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Initiative boden:ständig – Gewässerschutz im Projektgebiet Sulzfelder Badesee

In Unterfranken wird besonders deutlich, vor welchen Herausforderungen der Klimawandel die Landnutzung stellt. Vor zwei Jahren erlebte die Region die schlimmste Trockenheit seit 40 Jahren. Aber auch die Zunahme von Starkregenfällen machte sich negativ durch Bodenabtrag und Gewässerbelastung bemerkbar. Die aktuellen klimatischen Veränderungen mit zunehmenden Starkregenereignissen und Trockenphasen erfordern nicht nur dort Anpassungen der Landschaftsgestaltung und Bodennutzung.

Deshalb hat die Verwaltung für Ländliche Entwicklung die Initiative "boden:ständig" zum Boden- und Gewässerschutz gestartet. Die Landwirte engagieren sich mit erosionsmindernden Bewirtschaftungsmethoden, die Gemeinden an den Gewässern und gemeinsam sind sie in der Fläche bei der Anlage von Puffersystemen aktiv. Kernelement ist das Prinzip der Freiwilligkeit.

Minister Helmut Brunner informierte sich in Sulzfeld (Landkreis Rhön-Grabfeld) über die erfolgreichen Aktivitäten der Initiative boden:ständig zur Sanierung des dortigen Badesees. Dieser begann durch Boden- und Nährstoffeinträge nach Starkregenereignissen zu verlanden. Ein behördliches Badeverbot mit negativen wirtschaftlichen Folgen für den anliegenden Camping-Platz drohte. Die Sanierung gelang durch ein Maßnahmenpaket, das von Vertretern des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, der Landwirtschaftsverwaltung, der Regierung von Unterfranken, des Landratsamtes Rhön-Grabfeld, des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen, der Agrokraft GmbH und des Bauernverbandes gemeinsam mit der Gemeinde geschnürt wurde.

Die Gemeinde Sulzfeld war bereit, 20.000 Euro in ein Rückhaltebecken und damit in einen sauberen Badesee zu investieren. Das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken führte einen Freiwilligen Landtausch durch, um die benötigte Fläche zur Verfügung zu stellen. Auch alle anderen Behörden standen unterstützend zur Seite. Ein weiterer wichtiger Baustein war die Neuanlage von Gewässerrandstreifen über das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm.

In Informationsveranstaltungen und bei Einzelberatungen konnte den Landwirten die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme nahegebracht werden. Insgesamt entstanden so an den Zuläufen des Badesees über 3,5 Kilometer Pufferstreifen mit einer Breite zwischen 10 und 30 Metern. Zudem wurden Praktikertage zu bodenschützenden Bewirtschaftungsweisen durchgeführt, an denen zahlreiche interessierte Landwirte teilgenommen haben.

„Der Sulzfelder Badesee zeigt, dass sich „boden:ständig“ als ein ausgesprochen effektives Konzept des Boden- und Gewässerschutzes bewährt hat. Ich freue mich, dass wir damit nun in ganz Bayern arbeiten können. Die Initiative "boden:ständig“ zeichnet nicht nur ein positives Bild unserer Landwirte und unterstützt die Gemeinden. Sie ist auch Teil unserer Gesamtstrategie, in Bayern eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft zu erhalten, die hochwertige Lebensmittel nachhaltig und ressourcenschonend produziert“ zieht Minister Brunner Resümee.

In seiner Regierungserklärung vom 1. Juli 2014 hat Staatsminister Helmut Brunner die Ausweitung der in einem Pilotprojekt in Niederbayern entwickelten Vorgehensweise der Initiative boden:ständig auf ganz Bayern angekündigt und zu Beginn des Jahres 2017 ihre Etablierung als festes Angebot der Ämter für Ländliche Entwicklung entschieden. Derzeit wird sie in über 40 Projektgebieten bayernweit angewendet.
Fotos Nicolas Armer/StMELF, Abdruck honorarfrei
Projektträger
Initiative boden:ständig Sulzfelder Badesee, Lkr. Kitzingen