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Schamhaupten
Nach 40 Jahren Leerstand wird das imposante denkmalgeschützte Eiskellergebäude wieder einer Nutzung zugeführt

Der Eiskeller als Teil eines stattlichen Brauereianwesens steht in direkter Nähe zur Quelle des Schambaches. So konnte ohne große Umwege das Quellwasser als Trink- und Brauwasser verwendet werden. Das Ensemble aus verschiedenen Epochen in direkter Nachbarschaft zur Pfarrkirche St. Georg prägt das Ortsbild. Die Brauerei, die lange Zeit Haupterwerbszweig des Anwesens war, wurde 1977 aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben. Danach stand der um 1900 errichtete Eiskeller lange leer.

Dem dreigeschossigen Eiskeller mit Satteldach wurde zum südlichen Hof hin ein zweigeschossiger Querbau vorgesetzt, der die Flucht des Wohnhauses aufnimmt. Im Erdgeschoss wurde dieser gewerblich, im Obergeschoss für Bediensteten- und Fremdenzimmer genutzt. Dieses Gebäude weist eine ungewöhnliche Gestaltung mit einer südländisch anmutenden Zinnenbekrönung auf. Es steht, wie auch Wohnhaus, Stallungen und Scheune, unter Denkmalschutz.

Von 2012 bis 2014 wurde der Eiskeller saniert, in eine Wohnung umgebaut und so im Erhalt gesichert. Besonders erfreulich sind die behutsame Instandsetzung des Rillenputzes mit einer die Lebendigkeit des Putzes unterstreichenden mineralischen Lasur und die Wiederherstellung der zum Teil fehlenden Zinnenbekrönung mit Biberschwanzeindeckung. Auch in der Innenausstattung ist es den Eigentümern gelungen, Umnutzung und Erhalt des ehemaligen Zweckbaues miteinander zu verbinden. Bei einer künftigen Hofgestaltung wäre der Erhalt der wohltuend einheitlichen und zurückhaltenden Oberflächen für das Ensemble wünschenswert.
Bauherren: Thomas und Dr. Michaela Stark, Schamhaupten
Architekt: Elmar Greiner, Hilpoltstein
Dorferneuerung Schamhaupten, Markt Altmannstein, Lkr. Eichstätt