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Der Wald ist ein unersetzlicher Erholungsraum
Erholung und Freizeit im Wald

In den vergangenen Jahren ist eine deutlich zunehmende Nutzung der Wälder mit immer vielfältigeren Aktivitäten zu beobachten. Die Erholungsbedürfnisse der Bevölkerung unterliegen ebenso wie andere Ansprüche an den Wald einem steten Wandel und sind auch stark abhängig vom jeweiligen Einzugsgebiet.

Der Schwerpunkt liegt bei Wandern und Joggen, Radfahren, sowie gebietsweise beim Reiten. Sogenannte Trend- und Funsportarten werden überwiegend in den Wäldern des Alpenraums ausgeübt und stellen neue Herausforderungen an die Lenkung dieser Besucherströme dar. Wesentliche Erholungsfaktoren sind vor allem der naturnah bewirtschaftete Wald selbst und die Forstwege. Besondere bauliche Anlagen dienen als gezielte und bedarfsgerechte Ergänzungen zur Information oder zur Besucherlenkung. Sie sollen möglichst naturnah sein.

Zwischen Erholungssuchenden, die vor allem auf sportliche Aktivitäten fixiert sind, und anderen Erholungssuchenden sowie Interessensvertretern des Naturschutzes oder der Waldbesitzer kommt es aber auch immer wieder zu Konflikten. Ein zunehmendes Problem stellen hier die Mehrbelastungen beim Unterhalt der Wege und bei der Verkehrssicherung (z. B. Absperrungen bei Hiebsmaßnahmen, Beseitigung von Sturmwürfen oder Schneebruch) dar. Der Bayerische Staatswald hat seit jeher eine große Bedeutung für die Erholung im Wald. Es gibt dort seit langem viele Erholungseinrichtungen, so z. B. rund 9.000 km Wanderwege, 1.400 km Radwege, 400 km Reitwege und über 1.000 Parkplätze. Weiterhin stehen eine hohe Anzahl an Wald- und Naturlehrpfaden, Rodelbahnen, Zeltplätzen, Aussichtspunkten, Ruhebänken und mehrere andere Anlagen den Erholungssuchenden zur Verfügung.

Reiten im Wald

Reiten im Wald

Auf dem Rücken eines Pferdes die Schönheit und Weite der Natur zu genießen, Sonne, Wind und Wetter im Gesicht zu spüren, ist für Reiter das höchste Glück auf Erden. Sie suchen auf diese Weise Entspannung und können im Umgang mit ihrem Pferd von den Sorgen des Alltags abschalten. Derzeit gibt es in Bayern über 100.000 Pferde und fast ebenso viele organisierte Reiter.

Dabei kommt es hin und wieder auch zu Konflikten. Nicht alle Teile der freien Natur sind für jedermann frei zugänglich: Landwirte und Waldbesitzer haben berechtigte Interessen und auch der Naturschutz erfordert manchmal, einzelne Flächen von Störungen freizuhalten. Auch Radfahrer und Spaziergänger wollen sich ungestört in der Natur bewegen.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Bestimmungen zum "Reiten im Wald" für Sie zusammengestellt:

Grundlegende Bestimmungen
Das Reiten in der freien Natur - dazu zählt auch der Wald - ist in Bayern vor allem im Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) geregelt. Das Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) verweist hier auf das Bayerische Naturschutzgesetz (Art. 13 Abs. 1 BayWaldG).

Grundsätzlich hat jedermann das Recht auf Erholung in der freien Natur (Art. 141 Abs. 3 Satz 1 Bayerische Verfassung, Art. 21 Abs. 1 BayNatSchG) und darf alle Teile der freien Natur unentgeltlich betreten (Art. 22 Abs. 1 BayNatSchG). Das Reiten zählt zum Betreten (Art. 24 BayNatSchG). Die Ausübung des Betretungsrechts erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr. Vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften werden dadurch besondere Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Grundeigentümer oder sonstiger Berechtigter nicht begründet (Art.13 Abs. 2 BayWaldG).
Welche Pflichten müssen Reiter beachten?
Das Reiten muß natur-, eigentümer- und gemeinverträglich ausgeübt werden. Die Reiter müssen Natur und Landschaft pfleglich behandeln. Sie haben auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht zu nehmen. Die Rechtsausübung anderer Erholungssuchender darf nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt werden (Art. 21 Abs. 2 BayNatSchG). Für das Reiten im Wald und auf landwirtschaftlichen Flächen bestehen außerdem zusätzliche Einschränkungen, um Einbußen für den Grundstücksbesitzer zu vermeiden.
Wo darf man reiten?

