Johanna
So vermeide ich Lebensmittelabfälle

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Vor Kurzem ging ich zum Einkaufen für die kommende Woche und schlenderte durch die Gänge, bis ich auf eine Tüte älterer Brötchen gestoßen bin. Brötchen, die zum Verzehr noch gut waren, aber für den Verkauf schon zu alt. Der Supermarkt hatte sie deswegen um 50 Prozent reduziert.

Jeder Deutsche wirft pro Jahr fast 55 Kilogramm Lebensmittel in den Müll, dabei kann man Lebensmittelabfälle mit kleinen Verhaltensänderungen vermeiden. Ich habe ein paar Tipps und Tricks, wie dir das gelingt.

Einkäufe planen

Vorratsschrank mit verschiedenen Konserven
Wir kennen das: Man geht unter Zeitdruck durch den Supermarkt und packt alles in den Wagen, was gut aussieht und auf den Verpackungsbildern viel verspricht. Oftmals kaufen wir dabei zu viel ein und werfen am Ende zahlreiche Lebensmittel weg. Um das zu verhindern, ist eine gute Wochenplanung das A und O. Bevor wir zum Einkaufen gehen, sollten wir zu Hause unsere vorhandenen Vorräte überprüfen. Dabei kann man gleich überlegen, wie man diese innerhalb der nächsten Tage verbrauchen kann.
Eine gewisse Grundausstattung in deinem Vorratsschrank erleichtert dir die Essensplanung.

Hier ein paar Dinge, die in deinem Vorratsschrank nicht fehlen sollten:

  • Mehl, Zucker und Backwaren
  • Konserven, z. B. Tomatenmark, Gemüse oder Obst
  • Kartoffeln, Reis und Nudeln
  • Tee und Kaffee
  • Salz und Gewürze
  • Zwiebeln und Knoblauch

Tipp:

Schreibe dir eine Liste und versuche möglichst nur das zu kaufen, was auf deinem Einkaufszettel steht. So vergisst du nichts und kaufst auch nur die Dinge, die du wirklich brauchst. Außerdem solltest du nicht hungrig einkaufen gehen, das führt schnell dazu, dass man zu viel kauft. Ein hungriger Magen ist ein schlechter Einkaufsberater.

Richtig transportieren und lagern

Wenn du einige Regeln beachtest, vermeidest du, dass deine Vorräte schlecht werden und du sie wegwerfen musst:

  • Stelle (vor allem im Sommer) bei gekühlten und gefrorenen Produkten die Kühlkette sicher, d. h. transportiere diese Produkte am besten in einer Kühltasche und räume sie zu Hause schnell ein.
  • Lagere deine (trockenen) Lebensmittel dunkel und gut verschlossen. Fülle angebrochene trockene Lebensmittel am besten in Vorratsgläser oder -behälter, damit vermeidest du Befall mit Ungeziefer (z. B. Lebensmittelmotten).
  • Stelle neue Waren nach hinten und verbrauche zuerst die älteren Produkte. Kleiner Tipp: Solltest du ein Lebensmittel angebrochen und nicht vollständig verbraucht haben, kennzeichne dieses am besten mit Datum. So weißt du genau, bis wann du das Produkt aufbrauchen solltest.

Haltbar machen

Selbstgemachtes Pesto in einem Glas
Sollte es dir trotz guter Planung doch einmal passiert sein, dass du zu viel eingekauft hast und nicht alles aufbrauchen konntest, müssen diese Lebensmittel noch lange nicht in die Tonne wandern. Haltbar machen ist hier das Stichwort. Dabei kannst du kreativ sein! Überreife Früchte kannst du zum Beispiel zu Kompott weiterverarbeiten, Gemüse zu Aufstrichen und ältere Brötchen zu Semmelknödeln. Im Internet findest du viele Rezepttipps zur Verarbeitung von Lebensmitteln. Ich bin mir sicher, du findet für jedes Produkt noch eine sinnvolle Verwendung.

Extra-Tipp: Einkaufen auf Märkten

Botschafterin Johanna auf einem Wochenmarkt
Ihr kennt das sicherlich auch: Für euren Gemüseauflauf braucht ihr genau eine Paprika, zwei Tomaten, eine halbe Zucchini und 100 Gramm Käse. Im Supermarkt gibt es aber oft nur XXL-Packungen, die ihr gar nicht verbrauchen könnt, und obendrauf sind alle Lebensmittel auch noch doppelt und dreifach verpackt. Das sorgt für viel Müll und verursacht unnötige Lebensmittelabfälle. Um das zu vermeiden, habe ich einen tollen Freizeittipp für euch: In jeder Region finden in der Regel Wochenmärkte statt. Dort könnt ihr genau die Mengen einkaufen, die ihr benötigt und zusätzlich noch die Verkäufer fragen, woher die Produkte kommen oder unter welchen Bedingungen sie geerntet wurden. Außerdem tut ihr der Umwelt noch etwas Gutes, denn auf Märkten erhaltet ihr meist saisonale Produkte von regionalen Erzeugern, die keine langen Transportwege hinter sich haben. Auch mit den Menschen aus der Region lassen sich auf einem Markt wunderbare Kontakte schließen. Was gibt es Besseres als am Mittagstisch sein Essen zu genießen und genau zu wissen, wo es herkommt?

Ihr merkt also, dass es zahlreiche Möglichkeiten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen gibt. Achte beim nächsten Einkauf mal darauf und werde auch du zum Lebensmittelretter!
Deine Johanna