Meet the Prof – Erfolgreiche Online-Veranstaltung

Am 7. Mai 2021 trafen sich bereits zum dritten Mal Fachkräfte und Multiplikatoren zur haushaltswissenschaftlichen Tagung "Meet the Prof".

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, aktuelle Forschungsschwerpunkte von Professorinnen aus Hochschulen und Universitäten zu haushaltswissenschaftlichen Themen kennen zu lernen. Im Online-Format tauschten sie sich zu aktuellen Fragen aus. Judith Regler-Keitel, die Leiterin des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft (KoHW), führte durch das Programm.

Dokumentenservice für Tagungsteilnehmerinnen
Die Abstracts stehen für die Tagungsteilnehmer bis Ende Juni zum Nachlesen zur Verfügung.
Bitte beachten Sie die Urheberrechte an den Unterlagen. Sie liegen bei den Autoren.

Zusammenfassung der Vorträge

Person hebt Bluse vor einen Baum
Verhalten oder Kontext? – Der Umwelteinfluss unseres Konsums am Beispiel Bekleidung
Professorin Dr. Gwozdz (Universität Gießen) stellte am Beispiel Kleidungskonsum dar, wie Verhaltensänderungen Einfluss auf die CO2-Entstehung im privaten Umfeld haben. Anhand von Studiendaten aus den Ländern Deutschland, Polen, Schweden und USA veranschaulichte sie ihre Aussagen. In der Studie ermittelten Umweltingenieure zunächst die CO2-Erzeugung von Kleidung in der Produktion- und Nutzungsphase. Parallel dazu erfassten sie Wasch- und Kleidungstragegewohnheiten im privaten Bereich. Bei der CO2-Entstehung kristallisierten sich, vor allem in der Nutzungsphase, große Unterschiede zwischen den Ländern heraus. Schweden liegt dabei deutlich niedriger als die anderen Länder. Beispielhafte Gründe dafür sind, dass Schweden weniger Trockner einsetzen und ihre Kleidung, vor allem Jeans, weniger waschen. Die Studie belegt somit, dass sich die CO2-Erzeugung über das Verhalten reduzieren lässt.
Eine junge Frau befüllt eine industrielle Waschmaschine
Kostenanalyse einer Wäscherei
Professorin Dr. Dasbach präsentierte eine 12-Schritte-Methode zur Ermittlung der Kosten in der eigenen Wäscherei. Dabei betonte sie, dass man nicht fragen darf, ob es günstiger ist, Wäsche selbst zu waschen oder fremd zu vergeben. Denn eine interne Wäscherei hat andere Arbeitsschritte als eine Fremdwäscherei. Ein Vergleich von Preisen aus Fremdwäschereien mit entstandenen Kosten in hauseigenen Wäschereien, fällt häufig zuungunsten der hauseigenen Wäscherei aus. Denn hauseigene Wäschereien verrichten aufwändige Handarbeit. Dasbach sprach sich dafür aus, die Kosten der einzelnen Prozessschritte den Faktoren zuzuordnen, wo sie entstehen. Gerade beim Thema Wäsche darf man nicht nur auf Rentabilität schauen, sondern muss – gerade in Seniorenheimen – auch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner im Blick haben.
Hände mit Stiften und Blöcken
Wissenschaftlicher Nachwuchs im Gespräch mit dem KoHW

Die beiden Studentinnen Barbara Pfindel und Verena Mengele stellten in einem Gespräch mit dem KoHW ihre Masterarbeiten vor. Pfindel befasste sich in ihrer Masterarbeit mit dem Qualifizierungsbedarf für Beschäftigte der Hauswirtschaft in Kindertagesstätten, Mengeles Masterarbeit betrachtete staatliche Maßnahmen zur Förderung des Umweltbewusstseins im Privathaushalt. Readspeaker-Icon - ein Klick aktiviert die Vorlesefunktion

Gestaltung eines hauswirtschaftlichen Qualifizierungsangebotes für Kindertagesstätten

Betrachtung staatlicher Maßnahmen zur Förderung des Umweltbewusstseins im Privathaushalt

Junge Frau und Seniorin an einem Obstregal im Supermarkt
Haushaltsnahe Dienstleistungen im Lebensverlauf – Bedarf und Perspektiven
Professorin Dr. Küster legte dar, wie sich der Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen im Verlauf des Lebens ändert. Einflussfaktoren sind z. B. Berufstätigkeit oder bestimmte Lebenssituationen. Haushaltsnahe Dienstleistungen bieten zur Entlastung im Lebensverlauf vielfältige Möglichkeiten. Gerade Frauen gewährleisten sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch Berufswahlentscheidungen stehen in Verbindung mit haushaltsnahen Dienstleistungen. Zum Beispiel, wenn es um den Wiedereinstieg nach einer Familienphase geht.
Zwei Hände halten ein weißes Häuschen
Quartierskonzepte für nachhaltige Lebensstile und Sicherung der Alltagsversorgung
Quartierskonzepte sind weit verbreitet, um die Daseinsvorsorge im unmittelbaren Lebensraum der Menschen zu sichern und nachhaltige Lebensstile umzusetzen. Bisher sind beide Ansätze der Daseinsvorsorge und des nachhaltigen Quartiers noch wenig miteinander verbunden. Professorin Dr. Schack erläuterte zunächst, welche Konzepte es zu "Hauswirtschaft im Quartier" gibt, z. B. die Bewirtschaftung von Stadtteil- oder Wohncafés. Anschließend stellte sie einzelne Projekte im Quartier vor, die eng mit der Regionalvermarktung verbunden sind, z. B. Marktschwärmerei, Foodsharing und Solidarische Landwirtschaft.
Seniorin und Pflegerin falten gemeinsam Servietten, Senior liest am Tisch Zeitung
Hausgemeinschaftskonzepte – Eine Chance für die Hauswirtschaft
Gemeinsam mit der Hochschule Fulda hat das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft 19 stationäre Senioreneinrichtungen befragt, die mit Haus- bzw. Wohngemeinschaftskonzepten arbeiten. Ziel der Interviews war es, herauszufinden, wie Einrichtungen hauswirtschaftliche Fachkräfte platzieren können. Es zeigt sich: Das Personal benötigt spezifische Kenntnisse, um den Bewohnern Alltagsnormalität, Teilhabe, Selbstbestimmung und eine bedarfsorientierte Versorgung zu bieten. Gerade hauswirtschaftliches Fachpersonal hat diese Qualifikationen. Einrichtungen setzen solches aber aus finanziellen Gründen zu selten ein. Es braucht gute Konzepte, damit hauswirtschaftliche Kräfte Einsatz finden.

Einführung eines Hausgemeinschaftskonzepts