Im Wald darf nur auf Straßen und geeigneten Wegen geritten werden (Art. 25 Abs. 2 BayNatSchG, Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG, Art. 13 Abs. 1 BayWaldG).
Entscheidend ist die Eignung des Weges. Die Rechtsprechung hat es dem Waldbesitzer zugestanden, diese Einschätzung (unter Aufsicht der Naturschutzbehörden) zu treffen. Der Waldbesitzer kann aber nicht willkürlich einen Weg als ungeeignet bezeichnen und ihn sperren oder das Reiten untersagen. Er muß die fehlende Eignung gegebenenfalls auch belegen und glaubhaft machen können.

Die Eignung eines Wegs für das Reiten hängt vom Einzelfall ab und richtet sich nach der Beschaffenheit, wie sie für den Weg durchschnittlich oder wenigstens überwiegend besteht. Zum Beispiel kann ein Erdweg in Mulden oder Senken stets so weich sein, dass er auch nach nur vereinzeltem Durchreiten für Fußgänger unpassierbar würde. Ein mit Kies oder Schotter befestigter Waldweg wird in der Regel immer die Eignung zum Reiten aufweisen. Bei einem unbefestigten Erdweg ist dies fraglich. Hier wird die Eignung von der Gefährdung des Wegs abhängen, durch das Reiten beschädigt oder "verschlammt" zu werden. Dies hängt u.a. vom jeweiligen Untergrund, der Geländeform und den überwiegenden Witterungsverhältnissen ab.

Wo darf man nicht reiten?
Innerhalb des Waldbestandes, das heißt zwischen den Bäumen hindurch, ist das Reiten nicht zulässig.
Grundsätzlich nicht geeignet zum Reiten sind Pfade, Steige oder ähnliche schmale Fußwege. Die sogenannten Rückegassen zählen nicht zu den Waldwegen. Hier handelt es sich um in regelmäßigen Abständen angelegte Gassen im Waldbestand, auf denen sich die Rückeschlepper bewegen, um die geernteten Hölzer zur Forststraße zu ziehen. Die Rückegassen gehören zum Waldbestand, so dass auf ihnen das Reiten nicht zulässig ist.

In besonderen Fällen kann das Reiten in der freien Natur durch Einzelanordnungen und Rechtsverordnungen (Art. 26 Abs. 2 BayNatSchG) oder durch Schutzgebietsverordnungen (z.B. Naturschutzgebiete, Wildschutzgebiete) auf bestimmte Wege und Flächen eingeschränkt oder nur zu bestimmten Zeiten gestattet werden. Ob solche Vorschriften bestehen, kann man beim zuständigen Landratsamt erfahren.

Radfahren im Wald

Radfahren im Wald

Wussten Sie schon, dass im Bayerischen Staatswald sehr viele Wege unterhalten werden, die für Radfahrer besonders geeignet sind ?

Wir stehen als Bayerische Forstverwaltung dem Radfahren als gesunde, umweltfreundliche und naturnahe Form der Fortbewegung positiv gegenüber. Dabei bieten sich die Waldwege sowohl für die Freizeitaktivität nach Feierabend wie auch für die Wochenend- oder Urlaubserholung an. Gerade in den stadtnahen Wäldern der Ballungsräume kommt dem Radfahren auch als Alternative zum Auto für den täglichen Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen eine zunehmende Bedeutung zu.

