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Fellheim
Ehemalige Synagoge wird nach umfangreicher Sanierung zum Kulturzentrum „gegen das Vergessen"

Der prägnante Bau der 1786 im neuromanischen Stil erbauten Synagoge erlangt nach der Verwüstung 1938 und der Zweckentfremdung als Wohnhaus seit den 1950er Jahren seine historische Erscheinung und Bedeutung zurück und prägt heute als öffentlicher Begegnungsort den Ortskern von Fellheim. Besonders überzeugen auch die baulichen Ergänzungen in Reminiszenz an den ursprünglichen Zustand.

Die historisch herausragende Stellung des Einzeldenkmals mitten im denkmalgeschützten Ensemble „Judenviertel Fellheim“ ist nun wieder offensichtlich. Der besondere Denkmalwert liegt zudem in der Erinnerung an die einst bedeutende Fellheimer Landjudengemeinde sowie das schwäbische Judentum insgesamt und der Mahnung, rechtsstaatliche Prinzipien nie wieder aufzugeben. Zudem gab die Sanierung einen Impuls für private Maßnahmen im Umfeld und damit einen Schub für die Innenentwicklung.

Im ehemaligen Gebetsraum mit seiner sakralen Stimmung finden Ausstellungen zum Judentum in Schwaben, Feiern, Feste, Vorträge und Konzerte statt. Ein Messingvorhang grenzt den Foyerbereich ab. Auf der Galerie anstelle der einstigen Frauenempore findet eine kleine Bücherei Platz. Die Decke zeigt Fragmente der beim Bau wieder entdeckten Bemalung von 1856 und unterstreicht so den besonderen Charakter. Im Außenraum übernehmen das Eingangsportal, der seitliche Treppenturm und eine perforierte Mauer als Abgrenzung des ehemaligen jüdischen Friedhofs zur Straße diese besondere Wirkung in zeitgenössischer Architektursprache.
Bauherr: Gemeinde Fellheim
Architekt: kern.architekten, Mindelheim
Dorferneuerung Fellheim, Lkr. Unterallgäu