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Wettbewerb
Staatlich anerkannte Alpen-Modellregionen

Der Wettbewerb "Staatlich anerkannte Alpen-Modellregionen" soll den Alpenraum als attraktiven Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort weiterentwickeln und zukunftsfähig machen. Ergänzend zu bereits bestehenden Initiativen der Bayerischen Staatsregierung unterstützt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten damit gezielt die unternehmerischen Menschen einer Region, um mit ihnen aus ihren vorhandenen Ideen Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

Urkunden für zwei Alpen-Modellregionen

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat am 6. Oktober 2017 dem Gemeindeverbund Schlierach/Leitzachtal im Landkreis Miesbach sowie dem Markt Weitnau und seiner Partnergemeinde Missen-Wilhams (beide Landkreis Oberallgäu) die Urkunden als "Staatlich anerkannte Alpen-Modellregion" überreicht. Mit ihren vielversprechenden Konzepten hatten sie eine zwölfköpfige Jury überzeugt. Bei der Umsetzung der Konzepte wird den Kommunen zwei Jahre lang eine Projektbetreuung zur Seite stehen, deren Kosten zu 75 Prozent der Freistaat übernimmt.

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Gemeindeverbund Schlierach/Leitzachtal mit den Gemeinden Bayrischzell, Hausham, Schliersee und Fischbachau
Das Konzept der Region Schlierach/Leitzachtal mit zahlreichen Projekten versucht Tradition und Moderne zu verbinden. Ein Projekt beschäftigt sich zum Beispiel mit On/Offline-Vermarktung und hat zum Ziel, den Trend zum Onlinehandel mit bodenständigen, regionalen Produkten und strategisch gut gelegenen temporären Märkten zu verbinden.
Markt Weitnau und Missen-Wilhams
Die Region Weitnau/Missen-Wilhams hat mit einem stimmigen, von den Bürgern selbst erarbeiteten Konzept überzeugt, bei dem jedem Projekt konkrete Akteure und Paten zugeordnet sind. Leitfigur ist dabei der aus Weitnau stammende Agrarreformer und Pionier des Alpentourismus Carl Hirnbein. Ein Projekt dreht sich beispielsweise um die Neukonzeption und Erweiterung des Carl-Hirnbein-Themenwegs und soll als interkommunale Maßnahme zwischen dem Markt Weitnau und der Gemeinde Missen-Wilhams umgesetzt werden.

Wettbewerb unterstützt Menschen mit Unternehmergeist

Diese unternehmerischen Menschen sind in Wirtschaftsunternehmen ebenso zu finden wie in Verwaltungen, Politik oder Vereinen und Verbänden. Sie verfügen über zentrale Ressourcen, die für die erfolgreiche Gestaltung von regionalen Entwicklungsprozessen bedeutsam sind. Es sind Menschen, die mit Leidenschaft ihre Sache weiterbringen und damit etwas in der Region bewegen. Aktive Gestalter, die eigene Ideen entwickeln, durchdenken und umsetzen. Menschen, die durch ihr Tun aber nicht nur das eigene Projekt befördern, sondern damit auch ihr Umfeld positiv gestalten und auf das Image einer Region ausstrahlen.

Diese Menschen bekommen in den "Staatlich anerkannten Alpen-Modellregionen" eine gezielte Unterstützung, so dass sie ihre nächsten Schritte noch besser umsetzen können (Idee – Projektentwicklung – Maßnahmenplanung – Finanzierung – Umsetzung). Von dem gezielten Zusammenspiel zwischen regionalen Entscheidungsträgern und unternehmerischen Menschen profitiert die Region insgesamt. Gewünscht ist die Aktivierung des unternehmerischen Potenzials der Regionen und damit die Mobilisierung gemeinschaftlichen, eigenverantwortlichen und zukunftsorientierten Handelns.

Wer konnte teilnehmen?

Gemeindeverbünde, die als Beispiel für andere Regionen bzw. Gemeindeverbünde im Alpenraum fungieren wollen. Die Form der Gebietsabgrenzung sowie die Wahl der Projekte und ihrer thematischen Schwerpunkte bleiben den Regionen überlassen. Der räumliche Schwerpunkt des jeweiligen Gemeindeverbundes sollte im südlichen Teil der Alpenlandkreise liegen.

