Vogelperspektive: Dorfmitte mit Kirche, rund zehn Häusern, Ortsstraßen und Freiflächen

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Peesten
Gut Ding braucht Weil – so wächst die Tanzlinde Peestens wieder zu ihrer alten Einzigartigkeit in Europa heran

Blick auf die Linde mit eingebautem Tanzboden in der Baumkrone, zu dem seitlich eine geschwungene Sandsteintreppe hinaufführt. Rechts dahinter die Kirche.

Man pflanze ein neue Sommerlinde, dokumentiere es mit einer „Flaschenpost“ im Wurzelwerk, beobachte ihren Wuchs genau, lasse die Äste des unteren Kranzes waagrecht wachsen, nehme im Laufe der Jahre gezielt Äste weg, vertraue auf die Wiederbelebung einer Tradition und schon führt nach 50 Jahren die Treppenschnecke nicht mehr ins Nichts, sondern wieder auf ein Podium in der Baumkrone mit Platz zum Tanz in der Linde. Der damalige Bürgermeister Karl Dietzel verlas 1951 vor den 14 Bürgern, die halfen die für würdig befundene Linde zu pflanzen: „Habt Sinn für das Vergangene, seit tätig in der Gegenwart und denkt an die Zukunft“.

Initiator Förderkreis Tanzlinde

Die Flaschenpost enthält auch: „Und euch, die ihr dieses Schriftstück lest, wenn dieser Baum nicht mehr steht, möchten wir auffordern, nicht zu zögern und alles zu tun, damit an dieser Stelle wieder eine neue Linde grüne“. Als der Bürgermeister dies vorlas, waren die meisten Mitglieder des 1999 gebildeten Förderkreises Tanzlinde noch gar nicht geboren. Und ihr Bewusstsein für den wachsenden Baum förderte der Dorflehrer bereits im Kindesalter. Und zwar so nachhaltig, dass die heute Erwachsenen die Linde wirklich wieder zur Tanzlinde gemacht haben. Der dafür ins Leben gerufene Förderkreis hat sein Projekt Tanzlinde in einem Exposé aufbereitet, den Bürgern vorgestellt und gleichzeitig um Spenden geworben. Mit sichtbarem, herausragendem Erfolg. Am 12. Mai 2001 wurde Richtfest gefeiert. Das „Ältestenehepaar“ des Förderkreises hatte kurz vorher goldene Hochzeit. Ihm wurde die Ehre zuteil, anlässlich seines Jubiläums mit einem Walzer die Tradition nach fast einem Jahrhundert Pause als Erste neu aufleben zu lassen. Die Zimmerleute standen Spalier und klatschten den Rhythmus zum Tanz – ein bewegendes Erlebnis für alle.
Und so wie einst Bürgermeister Dietzel denkt der Förderkreis mit seinen zwölf Verantwortlichen auch heute schon an die Zukunft der Tanzlinde. Sie planen eine Stiftung Tanzlinde mit jährlicher Kapitalrendite aus einem festgeschriebenen Spendenfonds für den Unterhalt des Naturdenkmals. Stiftungen sind so gut wie unauflöslich, und das gilt nun auch für die Bindung der Peestener zu ihrer Tanzlinde. Ihre Vorgängerin wurde leider nur rund 400 Jahre alt und war in ihrer würfelähnlichen Form einzigartig in Europa. Linden gelten als Symbol für Freiheit und Glück, und es bleibt zu hoffen, dass der Volksmund recht behält, wenn er sagt: „Eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre“.
Die Flaschenpost enthält auch: „Und euch, die ihr dieses Schriftstück lest, wenn dieser Baum nicht mehr steht, möchten wir auffordern, nicht zu zögern und alles zu tun, damit an dieser Stelle wieder eine neue Linde grüne“. Als der Bürgermeister dies vorlas, waren die meisten Mitglieder des 1999 gebildeten Förderkreises Tanzlinde noch gar nicht geboren. Und ihr Bewusstsein für den wachsenden Baum förderte der Dorflehrer bereits im Kindesalter. Und zwar so nachhaltig, dass die heute Erwachsenen die Linde wirklich wieder zur Tanzlinde gemacht haben. Der dafür ins Leben gerufene Förderkreis hat sein Projekt Tanzlinde in einem Exposé aufbereitet, den Bürgern vorgestellt und gleichzeitig um Spenden geworben. Mit sichtbarem, herausragendem Erfolg. Am 12. Mai 2001 wurde Richtfest gefeiert. Das „Ältestenehepaar“ des Förderkreises hatte kurz vorher goldene Hochzeit. Ihm wurde die Ehre zuteil, anlässlich seines Jubiläums mit einem Walzer die Tradition nach fast einem Jahrhundert Pause als Erste neu aufleben zu lassen. Die Zimmerleute standen Spalier und klatschten den Rhythmus zum Tanz – ein bewegendes Erlebnis für alle.
Und so wie einst Bürgermeister Dietzel denkt der Förderkreis mit seinen zwölf Verantwortlichen auch heute schon an die Zukunft der Tanzlinde. Sie planen eine Stiftung Tanzlinde mit jährlicher Kapitalrendite aus einem festgeschriebenen Spendenfonds für den Unterhalt des Naturdenkmals. Stiftungen sind so gut wie unauflöslich, und das gilt nun auch für die Bindung der Peestener zu ihrer Tanzlinde. Ihre Vorgängerin wurde leider nur rund 400 Jahre alt und war in ihrer würfelähnlichen Form einzigartig in Europa. Linden gelten als Symbol für Freiheit und Glück, und es bleibt zu hoffen, dass der Volksmund recht behält, wenn er sagt: „Eine Linde kommt 300 Jahre, steht 300 Jahre und geht 300 Jahre“.

Bürgerengagement in Bayern – ein Markenartikel!

Die vorhandene Treppe, zwölf Sandsteinsäulen und eine 50-jährige junge Linde bilden die Basis und den Rahmen für das Eichenholzpodium in der Baumkrone. Den originalgetreuen Plan mit Modell und Computersimulation rekonstruierte Prof. Dr. Graefe vom Institut für Baugeschichte in Innsbruck gemeinsam mit seinen Studenten anhand von Fotos, Zeichnungen und Beschreibungen. Ein ortsansässiger Bauingenieur fertigte die Umsetzungsplanung und rechnete die Statik. Er leitete in der Trägerschaft der Gemeinde auch die Bauausführung und war Dreh- und Angelpunkt für die vielen fleißigen Helfer, die rund 1 500 unentgeltliche Arbeitsstunden leisteten. Heute ist er Sprecher des Förderkreises. Die festliche Einweihung war am 9. September 2001, am Tag des offenen Denkmals. Die Tanzlinde kostete 93 000 Euro, die Dorfplatzgestaltung 220 000 Euro, der Umbau der Raiffeisenkasse zum Dorfhaus 134 000 Euro. Insgesamt steuerte die Dorferneuerung 219 000 Euro Zuschüsse bei. Für 139 000 Euro private Investitionen gab es weitere 18 Prozent Zuschüsse. Unschätzbarer immaterieller Gesamtgewinn für die Zukunft Peestens: Ein gewachsener herausragender Gemeinschaftsgeist!

Tanzlinde – kulturelles Wahrzeichen

Der Förderkreis schützt seine Tanzlinde: Keine Kommerzialisierung zur Eventkulisse, die der Tanzlinde an die Substanz gehen würde! Vielmehr soll sie lange im Lichte der Jahreszeiten strahlen und den Einheimischen übers Jahr Freude und Ambiente bei zwei Theatern oder Konzerten für 90 Gäste bieten. Jährlicher Höhepunkt ist die Kerwa, mit Lindengottesdienst, Lindenfrühschoppen, Umzug mit anschließendem Lindentanz der Jugend und der stolzen Kinder. Von Mai bis Oktober ist die Tanzlinde begehbar. In dieser Zeit können die Einzelbesucher und Reisegruppen aus ganz Europa dieses einzigartige Naturdenkmal von innen bestaunen. Peesten ist mit der prächtigen Tanzlinde am Dorfplatz und umgeben von der Schenkstatt (1650, ehemaliges Wirtshaus, Bäckerei, Kramerladen), dem renovierten Schloss, der Kirche und der renovierten Schule (1895) einmalig in Bayern.

Peestener Beispiel macht Schule

Kerwagäste in Peesten sind die Limmersdorfer aus dem Landkreis Kulmbach. Sie hatten lange Zeit die einzige Tanzlinde (ca. 1650 gepflanzt) in Bayern und freuen sich, dass der Lindentanz nun auch in einem zweiten Dorf Bayerns gepflegt wird. Und vielleicht sind ja auch bald die Langenstädter, Landkreis Kulmbach, Kerwagäste in Peesten. Prof. Dr. Graefe rekonstruiert dort bereits die historische Tanzlinde und setzt damit das Faible seines Vaters für Tanzlinden leidenschaftlich fort.


Projektträger
Dorferneuerung Peesten und Markt Kasendorf, Lkr. Kulmbach