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Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Aldersbach, Lkr. Passau

Das Kloster und seine bewegte Geschichte

Gegründet 1120 von Bischof Otto von Bamberg übernahmen es bald darauf oberfränkische Zisterzienser, die es zu hoher Blüte führten. Im 18. Jahrhundert zählte es zu den reichsten im Lande. Ihm unterstanden hunderte Bauernhöfe und Anwesen. Das Kloster selbst betrieb Steinbrüche, eine Fischzucht, Land- und Forstwirtschaft, eine Getreidemühle und natürlich - eine Brauerei. Daneben wurden eine Lateinschule sowie eine philosophische und theologische Lehranstalt eingerichtet. Seine mit rund 30 000 Bänden umfassende Bibliothek zählte einst zu den bedeutendsten in Bayern. Zum Kloster gehört außerdem eine der schönsten Marienkirchen Bayerns, auch „Dom des Vilstals“ genannt.

Auch hier hinterlässt die Säkularisierung ihre Spuren

Den wohl gravierendsten Einschnitt in ihrer Geschichte bildete auch hier 1802 die Säkularisierung und damit die Aufhebung der Klöster. Die Besitztümer und das gesamte Mobiliar wurden versteigert, die klostereigene Brauerei zunächst an einen Bierbrauer aus Passau verkauft, die Bibliothek aufgelöst. Im Jahre 1983 schließlich gründete sich der Förderkreis Kloster Aldersbach, der die marode Klosteranlage übernahm. Das ehrgeizige Ziel dieses Zusammenschlusses aus Gemeinde und mehreren Hundert ehrenamtlich tätigen und spendenbereiten Bürgern: die Gebäude dieses bedeutendsten Zisterzienserklosters in Bayern vor dem Verfall zu retten und wieder einem zeitgemäßen Verwendungszweck zuzuführen. Bei seinem vorbildlichen Engagement wurde der Förderkreis vom Freistaat Bayern mit verschiedenen Förderprogrammen tatkräftig unterstützt.

Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Aldersbach

Kultur- und Begegnungszentrum des Klosters Aldersbach

LEADER unterstützt die Aufwertung der ehemaligen Klosteranlage mit mehr als 500.000 Euro

Eines davon war LEADER, ein in Bayern überaus erfolgreiches Regionalentwicklungsinstrument, das wie kaum ein anderes EU-Programm zur Attraktivität und Zukunftsfähigkeit unserer Heimat beiträgt. LEADER setzt auf das wertvollste Potential aller ländlichen Regionen: engagierte Menschen, die an die Zukunft ihrer Heimat glauben und sich gemeinsam dafür einsetzen. Deshalb wurden in jüngster Vergangenheit nicht nur das „Zukunftskonzept Kloster Aldersbach“ und das „Historische Festspiel Aldersbach“ gefördert. Im vergangenen Jahr flossen zudem rund 360.000 Euro LEADER-Mittel in das Kultur- und Begegnungszentrum, das an Stelle eines historischen Vorgängerbaus errichtet wurde.
Asamkirche im Kloster AldersbachZoombild vorhanden

Asamkirche im Kloster Aldersbach

Das neue Gebäude erfüllt gleich mehrere Funktionen: Zum Einen dient es als zentrale Anlauf- und Informationsstelle für die rund 100.000 Besucher, die das Klosterareal jährlich besuchen. Sie erhalten hier eine lebendige und anspruchsvolle Einführung in die Geschichte des Klosters, u.a. durch eine Videopräsentation sowie eine Dauerausstellung. Beste Voraussetzungen also für einen gelungenen Start in den anschließenden Besuch der verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie der von den Asambrüdern gestaltete Kirche, der Prunksäle, des Brauereimuseums und des Bräustüberls.

Zum Anderen steht es allen Gruppen und Vereinen des Ortes als „Bürgerhaus“ für Begegnung und Gemeinschaft offen. Schließlich bietet das Kultur- und Begegnungszentrum Tagungsmöglichkeiten für Pilgergruppen und andere Gäste aus der näheren und weiteren Umgebung.

Und heuer wird es erster Anlaufpunkt für die Besucher der am 29. April 2016 beginnenden Landesausstellung „Bier in Bayern“ sein, die in Aldersbach aus Anlass des 500. Geburtstages des bayerischen Reinheitsgebotes stattfindet.
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