Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

Direktvermarktung
Regionale Küche – Landwirtschaft und Gastronomie kooperieren

Für landwirtschaftliche Direktvermarkter kann sich die heimische, klein- und mittelständische Gastronomie zum gewichtigen Abnehmer entwickeln.

In einigen bayerischen Regionen kooperieren Landwirtschaft und Gastronomie bereits sehr erfolgreich in puncto regionale Küche. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begleiten den Aufbau solcher Kooperationen mit dem übergeordneten Ziel, möglichst viele bäuerliche Existenzen im ländlichen Raum zu sichern.

MehrWert Regionale Küche

Viele Nahrungsmittel sind heutzutage ganzjährig und unabhängig von der heimischen Jahreszeit verfügbar. Angesichts der Globalisierung im Nahrungsmittelsektor wächst bei Verbrauchern aber auch der Wunsch, wieder einen persönlichen Bezug zu Lebensmitteln zu finden. Mit regionaler Küche können sich Gastronomen und Landwirte ein Profil schaffen, das sie von Mitbewerbern abhebt und diesen Wunsch erfüllt. Wachsendes Regionalbewusstsein kann so zum Marketingvorteil werden.
Regionale Küche bietet Mehrwert für viele: Transparenz für Verbraucher, die wissen möchten, wo die Zutaten herstammen und wie sie angebaut werden. Kurze Transportwege ermöglichen frischere Lebensmittel und geringeren Schadstoffausstoß. Durch persönliche Kontakte zwischen Landwirt und Gastronom gedeihen qualitativ hochwertige kulinarische Angebote. Zudem bringt die regionale Küche einen Zugewinn für die gesamte Region: sie stärkt das Regionalbewusstsein, verbessert die Wertschöpfung in der Region und trägt dazu bei, eine hohe Lebensqualität im ländlichen Raum mit seiner gewachsenen Kulturlandschaft zu erhalten.

Gastroplattform "Wirt sucht Bauer"

Logo der Gastroplattform Wirt sucht Bauer
Mit regionalen Spezialitäten können Gastwirte bei den Gästen „punkten“. Doch die Kontaktaufnahme mit regionalen Landwirten ist nicht immer einfach. Hier kann die Gastroplattform „Wirt sucht Bauer“ helfen. Gastronomen finden Landwirte in der näheren Umgebung, die sie mit regionaltypischen Produkten versorgen können. Und Erzeuger regionaler Lebensmittel erfahren von interessierten Gastronomen, Hoteliers oder Küchenchefs.

Das erklärte Ziel der Gastroplattform ist es, möglichst vielen neuen Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Gastronomen auf den Weg zu helfen. Neben Landwirten nutzen auch Erzeuger aus Wein- und Gartenbau, Jagd und Fischerei sowie Bäcker- und Metzgerhandwerk die Plattform.

Die kostenlose Online-Plattform betreut der Cluster Ernährung in Kulmbach, der mit dem Verbraucherportal "Regionales Bayern" der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) kooperiert.

Aushängeschild für die Region

Die Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Gastronomie wollen beim Gast wie beim Verbraucher das Bewusstsein dafür schärfen, dass sie mit ihrem Einkaufsverhalten die Region stärken, aber auch schwächen können. Regionale Küche kann zum Imagegewinn der gesamten Region führen. Durch nachvollziehbare Produktion und Verarbeitung schafft sie ein attraktives Angebot für Naherholung und Tourismus.
In den Kooperationen zur regionalen Küche legen die beteiligten Landwirte und Gastronomen ihre Aufgaben und Verpflichtungen gemeinsam fest. Sie regeln die Qualität der Rohstoffe, Liefer- und Abnahmeverpflichtungen, Umfang und Art der regionalen Gerichte und anderes mehr. In allen bisherigen Kooperationen bildet zudem die gemeinsame Werbung einen bedeutenden Schwerpunkt der Zusammenarbeit: vom Logo über Tischaufsteller und Aktionswochen bis zum Internet-Auftritt werden die Werbemaßnahmen gebündelt. Ziel ist es, eine Art Regional-Marke zu entwickeln, deren Bekanntheit über die Grenzen der Region hinaus wirbt.
So informieren zum Beispiel Tischaufsteller den Gast über die Vorteile der regionalen Küche und die Ziele der Kooperation. Auf Speisekarten werden die Landwirte als Lieferanten der regionalen Zutaten vorgestellt. Aktionswochen mit saisonalen Produkten oder regelmäßige Aktionstage mit regionaltypischen Leibspeisen erschließen neue Gästegruppen. Im Internet finden interessierte Verbraucher Antworten auf ihre Fragen sowie Beschreibungen und Anfahrtskarten der beteiligten Gastronomen und Landwirte. Die Kooperationspartner selbst treffen sich regelmäßig, um Informationen auszutauschen, Stärken und Schwächen zu analysieren und das Projekt weiter zu entwickeln.

Staatliche Beratung unterstützt beim Aufbau von Kooperationen

Mit der staatlichen Beratung und Qualifizierung unterstützt und fördert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das unternehmerische Potenzial in der Landwirtschaft. Die Beraterinnen und Berater der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten begleiten mögliche Kooperationen von Anfang an. Sie initiieren und betreuen Arbeitskreise, helfen bei der Gestaltung von Auftaktveranstaltungen und bieten Qualifizierungen an. Wenden Sie sich für detaillierte Informationen zu Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Gastronomie bitte an Ihr zuständiges Amt.

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Ansprechpartner

  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten