Forstpolitik

Wald schützt!
Schutzgebiete im Wald

Wussten Sie schon, dass gut zwei Drittel der Waldfläche unter besonderem Schutz stehen?

Eine Felswand im Wald.Zoombild vorhanden

Naturschutzgebiet Teufelsloch (Bild: LWF)

In Bayern unterliegen sämtliche Wälder (rund 2,5 Millionen Hektar) dem allgemeinen gesetzlichen Schutz durch das Waldrecht. Nicht zuletzt dessen Regelungen zur Erhaltung und Bewirtschaftung der Wälder ist es zu verdanken, dass sich ausgehend von waldarmen Landschaften und degradierten Wäldern seit dem 19. Jahrhundert wieder ein vitales und zukunftsfähiges "grünes Drittel Bayerns" entwickeln konnte, dessen nachhaltige Wirkungen für Mensch und Natur gleichermaßen wertvoll sind.

Nicht weniger als 64 % aller Wälder unterliegen einem zusätzlichen besonderen Schutz durch Naturschutz-, Wald- oder Wasserrecht. Viele Waldflächen werden gleich von mehreren Schutzgebieten erfasst. Überdurchschnittlich betrifft dies, regional gesehen, die Wälder in Franken, wobei Unterfranken hier mit 85 % deutlich an der Spitze steht.

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat in einer bayernweiten Erhebung das Verhältnis von gesetzlichen Schutzgebieten und der Waldfläche untersucht:
  • In welchem Umfang liegen Schutzgebiete innerhalb von Wäldern?
  • Welchen Anteil nehmen umgekehrt Wälder an Schutzgebieten ein?

Schutzgebiete im Wald

Der flächenmäßige Schwerpunkt der Schutzgebiete liegt im Bereich des Naturschutzrechts. So stehen in Bayern zum Beispiel rund 945.000 Hektar Wald in Naturparken, rund 487.000 Hektar in Landschaftsschutzgebieten, rund 82.000 Hektar in streng geschützten Naturschutzgebieten und rund 31.000 Hektar in Nationalparken zu Buche. Rund 449.000 Hektar Wald liegen in Natura 2000-Gebieten. Nicht weniger bedeutsam sind wald- und wasserrechtliche Schutzgebiete:
  • Rund 141.000 Hektar Wald in förmlichen Wasserschutzgebieten leisten einen wesentlichen Beitrag für eine stetige, saubere und vor allem preiswerte Trinkwasserversorgung.
  • 185.000 Hektar rechtskräftig erklärter Bannwald bieten vor allem in Ballungsräumen unschätzbare Vorteile für Klima, Erholung und Ökologie.
  • 189.000 Hektar gesetzlicher Schutzwald bewahren Mensch und Natur vor zum Teil verheerenden Naturgefahren. Ohne Schutzwald wären viele Regionen - vor allem im Alpen- und Mittelgebirgsraum, aber auch im Bereich von Flüssen und Wildbächen - nicht oder nur mit aufwendigen technischen Schutzvorkehrungen besiedelbar
  • In 165 Naturwaldreservaten mit zusammen 7.525 Hektar bestimmt allein die Natur über Werden, Wachsen und Vergehen. Diese "Urwäldern von morgen" leisten wertvolle Beiträge zum Erhalt der biologischen Vielfalt, liefern wichtige Forschungsergebnisse für eine naturnahe Forstwirtschaft und lassen die natürlichen Kreisläufe greifbar erleben.
Der Waldanteil in Bayern liegt bei landesweit 36 %. Innerhalb der oben genannten naturschutz- und wasserrechtlichen Schutzgebiete beträgt er dagegen durchschnittlich über 50 %. Die Spanne reicht dabei von 45 % in Naturparken bis 66 % in Wasserschutzgebieten. Wald ist also deutlich überrepräsentiert.

Bedeutung unserer Wälder

Diese Werte zeigen eindrucksvoll die wichtige und vielfältige Bedeutung unserer Wälder für eine Vielzahl unterschiedlicher Ansprüche. Die Ausweisung von Schutzgebieten im Wald setzt aber auch eine entsprechende Schutzwürdigkeit, also eine hohe Qualität dieser Wälder voraus. Die trockenen Zahlen der Statistik enthalten deshalb nicht zuletzt auch ein dickes Lob an die Waldbesitzer:
Mit Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein legen sie den Grundstein für schützenswerte Wälder. Durch nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung erhalten und bewahren sie die biologische Vielfalt im Wald. Diese Leistungen können auch nicht durch Schutzgebiets-Verordnungen ersetzt werden. Für die Zukunft sollten deshalb zunehmend partnerschaftliche Lösungen an Bedeutung gewinnen.

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