Der Lohn nach Jahrzehnten der Waldpflege
Holzernte und Waldverjüngung

Sie als Waldbesitzer/in stellen mit der Holzernte die Weichen für die Verjüngung des Waldes und damit für die künftige Mischung, Stabilität und Qualität der Bestände.

Bei der Holzernte wird das Generationenprojekt Wald am deutlichsten. Sie als heutiger Waldbesitzer ernten den Lohn, der vor allem aus der Arbeit Ihrer Vorgänger entstanden ist. Gleichzeitig investieren Sie in den Erfolg kommender Generationen.

Ernte reifer Bäume planen und vorbereiten

Bevor Sie so richtig mit der Holzernte loslegen, ist es wichtig, vorab über die Ziele für den Bestand nachzudenken.

Aus welchen Baumarten soll der zukünftige Wald bestehen?

Wie begründe ich die folgende Generation an Bäumen?

Gibt es Bäume die als Samenbäume nutzbar sind?

Welche Bäume sind besonders wertvoll?

Welche Bäume sind von hohem ökologischem Wert?

Dienen Bäume als Brut- und Nistbäume?

Ihre Beratungsförsterin bzw. ihr Beratungsförster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beantwortet gerne Ihre Fragen zum waldbaulichen und zielorientierten Vorgehen in Ihrem Wald.

Ab dem Zeitpunkt, wo es um die Durchführung konkreter Maßnahmen geht, wechselt Ihr Ansprechpartner. Sie können sich dann an forstliche Dienstleister wenden (z. B. Forstbetriebsgemeinschaften, Forstunternehmer oder Waldbesitzervereinigungen). Achten Sie dabei darauf, dass Ihr Ansprechpartner über eine solide und fundierte, forstwirtschaftliche Qualifikation verfügt.

Zeit nehmen und lassen

Die Planung der Holzernte sollte sorgfältig und rechtzeitig geschehen. Nehmen Sie sich Zeit und lassen Sie Ihrem Wald Zeit, sich an die Veränderungen zu gewöhnen.

Waldbauliche Verfahren

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu Stapeln zusammengefasst im Wald Zoombild vorhanden

Mit guter Planung gelingt der Holzeinschlag und die Verjüngung wird gefördert
(Foto: J. Böhm)

Großflächige Kahlhiebe gehören nicht zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Lassen Sie die Bäume ausreifen und bevorzugen Sie kleinflächige Verjüngungsverfahren. Erhalten Sie Samenbäume und Biotopbäume und vermeiden Sie Schäden am Boden und an verbleibenden Bäumen.

Voranbau und Unterbau sind bewährte waldbauliche Verfahren zur Förderung der Verjüngung und Steigerung der Holzqualität. Mit verschiedenen Waldverjüngungsverfahren können unterschiedliche Bedingungen für die Verjüngung geschaffen werden.

Waldbauliche Verfahren im Überblick

Holzeinschlag durchführen

Die Holzernte birgt Unfallgefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen.
Waldarbeiter schneidet mit der Motorsäge eine Fichte umZoombild vorhanden

(Foto: J. Böhm)

Waldbesitzer ohne Erfahrung sollten diese Aufgaben Forstprofis überlassen. Bevor Sie selbst im Wald arbeiten, sollten Sie grundsätzlich einen Motorsägenkurs belegt haben. Unabhängig davon ob Sie eigenständig arbeiten oder einen Unternehmer einsetzen: Die Sicherheit hat Vorrang.

Ohne räumliche Ordnung sollte kein Baum im Wald eingeschlagen werden. Die Bestände sollten mit Rückegassen oder Seiltrassen erschlossen sein um Boden- und Stammschäden zu vermeiden. Wichtig ist, dass das Holz geordnet gefällt wird. Somit lassen sich Schäden und Unfallgefahren minimieren und das Holz kann sauber zur Forststraße gebracht werden.

Holzernte in 8 Schritten

Der Holzeinschlag will gut durchdacht und geplant sein. Egal ob eigenhändiges Arbeiten oder Unternehmereinsatz, die Sicherheit hat Vorrang. Die Auswahl der Erntebäume und der Zeitpunkt des Einschlages spielen eine große Rolle.  Mehr

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur naturnahen Waldbewirtschaftung gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

Ihr Förster vor Ort

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