätt die Ergebnisse einer gemeinsamen Forschungswerkstatt mit dem Kompetenzzentrum Hauswirtschaft (KoHW) und dem Kinderdorf Marienstein. Die Studierenden der Fakultät für Soziale Arbeit evaluierten darin ein Pilotprojekt des KoHW zur "Nachhaltigkeit Zuhause“ im Kinderdorf. Die Forschungswerkstatt leiteten Prof. Dr. Renate Oxenknecht-Witzsch und Anita Maile-Pflughaupt. Die aktive Projektphase erstreckte sich über den Zeitraum von Januar bis Juli 2019.

Abschluss Forschungswerkstatt Eichstätt

Das Foto zeigt die Studierenden der Uni Eichstätt sowie Vertreter des Kompetenzzentrums und des Kinderdorfs Marienstein bei der Abschlusspräsentation.

Ergebnisse aus Sicht des Kinderdorfs

"Zum Glück war das kein fünf Wochen langer Vortrag, sondern hat Spaß gemacht", so Lion Schyma, der Kinderdorfsprecher. "Wir haben gemerkt, dass wir durch die Themen, die wir am Gruppenabend behandelt haben, aufmerksamer geworden sind. Zum Beispiel schmeißen wir jetzt weniger Müll auf den Boden", ergänzt Samet Tuygur.
Die Leiter des Hauses bestätigen dies und berichten ihrerseits: "Was haben wir geändert - die Gruppen kaufen jetzt verstärkt selber ein. Das verringert die Menge der weggeschmissenen Lebensmittel. Die Kinder gestalten kleine Gärten vor ihrer Wohngruppe. Dies stellt den Bezug zur Lebensmittelerzeugung her. Wir bemerken einen bewussteren Umgang mit elektrischen Geräten und Beleuchtung. Und dank der neu erlernten Lappenfaltung geht das Reinigen der Zimmer und Tische nun deutlich schneller."

Ziel des Kinderdorf ist es, das Thema Nachhaltigkeit nachhaltig werden zu lassen und die Aktion zu wiederholen.

Ergebnisse aus Sicht der Studierenden

Die Studierenden der Katholischen Universität Eichstätt stellten sechs Forschungsfragen, um das Projekt auszuwerten und abzuschließen. Zu jeder Frage interviewten sie jeweils zwei Mitarbeiter des Kinderdorfs mit einem Leitfaden gestützten Interview.

Ja, das Kinderdorf kann einen Beitrag leisten zur nachhaltigen Bildung. Die Erzieher agieren als Vorbilder und motivieren so die Jugendlichen aktiv am nachhaltigen Leben teilzunehmen. Die Unterlagen des KoHW vermitteln dazugehöriges fachpraktisches Wissen.
Die Mitarbeiter des Kinderdorfs bewerten die Unterlagen de KoHW sehr positiv. Sowohl die fachliche Tiefe als auch die kreativen Ideen helfen bei der Vorbereitung von thematischen Gruppenabenden. Der Wunsch des Kinderdorfs ist es, diese Elemente langfristiger anzubieten. Die derzeit fünf vorgegebenen Wochen sind zeitlich schwer in den Alltag zu integrieren.

Im Beobachtungszeitraum sind Verhaltensänderungen wahrnehmbar – es wurde ein Bewusstsein für die Thematik "Nachhaltigkeit" geschaffen, allerdings sollten die Inhalte verstetigt und deshalb wiederholt angeboten werden. Wie intensiv die Themen bearbeitet wurden, hing stark vom Interesse und der Motivation der jeweiligen Gruppenleitungen ab.

Die Fragen

  • Wie nachhaltig gestaltet sich die Selbstversorgung hinsichtlich der Ernährung und dem Umgang mit Kleidung in den Wohngruppen des Kinderdorfs Marienstein?
  • Kann das Kinderdorf Marienstein einen Beitrag für ein besseres Nachhaltigkeitsbewusstsein schaffen?
  • Welche Wirkungen zeigen die Maßnahmen des KoHW im Bereich der nachhaltigen Hauswirtschaft im Bereich der Mülltrennung/Müllvermeidung im Kinderdorf Marienstein?
  • Erfüllt das Programm (des KoHW) die angestrebten Wirkungseffekte innerhalb der Einrichtung?
  • Inwieweit ist eine nachhaltige Versorgung der Wohngruppen im Kinderdorf Marienstein mit den vorhandenen Ressourcen umsetzbar?
  • Wie kann pädagogisches Personal den Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung das Thema nachhaltige Haushaltsführung näher bringen - auch in Bezug auf eine zukünftige Lebensführung?

Ergebnisse aus Sicht des Kompetenzzentrums

Das Projekt lieferte erste Erfahrungen wie alltägliches Haushaltswissen zu den Themen, Reinigung, Wäsche, Energie und Verpackung zielgruppengerecht für Jugendliche aufbereitet werden kann. Die Erfahrungen und Ergebnisse fließen derzeit weiter ein in die Entwicklung von Angeboten zur Steigerung der Alltagskompetenzen im offenen bzw. gebundenen Ganztag.

Weitere Einrichtungen haben Interesse bekundet. Sie sehen eine hauswirtschaftliche Schulung der pädagogischen Kräfte der Wohngruppen als notwendig an. Ein Folgeprojekt ist geplant.