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Pressemitteilung
„Schlag für die Bauern, Bärendienst für den Tierschutz“ - Kaniber kritisiert Bundesratsbeschluss zur Ferkelkastration

(21. September 2018) München / Berlin - Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat die heutige Entscheidung des Bundesrats, die Frist für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nicht zu verlängern, scharf kritisiert. „Ein Verbot ab Januar gefährdet nicht nur unsere heimische Ferkelerzeugung, es wäre auch ein Bärendienst für Verbraucher und Tierschutz“ sagte die Ministerin. Nach ihren Worten stehen so nämlich zahlreiche Ferkelerzeuger gerade im süddeutschen Raum vor dem Aus. Zu erwarten sei dann eine drastische Zunahme der Ferkelimporte aus Ländern mit geringeren Tierschutz-Standards und Ferntransporte über Hunderte von Kilometern. Kaniber sieht deshalb jetzt den Bund gefordert, rasch eine Gesetzesinitiative zur Fristverlängerung auf den Weg zu bringen.

Der Ministerin zufolge gibt es gerade für kleinere Betriebe nach wie vor kein praktikables Betäubungsverfahren. Die ab Januar erlaubten Alternativen Impfung und Eingriff unter Vollnarkose seien ebenso wie die Ebermast nur für wenige und vor allem größere Betriebe geeignet. Forschungsvorhaben für weitere alternative Methoden wie etwa die örtliche Betäubung mit einem Lokalanästhetikum sind der Ministerin zufolge zwar auf den Weg gebracht, Ergebnisse und praxisgerechte Lösungen aber noch nicht absehbar. Bayern hatte deshalb eine Bundesratsinitiative gestartet, um die Übergangsfrist nochmals zu verlängern, bis derartige Alternativen vorliegen. Der Vorstoß fand ebenso wie ein vom Freistaat gemeinsam mit Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ausgehandelter Kompromiss jedoch keine Mehrheit.



    Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
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    Ministerin Michaela Kaniber

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