Interessensüberschneidungen mit anderen Erholungssuchenden, Landwirten, Waldbesitzern oder dem Naturschutz können wie beim Reiten im Wald ggf. zu berechtigten aber zum Großteil lösbaren Konflikten führen.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Bestimmungen zum "Radfahren im Wald" für Sie zusammengestellt:

Grundlegende Bestimmungen
Für das Radfahren auf öffentlichen Straßen und Wegen gelten die Bestimmungen des Bayerischen Straßen- und Wegegesetzes und der Straßenverkehrsordnung.
Das Radfahren in der freien Natur - dazu zählt auch der Wald - ist in Bayern im Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) geregelt.

Das Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) verweist hier auf das Bayerische Naturschutzgesetz (Art. 13 Abs. 1 BayWaldG).

Grundsätzlich hat jedermann das Recht auf Erholung in der freien Natur (Art. 141 Abs. 3 Satz 1 Bayerische Verfassung, Art. 21 Abs. 1 BayNatSchG). Danach dürfen alle Teile der freien Natur unentgeltlich betreten werden (Art. 22 Abs. 1 BayNatSchG). Das Radfahren auf geeigneten Wegen ist dem Betreten zu Fuß grundsätzlich gleichgestellt. Dem Fußgänger gebührt der Vorrang (Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG). Die Ausübung des Betretungsrechts erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr. Vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften werden dadurch besondere Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Grundeigentümer oder sonstiger Berechtigter nicht begründet (Art.13 Abs. 2 BayWaldG).
Welche Pflichten müssen Radfahrer beachten?
Das Radfahren muss natur-, eigentümer- und gemeinverträglich ausgeübt werden. Die Radfahrer müssen Natur und Landschaft pfleglich behandeln. Sie haben auf die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten Rücksicht zu nehmen. Die Rechtsausübung anderer Erholungssuchender darf nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt werden (Art. 21 Abs. 2 BayNatSchG).

Wichtig: Waldwege dienen in erster Linie dem Forstbetrieb.

  • Als Radfahrer muss man stets mit Hindernissen und Unebenheiten!
  • Radfahrer müssen so vorsichtig fahren, dass Sie rechtzeitig anhalten können!
  • Radfahrer mit Köpfchen tragen einen Helm!
Wo darf man Rad fahren?
Im Wald darf nur auf Straßen und geeigneten Wegen sowie geeigneten Privatwegen Rad gefahren werden (Art. 25 Abs. 2 BayNatSchG, Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG, Art. 13 Abs. 3 BayWaldG), soweit dies nicht durch amtliche Verkehrszeichen nach der StVO untersagt ist. Bei Privatwegen ohne amtliche Verkehrszeichen kommt es auf die Eignung des Weges an. Diese hängt vom Einzelfall ab. Nur bei ausreichender Breite eines Weges können Fußgänger (Wanderer) den ihnen nach Art. 23 Absatz 1 Satz 2 BayNatSchG gebührenden Vorrang auch tatsächlich gefahrlos wahrnehmen. Die jeweils als geeignet anzusehende Breite der Wege richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles, z.B. der Häufigkeit der Benutzung durch Fahrradfahrer und Fußgänger, Fahrbahnbelag, Steigung, Kurven, Übersichtlichkeit. Der weit überwiegende Teil der forstwirtschaftlichen Wege in Bayern erfüllt die rechtlichen Voraussetzungen für das Fahrradfahren und steht damit zur Benutzung frei. Ein mit Kies oder Schotter befestigter Waldweg weist in der Regel die nötige Eignung auf.
Wo darf man nicht Rad fahren?
Innerhalb des Waldbestandes, das heißt zwischen den Bäumen hindurch, ist das Radfahren generell nicht zulässig. Dies gilt auch für Mountainbiker.

Ungeeignet für das Radfahren sind ferner

  • Wege, wenn durch das Radfahren eine nachhaltige Beeinträchtigung oder Störung des Naturhaushalts nicht auszuschließen ist,
  • Wege, die auch häufig von Wanderern benutzt werden und keine ausreichende Breite aufweisen,
  • Wege, die wegen laufender Betriebsarbeiten (z.B. Holzfällung), umgestürzter Bäume oder Schäden am Wegekörper vorübergehend nicht befahren werden können,
  • Pfade, Steige oder ähnliche schmale Fußwege und Lehrpfade.
Auch auf den Rückegassen (in regelmäßigen Abständen angelegte Gassen zwischen den Bäumen) ist das Radfahren nicht zulässig, da sie nicht zu den Waldwegen, sondern zum Waldbestand zählen.

