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Wiesenfeld
Umbau einer ehemaligen Lagerhalle sichert die Nahversorgung und wird zum neuen Treffpunkt im Ort

In Wiesenfeld schloss der letzte Lebensmittelladen im Jahr 2012. Aus einem Kreis von Wiesenfelder Bürgern entwickelte sich die Idee zur Schaffung eines Dorfladens. Aus verschiedenen Leerständen hat sich das ehemalige Raiffeisenlager als idealer Ort für einen Dorfladen herausgestellt: zentrale Lage bei der Kirche, Parkplätze vorhanden, aber vor allem ein Gebäude mit Charakter, das außen wie innen das Einkaufen zu einem ganz besonderen Erlebnis macht.

Das Projekt zeigt eindrücklich, wie die Umnutzung von Leerständen bestehende Identitäten in neue überführen kann, gerade bei Nutzungen, die als Neubauten leider oft kaum baukulturelle Identität hervorbringen. Beim Dorfladen mit Cafe und Bankfiliale in Wiesenfeld passen die neue Nutzung und das bestehende Gebäude so gut zusammen, dass die doch erheblichen Eingriffe den grundsätzlichen Charakter des raumbildenden schlanken Langbaus erfreulicherweise nicht aufheben.

Das Gebäude wurde 1861 unter Verwendung des heimischen roten Sandsteins errichtet. Vom lebendigen Natursteinmauerwerk wurde nur wenig sichtbar belassen, und die Windfänge nehmen dem Gebäude etwas von der klaren lagernden Wirkung. Diese wird aber durch die ruhige Anordnung der Photovoltaikanlage auf dem Satteldach wieder unterstrichen - eine glückliche Symbiose von Haus und Technik. Besonders überzeugen der hohe Innenraum mit Kappendecke auf gusseisernen Stützen, mit Ladentheke, Schiefertafel und ansprechendem Dorfladen-Schriftzug; sie machen das Gebäude unverwechselbar.
Bauherr: Stadt Karlstadt, Wiesenfeld
Planung: Hochbauamt Stadt Karlstadt
Dorferneuerung Wiesenfeld, Stadt Karlstadt, Lkr. Main-Spessart