Welche Voraussetzungen mussten erfüllt sein?

Für die Bewerbung im Rahmen des Wettbewerbs "Staatlich anerkannte Alpen-Modellregionen" war eine kurze Beschreibung der engagierten Menschen und deren Themen einzureichen. Aus der Zusammenschau von "wirklich wichtigen Themen" und den "unternehmerischen Menschen" ergeben sich die Entwicklungs- und Projektansätze in den Modellregionen.

Folgende Themenbereiche waren obligatorisch zu belegen:

  • Bereich Land- und Ernährungswirtschaft; z.B. Projekte
    • zur Erhöhung des Anteils von Betrieben mit Direktvermarktung, regionaltypischen Spezialitäten oder Produkten mit erhöhter Wertschöpfung
    • zur sozialen Landwirtschaft; Solidarische Landwirtschaft
    • zu Erzeuger-/Verbraucher-Kooperationen
    • zu Regionalen Wertschöpfungsketten für hochwertige Lebensmittel aus dem Alpenraum
  • Bereich Forst- und Holzwirtschaft; z.B. Projekte
    • zum Erhalt und Sicherung klimatoleranter multifunktionaler Bergwälder
    • zur vorbildlichen Verwendung von regional erzeugtem Holz
    • zur Inwertsetzung weiterer Waldfunktionen und Nicht-Holz-Produkte
  • Bereich Freizeit und Tourismus; z.B. Projekte
    • zur Förderung von Maßnahmen zur touristischen Nutzung von „grünen Alpen“
    • zu einem natur- und klimafreundlichen Tourismus
    • zur Stärkung des Ganzjahrestourismus und des Agrotourismus
    • zur Verwendung von Regionalprodukten in der Hotellerie und Gastronomie
  • Kommunaler Bereich; z.B. Projekte
    • zur nachhaltigen Dorfentwicklung
    • zur Unterstützung von regionalem Handwerk und Mittelstand
    • zur Verwendung von regionalen, ökologischen und nachhaltigen Produkten im Ge-schäftsbetrieb und Zuständigkeitsbereich der Gemeinden
    • zur besseren Bewältigung von Extremwetterereignissen
    • zu Heimatpflege und Jugendarbeit
Folgende fakultative Bereiche waren denkbar:

Projekte aus den Bereichen

  • Handwerk und Gewerbe
  • Naturschutz und Ökologisches Ressourcenmanagement
  • Energiemanagement und Klimaschutz

Wer war die Jury?

Zuständig für die Entscheidung im Auswahlverfahren war eine eigens für diesen Wettbewerb eingerichtete Jury, bestehend aus Experten der Land- und Forstwirtschaft, der Ländlichen Entwicklung, des Tourismus, der Gastronomie, des Handwerks, des Umwelt- und Naturschutzes sowie aus Vertretern der Kommunalpolitik.

Wie werden die Strategien umgesetzt?

Zur Umsetzung der Strategien in den Alpen-Modellregionen wird das zuständige Amt für Ländliche Entwicklung eine Projektentwicklerin/einen Projektentwickler für zwei Jahre bis zu 75 % bezuschussen sowie jeweils auf Einzelantrag bis zu 75 % für einzelne Unterstützungsleistungen (z. B. Beraterhonorar für Experten) übernehmen. 25 % der Kosten sind vom jeweiligen Gemeindeverbund selbst zu tragen.

Die Projektentwicklerin/der Projektentwickler übernimmt folgende Aufgaben:

  • Begleitung "unternehmerischer Menschen" beim Projektdesign („von der Idee zum Projekt“)
  • Unterstützung bei der Projektentwicklung (u. a. hinsichtlich Fördermittel und/oder bürgerschaftlicher Finanzierungsmodelle) mit dem Ziel, Projekte zu generieren mit unternehmerischem Mehrwert und Mehrwert für die Region
  • Steuerung der Kommunikation mit dem Ziel, in der Alpen-Modellregion ein kreatives Umfeld aufzubauen, das Aufbruchsstimmung erzeugt und mit dem sich ständig neue „unternehmerische“ Menschen in den Prozess mit ihren Projekten einbringen
  • Pflege eines Netzwerks zu relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft. Politik und Verwaltung