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Isartalsternwarte in Königsdorf
Faszinierende Reise in die kosmische Heimat

Lust darauf, nach einem Spaziergang über die Milchstraße auf "Braune Zwerge", "Weiße Zwerge" und "Rote Riesen" zu treffen? Oder doch lieber die Bekanntschaft mit Asteroiden, Quasaren und Pulsaren zu machen?

Wem der Sinn nach einer faszinierenden Reise durch Galaxien, Kugelsternhaufen und Planetarische Nebel steht, sollte nach Königsdorf ins bayerische Oberland kommen. Hier bietet sich ihm seit Kurzem die Möglichkeit, fernste Himmelsobjekte zu beobachten und sich komplexe astronomische Vorgänge anschaulich erklären zu lassen.

Isartalsternwarte in Königsdorf (Foto:

Astronomie zum Anfassen

Unter dem Motto „Astronomie zum Anfassen“ vermittelt der Verein Isartalsternwarte e.V. einer breiten Öffentlichkeit astronomisches und naturwissenschaftliches Wissen. Dabei ist allen Beteiligten vor allem daran gelegen, gerade den jugendlichen Himmelsforschern einen Blick in die Sterne zu ermöglichen.

Das ehrgeizige Anliegen der passionierten Hobby-Astronomen des Vereins: aktuelle Forschungsergebnisse der Weltraumforschung auf populärwissenschaftlichem Niveau verbreiten, über aktuelle Erkenntnisse der Weltraumforschung u.a. durch regelmäßige Beobachtungs- und Vortragsabende informieren.

Mit dem Spiegelteleskop die Weiten des Weltalls erkunden

Spiegelteleskop der Isarstalsternwarte
Lassen sich von den etwa 200 Milliarden Sternen am Firmament nur knapp 6.000 mit bloßem Auge erkennen, erweitert sich der Blick ins Universum je nach Fernrohrtyp beachtlich: Rasch steigt dann die Sternenanzahl in die Millionen! Aber nicht nur die Menge der Himmelskörper, sondern auch der „kosmische Meterstab“ übersteigt die menschliche Vorstellungskraft.

Seit man erstmals im Jahr 1838 die Entfernung von Sternen direkt zu messen begann, weiß man: Sie sind viele Lichtjahre von uns entfernt, und damit viele Billionen oder Billiarden Kilometer. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten Astronomen fest, dass sich die Entfernungen zu anderen Galaxien in Millionen, ja gar Milliarden Lichtjahren bemessen!

Schöne Aussichten also für das 110 kg schwere und 95.000 € teure Spiegelteleskop mit 60 cm Durchmesser: Das Herzstück der Isartalsternwarte und das größte seiner Art im Oberland verspricht eine spannende Entdeckungsreise in die Weiten des Weltalls.

„Sternstunde“ für den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Schon jetzt ist man sich sicher: Die der Allgemeinheit zugängliche Isartalsternwarte wird das Bildungs- und Freizeitangebot für Jung und Alt im gesamten Landkreis bereichern. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und am Isar-Radwanderweg „Bavaria Tyrolensis“ gelegen, kann sie zudem den Tourismus in der ländlich geprägten Region nachhaltig stärken. Ihr Standort auf dem Gelände der Jugendsiedlung Hochland e.V. ermöglicht darüber hinaus eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Jugendbildung.

Wissenstransfer und Menschen zusammen bringen

Minister Brunner brachte es bei der Einweihung der Sternwarte auf den Punkt: „Es spricht für den Verein, dass dieser seine Begeisterung für die Welt der Sterne an junge Menschen weitergeben will.“
Geplant sind vielfältige Kooperationen mit Schulen sowie wöchentliche Führungen für die Gäste der Jugendsiedlung. Angeboten werden dabei gemeinsame Himmelsbeobachtungen an Teleskopen sowie die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung selbst seinen eigenen Teleskopspiegel zu schleifen.

Wichtige Markenzeichen dieses LEADER-Projektes, das durch die Lokale Aktionsgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen initiiert wurde: Wissenstransfer und Menschen zusammen bringen – Inklusion inklusive! So wurde bei der Gestaltung konsequent auf einen behindertengerechten Ausbau im Erdgeschoss geachtet. So kann z.B. vom Vortragsraum aus mittels elektronischer Bildübertragung live an Beobachtungen des Sternenhimmels teilgenommen werden.

Die Finanzierung stand unter einem günstigen Stern

Kaum zu glauben, wie ein Verein ohne nennenswertes Eigenkapital ein rund 380.000 € teures Projekt stemmen und nach einer 15-monatigen Bauzeit in Betrieb nehmen konnte. Doch die vorbildliche Umtriebigkeit des gesamten Vereinsvorstandes hat sich ausbezahlt.

So ließen sich innerhalb kürzester Zeit bei umliegenden Kommunen, ortsansässigen Firmen und Stiftungen sowie durch zahlreiche Spendenaktionen die notwendigen Eigenmittel beschaffen. Besonders pfiffig: Je nach Größe des Geldbeutels konnten sich die Spender entweder einen Quadratzentimeter des Spiegelteleskops „kaufen“ oder eine „Sternbildpatenschaft“ übernehmen.

Um die Kosten so gering wie möglich zu halten hat der Verein alles Machbare selbst in die Hand genommen. So wurden etwa an der Fassade vier Kilometer Latten mit 6.000 Schrauben verarbeitet. Über LEADER konnten Bau, Erschließungsmaßnahmen und Außenanlagengestaltung der Sternwarte mit 147.000 € EU- und bayerischen Landesmitteln gefördert werden.