Buchenstamm und -zweig mit Frühlingslaub (Foto: Jan Böhm)

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Erstes gemeinsames Seminar der Bayerischen Forstschule und der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege
Erfahrungsaustausch zum Natura 2000-Gebietsmanagement - Forstinfo 03/2017
von Wolfram Adelmann (Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege) und Robert Staufern (Bayerische Forstschule)

Logo: Natura 2000
Die Bayerische Forstschule und die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) veranstalteten dieses Jahr im März erstmals gemeinsam ein Seminar zum Thema Natura 2000-Gebietsmanagement im Wald.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den verschiedenen Verwaltungsebenen des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz diskutierten intensiv über planerische Fragen sowie die praktische Umsetzung von Natura 2000 im Wald. Dabei wurden auch kritische Aspekte offen und konstruktiv angesprochen:
  • Wie lassen sich Lichtbaumarten wie beispielsweise die Eiche und Lebensräume, in denen sie vorkommen, erhalten?
  • Wie ist die natürliche Sukzession zu bewerten, wenn sich dadurch ein Lebensraum auf natürliche Weise in einen anderen Lebensraumtyp verwandelt?
  • Wie können naturschutzfachlich begründete Nutzungsvorgaben bei der Waldbewirtschaftung umgesetzt werden?

Gemeinsame Lösungen als Ziel

Ziel des dreitägigen Seminars war es, gemeinsam Lösungen zu erörtern, die Sichtweise der jeweils anderen Seite kennenzulernen und Verständnis dafür zu wecken. Daneben bot das Seminar viele Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich rasch einig, dass solche ressortübergreifende Veranstaltungen künftig häufiger angeboten werden sollten. Nur gemeinsam lassen sich naturschutzfachliche und forstliche Ziele auf der Basis des Naturschutzrechts in Einklang bringen. Hierbei wurden pauschale Lösungen einstimmig abgelehnt. Das Top-Down-Prinzip, das vom Übergeordneten zum Konkreten geht, darf nur für die Rahmenbedingungen gelten. Vielfach braucht es lokal oder regional angepasste Lösungen, die im gegenseitigen Einvernehmen der beiden Fachverwaltungen umgesetzt werden können und den Bewirtschaftern der Flächen eine größtmögliche Flexibilität belassen.

Deutliche Personalerhöhung scheint drinngend notwendig

In der Praxis beklagten beide Seiten eine wachsende Arbeitsbelastung, die sich aufgrund des Zeitdrucks bei der Gebietsplanung von Natura 2000 und der Erstellung von Managementplänen noch verschärfen wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sahen in diesem Zeitdruck einen Widerspruch zur Forderung, die Planung fachlich fundiert und im Einverständnis mit den jeweiligen örtlichen Akteuren durchzuführen. Aus diesem Grund erscheint eine deutliche Personalerhöhung auf beiden Seiten als unausweichlich.

Intensiver Austausch ist wertvoll für alle

Als erfreulich werteten die Anwesenden die vielerorts bewährten lokalen Lösungen im Kleinen. Hier zeigt es sich, wie wertvoll der intensive Austausch von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen mit denjenigen ist, die gerade erst am Beginn der Managementplanung stehen. Auch während des Seminars selbst drehte sich die Diskussion immer wieder um Themen wie Planerstellung, Durchführung Runder Tische und die Einbindung aller Beteiligten.

Eine weitere Voraussetzung für ein erfolgreiches Arbeiten ist die Rechtssicherheit bei allen Arbeitsschritten beider Verwaltungen. Wenn hier Unsicherheiten bestehen, führt dies rasch zu verhärteten Fronten. Die Einstellung: "Bevor ich einen Fehler mache, tue ich lieber nichts", leitet in eine Sackgasse. Auch in diesem Bereich können Beispiele aus Regionen, die sich bereits in der Umsetzungsphase befinden, wertvolle Lösungswege aufzeigen.

Fortsetzung gemeinsamer Seminare wird angeregt

Nach Abschluss des Seminars betonten die Verantwortlichen der Forstschule und der ANL, dass diese gemeinsamen Seminare fortgesetzt werden sollen. Dabei ist es durchaus denkbar, die Themenauswahl regional zu konkretisieren oder Schwerpunkte zu bilden wie beispielsweise zu rechtlichen Fragen, ökologischen Ansprüchen, Planungsinstrumenten oder zur forstwirtschaftlichen Umsetzung.
Die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) ist die Bildungs- und Forschungseinrichtung für modernen Naturschutz und innovative Umweltbildung des Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Sie wurde 1976 als erste Naturschutzakademie Deutschlands in Laufen an der Salzach gegründet. Jedes Jahr bietet die Akademie über 100 Veranstaltungen zu den Themenbereichen Artenschutz, Ökologie, Planung und Recht an. Außerdem fördert sie den Dialog und die Vernetzung zwischen den Akteuren in Naturschutz und Landschaftspflege. Nähere Informationen dazu finden Sie im Internet unter:

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