In besonderen Fällen kann das Radfahren auf Privatwegen in der freien Natur auch durch Einzelanordnungen und Rechtsverordnungen (Art. 26 Abs. 1 BayNatSchG) oder durch Schutzgebietsverordnungen (z.B. für Naturschutzgebiete, Wildschutzgebiete) auf bestimmte Wege beschränkt oder nur zu bestimmten Zeiten gestattet werden. Ob solche Vorschriften bestehen, kann man beim zuständigen Landratsamt erfahren.

Wandern im Wald

Wanderer im Nationalpark Berchtesgaden (Foto: LWF)

Wussten Sie schon, dass für den Großteil der Bevölkerung der Wald das wichtigste Erholungsgebiet ist? Wie Umfragen zeigen, besucht im statistischen Durchschnitt jeder Bayer den Wald fünfmal im Jahr.

Der Wald ist für die Erholung des Menschen sehr wichtig. Zugänglich wird der Wald für den Besucher aber erst durch die Forst- und Wanderwege. Vor allem in der Umgebung von Städten, Fremdenverkehrs- und Kurorten ist der Wald zusätzlich zu den Forstwirtschaftswegen mit speziellen Wander-, Rad- und Reitwegen erschlossen. Trimm-Dich-Pfade, Wildgehege, Rastplätze und Lehrpfade im Wald sind beliebte Anlaufpunkte.

Wenn die Erholungssuchenden dabei auf den Wegen bleiben, werden die Tiere des Waldes nicht unnötig gestört. Besonders auf empfindlichen Standorten, wie Mooren oder an Steilhängen kann häufiges Betreten den Pflanzenbewuchs zerstören. Und außerdem: Auf den Waldwegen kommt man doch viel besser voran als im tiefen Wald. Bei allen positiven Eigenschaften des Waldes - bitte bedenken Sie, dass auch im Wald Gefahren drohen können. Daher sind einige Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Beispielsweise können Zecken gefährliche Krankheiten übertragen, Beeren können mit dem Fuchsbandwurm infiziert sein. Vor allem Kinder müssen vor dem Verzehr von giftigen Beeren oder Pilzen bewahrt werden. Gewitter oder rasch wechselndes Wetter im Hochgebirge können zu gefährlichen Situationen führen.

Waldzeltplätze in Bayern

Gemeinden, Privatleute und die für die Bewirtschaftung des Staatswaldes zuständigen Stellen haben im oder am Rande von Bayerns Wäldern zahlreiche Zeltplätze geschaffen. Eine Auswahl davon finden Sie hier:

Der Wald: Apotheke, grüne Lunge und Klimaanlage

Kirschblüte (Foto: V. Binner)

Die Wildkirsche ist für Mensch und Tier eine Wohltat

Seit Jahrtausenden liefert der Wald dem Menschen Blüten, Früchte, Blätter, Rinde, Holz und Wurzeln als Heilmittel. In den Wäldern ist die Luft so staubarm, wie sonst nur am Meer oder in großen Höhen. Durch die ätherischen Stoffe, die die Pflanzen des Waldes abgeben, duftet die Waldluft erfrischend und ist heilsam für die Atemwege.

Im Wald herrscht ein ausgeglichenes Klima. Die Baumkronen dämpfen allzu intensive Sonneneinstrahlung. Die Verdunstung der Blätter schafft im Sommer zudem ein angenehmes, kühles Waldklima. Vogelstimmen, Insektensummen und das Rauschen der Blätter stehen in erholsamen Gegensatz zum Lärmstreß von Verkehr und Arbeitsalltag.

