Dachlandschaft eines fränkischen Dorfes mit  vier markanten Fachwerksgiebeln

Cronheim
Mit neuer Würde wird die alte Synagoge als soziale Einrichtung in das Dorfleben integriert

Nach Sanierung: Mächtiger Baukörper der Synagoge mit zwei Vollgeschossen und Walmdach. Die weißen, sechsfeldrigen Sprossenfenster haben Gewände und ein hervorstehendes weißes Bankgewände.

Der 1816 errichtete prägnante, zweigeschoßige Walmdachbau der ehemaligen Synagoge und jüdischen Grundschule hat nach der Schändung 1938 und langem Leerstand nun sein historisches Erscheinungsbild zurückerlangt. In direkter Sichtbeziehung zum Schloss Cronheim, in dem die einstige Vielfalt und Einzigartigkeit des jüdischen Lebens in einem Museum aufgearbeitet ist, prägt das geschichtsträchtige Gebäude nun wieder eindrucksvoll den Ortskern von Cronheim.

Im Juni 2011 wurde die ehemalige Synagoge Teil des Therapiezentrums der Arbeiterwohlfahrt im Schloss Cronheim und ist seither eine Einrichtung für alkoholabhängige Menschen. Damit endete der Verfall des historischen Gebäudes, der 1938 begann und dessen Umbau zu Wohnzwecken nach dem Krieg zum Verlust seiner Identität innen wie außen führte. Mit der Verknüpfung von Arbeitstherapie und Museumsdidaktik konnte eine tragfähige Integration der Therapieeinrichtungen in das Dorfleben erreicht werden.
Vor Sanierung: Synagoge in stark vom Verfall gekennzeichnetem Zustand mit rosafarbenem Anstrich.
Schautafeln im öffentlichen Bereich der ehemaligen Synagoge weisen auf die ursprüngliche Bedeutung des Gebäudes hin. In der restaurierten und öffentlich zugänglichen Mikwe, dem rituellen Tauchbad, sind in Schaukästen die Funde der Synagoge bei den Sanierungsarbeiten ausgestellt. Außen wurde die originäre Fassade wieder hergestellt. Das Zusammenbinden der Fenster des ehemaligen Betsaals in vertikalen Putzfeldern in der edlen Abstufung aus Grau, Weiß und Rot gibt dem Gebäude zusammen mit dem neu gestalteten Vorbereich wieder die ihm zustehende Würde. So wurde es zum gelebten Beispiel baulicher und sozialer Innenentwicklung.

Bauherr: Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Roth-Schwabach e.V., Cronheim
Architekten: Architekturbüro Rester, Schwabach
Dorferneuerung Cronheim, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen