Buchenstamm und -zweig mit Frühlingslaub (Foto: Jan Böhm)

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Georg-Dätzel-Medaille für das Projekt "Viele Völker für einen vielfältigen Bergwald"
Bergwaldoffensive ausgezeichnet - Forstinfo 03/2017
von Redaktion Forstinfo

Die Bergwaldoffensive (BWO) hat sich in den letzten Jahren zu einem Erfolgsrezept der Bayerischen Forstverwaltung entwickelt. Ihr Ziel ist es, vom Klimawandel bedrohte Fichtenwälder in den bayerischen Alpen in klimatolerante Mischbestände umzuwandeln. Dazu setzen sich alle Beteiligten in einem abgegrenzten Projektgebiet an einen Tisch und erarbeiten zusammen mit den Projektleitern der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) zukunftsfähige Lösungen für den Bergwald.

Viele Völker für einen vielfältigen Wald

Eines dieser Projekte ist die Aktion "Viele Völker für einen vielfältigen Wald", welche Sebastian Klinger und Stephan Philipp von den Ämtern in Traunstein und Holzkirchen gemeinsam mit dem Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste e. V. organisierten.

Seit 2013 fanden im Rahmen dieses Projekts fünf Workcamps statt, an denen 63 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren aus 16 Nationen von Südkorea, Taiwan über Russland, Polen oder Ungarn bis Frankreich und Spanien teilnahmen. Dabei pflanzten die Freiwilligen bislang über 22.000 junge Tannen, Lärchen, Bergahorne und weitere Baumarten. Außerdem legten sie Steige zur Erschließung unzugänglicher Bergwälder an oder bauten Hochsitze als Voraussetzung für eine erfolgreiche Bejagung von Verjüngungsflächen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Camps leisteten aber nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Waldumbau und unterstützten tatkräftig die jeweiligen Waldbesitzer, sondern lernten auch viel über den Bergwald und seine Funktionen. Schließlich diente die gemeinsame Arbeit für eine gute Sache und das gesellige Miteinander in den Camps auch der Völkerverständigung.

Georg-Dätzel-Medaille für Bergwald-Projekt

Gruppenfoto (von links): Heinrich Förster, Geschäftsführer des Zentrums Wald-Forst-Holz, Stephan Philipp vom AELF Holzkirchen, Professor Michael Weber, Leiter des Zentrums Wald-Forst-Holz, Sandra Rosenzweig von der Bonner Geschäftsstelle des Vereins Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), Sebastian Klinger vom AELF Traunstein und Professor Reinhard Mosandl.Zoombild vorhanden

Verleihung der Georg-Dätzel-Medaille für das BWO-Projekt
(Foto: Christoph Josten)

Dieser waldpädagogische Ansatz im Konzept der Workcamps überzeugte die Jury am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan, weshalb sie die Bergwaldoffensive an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen und Traunstein sowie den Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste e. V. mit der Georg-Dätzel-Medaille 2016 auszeichnete.

Die Medaille würdigt seit 2011 besondere Leistungen bei der Verbreitung von Waldwissen. Der Preis erinnert an Georg Anton Dätzel, den ersten Leiter der 1790 in München gegründeten und 1803 nach Weihenstephan verlegten Forstschule. Sein Name ist bis heute untrennbar mit der Begründung der angewandten Forstwissenschaft und der Verbreitung forstlichen Wissens verbunden.

Die Entscheidung der Jury begründete Professor Reinhard Mosandl, Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald-Forst-Holz, bei der Preisverleihung. Für ihn tragen die internationale Ausrichtung des ausgezeichneten Projekts der Bergwaldoffensive und eine breite Medienberichterstattung darüber wesentlich zur Verbreitung forstlicher Themen in der öffentlichen Diskussion bei.

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