Forstpolitik

Der Wald im Klimawandel
Acht-Punkte-Programm für zukunftsfähige Wälder in Bayern

Ministerpräsident Markus Söder und Forstministerin Michaela Kaniber am Rednerpult

Ministerpräsident Markus Söder und Forstministerin Michaela Kaniber stehen Rede und Antwort (© StMELF)

Mit der bayerischen Klimastrategie setzt sich der Freistaat ehrgeizige Ziele: Bayern soll das erste klimaneutrale Bundesland werden. Am 30. Juli 2019 hat Staatsministerin Michaela Kaniber ihr Acht-Punkte-Programm für die Zukunft von Bayerns Wäldern in der Kabinettssitzung vorgestellt. So wird die Bewirtschaftung des bayerischen Staatswalds zukünftig an den Leistungen für den Klimaschutz und die Artenvielfalt ausgerichtet.

Insgesamt sind rund 2,5 Millionen Hektar des Freistaats von Wald bedeckt – das ist mehr als ein Drittel der gesamten Landesfläche. Davon entfallen rund 800.000 Hektar auf Staatswald. Damit ist der Wald der größte Speicher von Kohlendioxid in Bayern und hat eine herausragende Bedeutung für den Klima- und den Artenschutz. Gleichzeitig macht der Klimawandel dem Wald zunehmend zu schaffen. Vor allem durch die immer häufigeren Extremereignisse wie Trockenheit und Stürme, aber auch die damit einhergehenden Massenvermehrungen von Schädlingen wie den Borkenkäfern, ist der Wald einer der Hauptbetroffenen des Klimawandels. Bei der gesellschaftlichen Aufgabe, den nachfolgenden Generationen einen zukunftsfähigen Wald zu übergeben, wird der Staatswald künftig eine Vorbildfunktion übernehmen.

Maßnahmen im Acht-Punkte-Programm

Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Kabinett ein Acht-Punkte-Programm auf den Weg gebracht. Es umfasst folgende Maßnahmen:

1. Waldumbau schneller vorantreiben

Erwirtschaftete Überschüsse der Bayerischen Staatsforsten sollen künftig nicht mehr in die Staatskasse fließen, sondern dazu verwendet werden, die Wälder und auch die Moore als wichtige CO2-Speicher zu erhalten und klimafester zu machen.

2. 30 Millionen neue Bäume im Staatswald

In den nächsten fünf Jahren werden im bayerischen Staatswald 30 Millionen Bäume gepflanzt - eine Million Bäume pro Jahr mehr als bislang.

3. Waldforschung stärken

Die Forschung zu wärmeverträglichen Baumarten wird als Grundlage für den dauerhaften Erhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Wälder verstärkt.

4. Holz als nachhaltigen Baustoff und Energieträger nutzen

Wir bringen mit Leuchtturmprojekten die Verwendung des klimafreundlichen Rohstoffs Holz als Baumaterial voran und setzen auch auf den vermehrten Einsatz von Restholz zur energetischen Nutzung.

5. 100 neue Windräder im Staatswald

Um die erneuerbaren Energien zu stärken, wird die Standortsuche für Windenergieanlagen im Staatswald intensiviert.

6. Schutz besonders naturnaher alter Wälder

Besonders naturnahe und ursprüngliche, alte Staatswälder werden aus der Nutzung genommen.

7. 2.000 Hektar großes Schutzgebiet im Auwald Neuburg/Ingolstadt

Im Raum zwischen Neuburg an der Donau und Ingolstadt wird auf Staatswaldflächen ein 2.000 Hektar großes Schutzgebiet im Auwald ausgewiesen.

8. Beratung und finanzielle Anreize im Privatwald verstärken

Um Anreize für Waldumbau und Artenvielfalt zu geben, werden Waldbesitzer künftig zusätzliche Mittel und weitere Beratung erhalten.
Zurück zu:
Forstpolitik