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Kooperationsprojekt „Landjudentum in Unterfranken“
Wanderausstellung informiert über jüdisches kulturelle Erbe

Die sehenswerte Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS. Landjuden in Unterfranken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert" wird seit November 2013 in den Landkreisen und kreisfreien Städten des Bezirks Unterfranken gezeigt.

Schautafeln der Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS“ zur Jüdischen Kultur

Franken – einst Region mit bedeutender und lebendiger jüdischer Kultur

Bereits im Mittelalter entwickelte sich in Franken ein reges jüdisches Leben, das oft geprägt war von Verfolgungen und Wiederansiedlung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten und arbeiteten ca. 80 % der jüdischen Bevölkerung des Königreiches Bayern in den fränkischen Landesteilen. Franken war somit einst in Süddeutschland eine der mit jüdischen Gemeinden am dichtesten besiedelten Regionen mit einer bedeutenden und lebendigen jüdischen Kultur.

In Unterfranken beispielsweise zählte man früher 151 jüdische Gemeinden - alleine im Landkreis Würzburg waren es etwa 30. Da Juden erst ab 1861 das Recht der freien Ortswahl erhielten und damit in Städte umziehen konnten, entfaltete sich in Unterfranken - wie auch anderswo in Deutschland - jüdisches Leben über Jahrhunderte meist nur auf dem Land. Oft betrieben sie von dort aus Haustier- oder Wanderhandel und entwickelten eine besondere, ländlich-jüdische Kultur.

Kooperationsprojekt „Landjudentum in Unterfranken“

Über diesen Teil der jüdischen Geschichte Unterfrankens eine breite Öffentlichkeit zu informieren, bisherige Maßnahmen zu vernetzen und Kooperationen zu ermöglichen – dies hat sich der 2009 gegründete Arbeitskreis "Landjudentum in Unterfranken" zur Aufgabe gemacht. Auf dessen Initiative geht auch das Kooperationsprojekt "Landjudentum in Unterfranken" zurück, das mehr als zur Hälfte mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm Leader finanziert wird.

Die Beteiligung von sieben Lokalen Leader-Aktionsgruppen – allen voran die LAG Wein, Wald, Wasser e.V. – sowie die Einbindung vieler engagierter Bürger und Institutionen zeigen, wie groß das Interesse am historischen Erbe der ehemaligen jüdischen Gemeinden und an der jüdischen Geschichte und Kultur ist! Zum ersten Mal kooperieren Heimatforscher, die sich mit der jüdischen Geschichte ihrer Region oder ihres Ortes befassen und ihr Wissen und ihre Sammlungen einbringen, mit professionellen Historikern und Judaisten im Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken.

Schautafel der Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS“ zur Jüdische Geschichte der Region

Initiativen zum Erhalt des jüdischen Erbes miteinander verknüpfen

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau eines Netzwerkes. Das soll alle Initiativen zum Erhalt des jüdischen Erbes miteinander verknüpfen und so zur Erhaltung und Präsentation des jüdischen Kulturerbes in Unterfranken beitragen. Hauptaufgabe dieses künftigen Netzwerkes ist die Öffentlichkeitsarbeit. Eine Internetplattform wird dabei als wesentliches Informationsmedium für Nutzer aus dem In- und Ausland dienen. Um das Thema für breite Bevölkerungskreise und Besucher auf vielfältige Weise präsent zu machen, werden Themenwege in den einzelnen Landkreisen entwickelt und ausgeschildert. Dadurch soll die jüdische Geschichte der Region in Form von Rundgängen, Radwegen und Rad-Wanderwegen visualisiert und "begehbar" beziehungsweise "erfahrbar" gemacht werden.

Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS“

Ein besonderer Akzent dieser sichtbaren Erinnerungsarbeit in der Region ist die Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS", die für den gesamten Raum Unterfranken konzipiert wurde. Vier chronologische Tafeln geben einen Überblick über die jüdische Geschichte in Unterfranken zwischen dem Mittelalter und dem 20. Jahrhundert. Für jeden Landkreis haben die lokalen Forscher Informationen und Medien zusammen getragen, die die Grundlage der Tafeln darstellen und beispielhaft einem der Themen gewidmet sind, die für die jüdische Geschichte der Region und darüber hinaus von Bedeutung sind.

Am Beispiel vom Landkreis und von der Stadt Schweinfurt sind dies etwa Einrichtungen jüdischer Gemeinden, die Wirtschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Beispiel des Landkreises Bad Kissingen oder Frau und Mann in der jüdischen Tradition am Beispiel des Landkreises Aschaffenburg. Zum Thema der jüdischen Sprachen findet sich eine Audiostation. Außerdem werden den Besuchern vier Lebenswege von Juden auf Aufstellern vorgestellt. Und zu der Region, in der die Ausstellung gerade gastiert, werden zwei weitere Tafeln zur Geschichte der dortigen Juden gezeigt, auch anhand ausgewählter Biographien.

Schautafeln der Wanderausstellung "MITTEN UNTER UNS“ zur Wirtschaftsgeschichte von Bad Kissingen