contrastwerkstatt/Fotolia.com

Nachhaltige Landwirtschaft (Schritt 3/7)
JA zur Nachhaltigen Landwirtschaft!

Die Landwirtschaft als einer der Akteure innerhalb einer nachhaltigen Ernährung kann zu einer globalen nachhaltigen Entwicklung beitragen.

Eine nachhaltige Landwirtschaft hat sich vor allem diesen vier ökologischen Herausforderungen zu stellen:

  • unerwünschte Einträge in Böden und Gewässer (z. B. Stickstoff, Phosphate, Pflanzenbehandlungsmittel)
  • unerwünschte Bodenerosion
  • Minderung der biologischen Vielfalt
  • Klimabelastung durch fossile Energieträger
Von einer nachhaltigen Landwirtschaft wie etwa im ökologischen Landbau profitieren alle: Klima, Böden, Gewässer, Pflanzen, Tiere und Menschen.

Umwelt schonen, Artenvielfalt erhalten

Der ökologische Landbau – als besondere Form einer nachhaltigen Landwirtschaft – verbraucht im Pflanzenbau die Hälfte [1,2,3] bzw. zwei Drittel [4,5] der Primärenergie gegenüber nicht ökologisch wirtschaftenden Betrieben.
Bezogen auf die gleiche Ertragsmenge verursacht er lediglich drei Viertel [2] bis halb so viele [4] Treibhausgase. Dies bewirkt vor allem der Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger, deren Herstellung sehr energieaufwändig [2] ist.

Ökolandbau fördert nachweislich die biologische Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren, was sich positiv auf die natürliche Bodenfruchtbarkeit und die Erosionsneigung auswirkt [1,6]. Auch der Energieeinsatz in der ökologischen Tierhaltung ist geringer [4,7,8].
Dennoch gilt zu beachten: Die Art der Bewirtschaftung kann produktbezogen klimarelevant sein. Die Auswirkungen einer pflanzenbetonten Mischkost gegenüber einseitig fleischbetonter Ernährung sind jedoch größer als die produktbezogenen Auswirkungen.

Ökologischer Landbau

Soziales Engagement

Eine nachhaltige Landwirtschaft trägt zum Erhalt des ländlichen Raums als Erholungsraum bei. Zudem engagieren sich manche Landwirte auch sozial, indem sie ihre Betriebe für Kindergarten-, Schul- und Seniorenprojekte öffnen. Andere arbeiten in der Therapie und Integration von Menschen mit Behinderung oder psychischen Auffälligkeiten [9].

Mehr Genuss, weniger Belastung

Ökoqualität garantiert Bayern

Bayerisches Ökozeichen

Viele Menschen kaufen ökologische Produkte wegen des intensiveren Geschmacks [10]. Ökolebensmittel können zudem einen gesundheitlichen Mehrwert haben. Bei den Vitamin- und Mineralstoffgehalten unterscheiden sich die ökologischen zwar kaum von den konventionell erzeugten Lebensmitteln. Ausnahme ist jedoch der Vitamin-C-Gehalt. Der liegt bei Bio-Obst und Bio-Gemüse meist höher [11]. Die Belastung durch unerwünschte Rückstände wie
z. B. Nitrat ist bei den Ökoprodukten meist geringer.

Faire Wirtschaft

In der Regel bietet der Ökolandbau den Bäuerinnen und Bauern infolge höherer Erlöse eine bessere Existenzsicherung. Und er schafft zusätzliche Arbeitsplätze, durch hohe Arbeitsintensität, Weiterverarbeitung auf dem Hof und Direktvermarktung. 1999 bewirtschafteten in Bayern rund 4.000 Ökobetriebe eine Fläche von rund 60.000 Hektar. Bis 2011 stieg die Anzahl der Biobetriebe auf 6.400, die der bewirtschafteten Ökofläche auf 200.000 Hektar. Insgesamt dagegen sanken die Zahlen der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern im selben Zeitraum: um 30.000 Betriebe und um etwa 100.000 Hektar [12].

Quellen

[1] Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Bio fördert Bodenfruchtbarkeit und Artenvielfalt. Erkenntnisse aus 21 Jahren DOK-Versuch. FiBL-Dossier Nr. 1, Frick (CH), 2000

[2] Hülsbergen KJ, Küstermann B: Optimierung der Kohlenstoffkreisläufe in Öko-Betrieben. Ökologie und Landbau 36 (1), 20-22, 2008

[3] Wechselberger P: Ökonomische und ökologische Beurteilung unterschiedlicher landwirtschaftlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen und -systeme anhand ausgewählter Kriterien. Dissertation. FAM-Bericht 43, Shaker, Aachen, 2000

[4] Bockisch (Hrsg.): Bewertung von Verfahren der ökologischen und konventionellen landwirtschaftlichen Produktion im Hinblick auf den Energieeinsatz und bestimmte Schadgasemissionen. Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Braunschweig, 2000

[5] Haas G, Geier U, Schulz DG, Köpke U: Vergleich Konventioneller und Organischer Landbau – Teil I: Klimarelevante Kohlendioxid-Emissionen durch den Verbrauch fossiler Energie. Beiträge über Landwirtschaft 73, 402-415, 1995

[6] Forschungsinstitut für biolog. Landbau: Biolandbau und Biodiversität. www.fibl.org, 2009

[7] Koerber Kv, Kretschmer J: Ernährung und Klima – Nachhaltiger Konsum ist ein Beitrag zum Klimaschutz. In: AgrarBündnis (Hrsg.): Der kritische Agrarbericht.280.285, www.bfeoe.de, 2009

[8] Hörtenhuber s, Zollitsch W: Treibhausgase von der Weide. Welche Vorteile bringt die Öko-Rinderhaltung? Ökologie und Landbau 36 (1), 23-25, 2008

[9] Lutzenberger J, Gottwald FT: Ernährung in der Wissensgesellschaft – Vision: Informiert essen. Campus, Frankfurt/M, 1999

[10] Koerber Kv, Männle T, Leitzmann C: Vollwert-Ernährung – Konzeption einer zeitgemäßen und nachhaltigen Ernährung. Haug, Stuttgart, www.bfeoe.de, 2004

[11] Forschungsinstitut für biologischen Landbau: Qualität und Sicherheit von Bioprodukten. FiBL-Dossier Nr. 4, Frick (CH), 2006

[12] Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Bayerische Agrarberichte 2000 bis 2010. www.agrarbericht,bayern.de, 2000 bis 2010

In 7 Schritten zu Nachhaltiger Ernährung