Leicht hängige Ackerlandschaft mit blühendem Rapsfeld am Bildhorizont. Auf drei von vier weiteren Feldern ist die Saat aufgegangen. Bebuschte Raine strukturieren die Landschaft.

Moggast
Kommunale Landschaftsplanung durch Bodenmanagement realisiert - Flächen zur Ergänzung des Biotopverbundsystems werden an ökologisch sinnvoller Stelle bereitgestellt

Die Flurlagen von Moggast und Wolkenstein liegen im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst und bereichern diesen nun naturschutzfachlich und landschaftsästhetisch so, wie es der kommunale Landschaftsplan vorsieht. Weitere Maßnahmen steuerte die Teilnehmergemeinschaft freiwillig bei. Es ist dem Verständnis der Landwirte für Naturschutz und Landschaftspflege zu verdanken, dass sich eine ehemals sehr offene Landschaft nun wieder in der typischen Landschaftsstruktur der Kulturlandschaft Fränkische Schweiz zeigt.

Biotopverbund ist nun stabil

Das Projekt wurde von der Stadt Ebermannstadt initiiert. Über ihre eigenen und die im Rahmen des Bodenmanagements erworbenen Flächen verbindet sich nun das geschaffene Biotopverbundsystem mit seinem Umfeld durch 15 neue Einzelelemente auf insgesamt 4,3 Hektar u. a. durch große ökologische Pufferflächen an südexponierten Waldrändern oder ein Feuchtbiotop. Zudem bereichern 245 neue Obstbäume, die Landwirte im Rahmen der Mitmachaktion »Mehr Grün durch Ländliche Entwicklung« freiwillig auf ihren Grundstücken gepflanzt haben, das Landschaftsbild. Die Landschaft von Moggast und Wolkenstein ist nun ökologisch stabil und im Gleichgewicht sowie agrarstrukturell weiterhin interessant.

Lange und bewährte Kooperationspartner

Die Stadt Ebermannstadt setzt seit vielen Jahrzehnten mit viel Erfolg auf die Zusammenarbeit mit der Ländlichen Entwicklung. Dies hat sich einmal mehr bewährt, als es nun darum ging, den Landschaftsplan in Moggast und Wolkenstein zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege in Einklang zu bringen. Konkrete Aufgabe war es, für die Stadt Ebermannstadt die erforderlichen Flächen für ein Biotopverbundsystem in einem Gebiet mit über 200 Hektar bereit zu stellen. Der Schlüssel dazu hieß Bodenmanagement.

Fürs Projekt die Schulbank gedrückt

Doch zunächst wurde vor der förmlichen Einleitung einer Flurneuordnung eine Startphase durchgeführt. 14 engagierte Bürgerinnen und Bürger besuchten zuerst ein Seminar an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung Klosterlangheim. Danach befassten sie sich in einem Arbeitskreis mit der Machbarkeit der Zielsetzungen des kommunalen Landschaftsplanes unter Berücksichtigung ihrer landwirtschaftlichen Interessen. So entstand die Bereitschaft der Landwirte für dieses Projekt.

In zwei Jahren zum Erfolg

Von der förmlichen Einleitung der Flurneuordnung bis zur Übernahme der neuen Grundstücke vergingen lediglich zwei Jahre. Mit Hilfe des Bodenmanagements wurden Grund und Boden für Naturschutz und Landschaftspflege an die erforderlichen Stellen transferiert und die Ziele des Projektes mit den landwirtschaftlichen Interessen des Voll- und der 13 Nebenerwerbsbetriebe abgestimmt. Die zusätzliche Zusammenlegung von Wirtschaftsflächen verbessert darüber hinaus das Ergebnis der Flurneuordnung aus dem Jahre 1970. Neu angelegt wurde auch ein Andachtsplatz mit Streuobstwiese für die bekannten Wallfahrten nach Gößweinstein, eine der zusätzlichen Maßnahmen der Teilnehmergemeinschaft zu den ursprünglichen Planungen der Stadt Ebermannstadt.
Voraussetzung für das Gelingen der Flurneuordnung war die enge Zusammenarbeit zwischen der Teilnehmergemeinschaft, der Stadt Ebermannstadt, dem Amt für Landwirtschaft und Forsten, dem Bayerischen Bauernverband, der Unteren Naturschutzbehörde und dem Kreisfachberater für Obst- und Gartenbau.

Projektträger
Flurneuordnung Moggast, Stadt Ebermannstadt, Landkreis Forchheim