Dachlandschaft eines fränkischen Dorfes mit  vier markanten Fachwerksgiebeln

Zeitgemäßes Wohnen in einem Denkmal – überzeugendes Miteinander von Alt und Neu schafft wohnlichen Mehrwert

Traufseitige Fassadenansicht; Sanierter alter Blockbau mit neuem Anbau

Die Sanierung des ehemaligen Wohnstallhauses in Oberried ist ein gelungenes Beispiel aktiver Innenentwicklung. Das ehemalige Bauernhaus aus dem Jahr 1753 wurde einer neuen und zukunftsorientierten Nutzung zugeführt und ist als Baudenkmal gleichzeitig wichtiger Träger der dörflichen Baukultur. Es beweist, dass auch in Baudenkmälern zeitgemäßes Wohnen überzeugend verwirklicht werden kann.

Das ehemalige Wohnstallhaus orientiert sich mit seiner nördlichen Traufseite zur Dorfstraße und ist von hier aus erschlossen. Der Wohnteil ist über beide Geschosse als verschindelter Blockbau ausgeführt. Der teilweise eingestürzte Stallteil war als Mauerwerkskonstruktion ausgeführt und mit böhmischen Kappengewölben überspannt. Das Obergeschoss ist in Holzständerkonstruktion gebaut. Die Gliederung des Hauses wurde erhalten und belegt den für den Bayerischen Wald prägenden Typus des Mittelflezhauses – eines der letzten im Landkreis Regen. Es war auch der letzte bestehende Teil einer ehemaligen Hofstelle im Ort und deswegen von besonderer ortsbildprägender und sozial-volkskundlicher Bedeutung.
Mit der Instandsetzung des Gebäudes konnte der Standard KfW Effizienzhaus 70 erreicht werden; Heizung und Warmwasserbereitung erfolgen ausschließlich mit Stückholz. Das Projekt beeinflusst das gebaute Umfeld positiv, trägt zur Innenentwicklung und zum Flächensparen bei und stellt einen vorbildlichen Beitrag zur gebauten Heimatpflege dar.

Bauherr: Matthias Neumeier, Oberried
Architekturbüro Naumann, Regensburg
Dorferneuerung Oberried, Gemeinde Drachselsried, Landkreis Regen
Abbildung: Thomas Lauer, München