Dachlandschaft eines fränkischen Dorfes mit  vier markanten Fachwerksgiebeln

Eichenberg
Sanierung und Revitalisierung eines denkmalgeschützten Fachwerk-Doppelhauses für barrierefreies Wohnen im Dorf

Nach Sanierung: Fachwerkdoppelhaus mit Kellergeschoss sowie Erd- und Obergeschoss in Fachwerkbauweise. Satteldach mit sehr kleinen Krüppelwalmen. Traufhoher holzverkleideter Anbau für Aufzug.

Dank großer privater Initiative hebt sich das um 1800 errichtete Fachwerkhaus heute wieder ortsbildprägend hervor und leistet damit einen beispielgebenden Beitrag für die Dorferneuerung Eichenberg. Das zweigeschoßige Gebäude steht exponiert und weithin sichtbar auf einer Geländestufe am westlichen Ortsrand Richtung Sailauf. Zum "Leuchtturmprojekt" wird es auch durch das Zusammenspiel von denkmalgerechter Bestandssicherung und barrierefreiem Ausbau.

Vor Sanierung: Sichtbares Fachwerk nur im Bereich eines Anbaus am Eingang mit überdachtem Balkon. Der Rest des vorderen Doppelhauses ist mit Kunststoffplatten verkleidet.
Der Vergleich vor und nach der Sanierung macht das Ausmaß an zurückgewonnener Baukultur für den Ort überdeutlich. Mit dem Niedergang der kleinbäuerlichen Bewirtschaftung in den 1960er Jahren wurden durch massive Anbauten, Kunststoffverkleidungen und Eingriffe in die Statik des Hauses veränderte Wohnbedürfnisse mit wenig Rücksicht auf die Bausubstanz umgesetzt.

Die Revitalisierung heute zeigt, dass sich denkmalpflegerische, architektonische, konstruktive und energetische Belange, z. B. bei der Restaurierung der Fachwerkfassaden und Innendämmung mit Leichtlehmsteinen, vorbildhaft miteinander verknüpfen lassen. Der schlichte holzverkleidete Personenaufzug, der ein barrierefreies Wohnen ermöglicht, fügt sich ebenso selbstverständlich an den historischen Baukörper an.

Nach altem Vorbild rahmt die neue Einfriedung samt integriertem Garagentor mit dem ortstypischen Sandsteinsockel und -pfeilern sowie den Füllungen in sägerauhen Lärchenbrettern Haus und Hof auf ansprechende Weise. Damit stellt sie für den Straßenraum und das Ortsbild einen großen Gewinn dar.

Bauherr: Helga und Gerhard Laumer, Eichenberg
Architekt: Hermann Steigerwald, Hösbach
Dorferneuerung Eichenberg, Landkreis Aschaffenburg