Gefahr durch Zecken

Zecken sind Spinnentiere. Aus den vom Zeckenweibchen abgelegten Eiern schlüpfen rund 0,5mm große Zeckenlarven. Zur weiteren Entwicklung vom Larven- zum ungefähr 1,5mm großen Nymphenstadium und dann zum erwachsenen Männchen oder Weibchen ist das Saugen von Blut notwendig.

Der Fuchsbandwurm

Der kleine Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist in Bayern und anderen Teilen Deutschlands verbreitet.

Geschichte des Waldes in Bayern

Wertholzsubmission im 19. Jahrhundert (Foto: LWF)

Wertholzsubmission im 19. Jahrhundert

Nach der letzten Eiszeit vor circa 12.000 Jahren war Bayern zunächst eine unbewaldete Tundrenlandschaft. Erst mit der Klimaerwärmung siedelten sich wieder Bäume und Sträucher an.

Die Kiefer und die Birke waren die ersten Waldbäume. Nach und nach folgten unsere heutigen Laub- und Nadelbäume. Sie bedeckten Bayern so gut wie vollständig mit Wald. Im Flachland entwickelten sich überwiegend Buchen- und Buchenmischwälder, in den höheren Gebirgs- und Mittelgebirgslagen Fichtenwälder.

Wald und Mensch

Der Wald war für den Menschen lange Zeit ein Hindernis. Jungsteinzeitliche Bauern begannen als erste auf den besten Böden Wälder zu roden. Dennoch fanden Jahrtausende später um Christi Geburt die Römer in Bayern immer noch große unbesiedelte Waldgebiete vor. Im Mittelalter wurde der Wald in mehreren Rodungsperioden zugunsten landwirtschaftlicher Flächen massiv zurückgedrängt. Um 1350 n. Chr. war schließlich nur noch rund ein Drittel Bayerns mit Wald bedeckt und das heutige Landschaftsbild war in seinen Grundzügen entstanden.

Die verbliebenen Wälder wurden zunehmend durch große Kahlschläge, Streunutzung und Köhlerei ausgebeutet. Zusätzlich verhinderten die Beweidung der Wälder durch Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine und zum Teil sehr hohe Wildstände eine natürliche Waldverjüngung. Durch diesen jahrhundertelangen Raubbau waren die Wälder um 1600 stark verlichtet und mit vielen baumfreien Flächen (= Kahlflächen) durchsetzt.

Wald und Forstwirtschaft

Vor etwa 400 Jahren begannen an vielen Orten die Fürsten und ihre Förster Regeln für die Waldwirtschaft aufzustellen (z.B. Bayerische Forstordnung von 1568), um die drohende Holzverknappung abzuwenden. Der dreißigjährige Krieg und große Seuchen, z.B. die Pest, führten jedoch dazu, dass es noch fast 200 Jahre dauerte, bis landesweit eine pflegliche und nachhaltige Forstwirtschaft eingeführt werden konnte.

Die völlig ausgeplünderten Wälder und Ödländer wurden überwiegend mit den gegen Frost, Trockenheit und Wildverbiß weniger empfindlichen Nadelbäumen Fichte und Kiefer aufgeforstet. Häufig wiederkehrende katastrophale Schäden durch Sturm, Naßschnee oder Insektenbefall führten jedoch immer wieder zu Kahlflächen in diesen Wäldern.

Bereits vor 200 Jahren begannen Förster und Waldbesitzer auch Laubbäume in diese ausgeplünderten Waldbestände einzubringen. Üppiger Unkrautwuchs, starker Wildverbiss und Frühjahrsfröste verhinderten aber an vielen Orten das Aufwachsen der gepflanzten und gesäten Laubbäume.

Heute schaffen die Förster und Waldbesitzer konsequent stabile und dem jeweiligen Standort angepasste Mischbestände aus Laub- und Nadelbaumarten. In diesen Mischwäldern finden nicht nur viele Pflanzen und Tiere einen Lebensraum, hier wird auch der ökologisch wertvolle Rohstoff Holz auf umweltfreundliche, naturnahe Art erzeugt.

Die Bewirtschaftung der Wälder nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit wird in Bayern durch das Waldgesetz für Bayern gewährleistet und ist damit eine Selbstverständlichkeit.