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Präsentation der Ergebnisse der bayerischen Bäuerinnenstudie – Bäuerin sein in Bayern

Ministerin und Landesbäuerin halten ein SchildZoombild vorhanden

Ministerin Michaela Kaniber und Landesbäuerin Anneliese Göller

Engagiert haben 2 295 Bäuerinnen Fragen zu ihrer Haushaltssituation beantwortet, ihre Leistungen für Betrieb und Gesellschaft bewertet und Auskunft gegeben, wie zufrieden sie mit ihrer Lebens- und Arbeitssituation sind. Staatsministerin Michaela Kaniber stellte am 3. März 2021 die spannenden Ergebnisse der bayerischen Bäuerinnenstudie vor. Prof. Dr. Jutta Roosen und Andrea Dehoff von der TUM präsentierten die wesentlichen Aussagen. Fast 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren per Live-Stream zugeschaltet.

Ministerin Michaela Kaniber diskutierte gemeinsam mit Landesbäuerin Anneliese Göller, Prof. Dr. Jutta Roosen und Lisa Bierwirth von der Katholischen Landjugendbewegung Bayern, die Ergebnisse und beantwortete Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Themen im Chat waren neben der Studie auch der Zusammenhalt der Bäuerinnen, weitere Bildungsangebote für Berufseinsteigerinnen, aber auch Beratungs- und Bildungsangebote für Diversifizierungsbetriebe. Alle Fragestellungen sind Grundlage des angekündigten Landfrauen-Forums, das im Laufe des Jahres etabliert wird.

Programmablauf
10:00 Uhr | Eröffnung und Begrüßung

Regine Wiesend, Referat Landfrauen, Einkommenskombinationen im Staatsministerium

10:15 Uhr | Grußwort

Staatsministerin Michaela Kaniber

10:30 Uhr | Präsentation der Studienergebnisse

Prof. Dr. Jutta Roosen und Andrea Dehoff

11:15 Uhr | Podiumsdiskussion mit Staatsministerin Michaela Kaniber, Landesbäuerin Anneliese Göller, Prof. Dr. Jutta Roosen und Lisa Bierwirth, KLJB Bayern

+++ Fragen aus dem Chat der Teilnehmerinnen und Teilnehmer +++

11:45 Uhr | Abschluss



Porträtfoto Prof. Dr. Jutta Roosen
Prof. Dr. Jutta Roosen
leitet den Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung an der Technischen Universität München (TUM) in Weihenstephan. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich unter anderem mit Fragen der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Gemeinsam mit ihrem Team führte sie die Bäuerinnenstudie Bayern durch.
Porträtfoto Andrea Dehoff
Andrea Dehoff
ist Mitglied im Team von Prof. Dr. Jutta Roosen am Lehrstuhl für Marketing und Konsumforschung. Sie betreute die Bäuerinnenstudie von Anfang an und war maßgeblich beteiligt bei der Erstellung des Berichts.

Ein Stimmungsbild zur Arbeits- und Lebenssituation sowie der sozialen Absicherung der bayerischen Bäuerinnen

Der bayerische Weg in der Agrarpolitik stützt sich auf den bäuerlichen Familienbetrieb mit einer flächendeckenden Landbewirtschaftung. Die Bäuerin, die vielfältige Aufgaben im Betrieb, der Familie und dem Haushalt übernimmt, ist eine tragende Säule dieser Betriebe. Es ist wichtig, die Arbeits- und Lebenssituation der Bäuerinnen attraktiv zu erhalten und gestalten und damit diese wichtige Basis zum Fortbestehen der vorwiegend partnerschaftlich geführten bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Mit der bayerischen Bäuerinnenstudie gibt es dazu eine aktualisierte Datenbasis.

Zur Studie

Die Bäuerinnenstudie wurde als Onlinestudie so konzipiert, dass eine Längsschnittanalyse zu bisherigen und künftigen Studien möglich ist. Die Zielgruppe waren aktuelle Bäuerinnen, zukünftige Hofnachfolgerinnen und Altenteilerinnen, die über verschiedene Wege auf die Studie aufmerksam gemacht wurden. Die Befragung erfolgte von Mitte Juli bis Ende November 2019. Insgesamt haben 2 295 Teilnehmerinnen den Online-Fragebogen vollständig ausgefüllt, davon waren 84 % aktuelle Betriebsleiterinnen, 9 % zukünftige Hofnachfolgerinnen und 5 % Altenteilerinnen. Das Staatsministerium hat die Technische Universität München für die Konzeption und Durchführung gefördert.

Bäuerinnenstudie Bayern 2019 – Abschlussbericht zum Forschungsprojekt (TUM) Externer Link

Mitschnitte der Online-Präsentation
  • Einführungsvortrag von Staatsministerin Michaela Kaniber
  • Ergebnispräsentation durch Prof. Dr. Jutta Roosen und Andrea Dehoff, TUM
  • Diskussion der Ergebnisse durch die Podiumsteilnehmerinnen: Staatsministerin Michaela Kaniber, Landesbäuerin Anneliese Göller, Prof. Dr. Jutta Roosen, Lisa Bierwirth (Vertreterin der KLJB)

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Einführungsvortrag von Staatsministerin Michaela Kaniber

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Ergebnispräsentation durch Prof. Dr. Jutta Roosen und Andrea Dehoff, TUM

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Diskussion der Ergebnisse durch die Podiumsteilnehmerinnen

Wichtige Ergebnisse

Die Arbeitssituation: Die Bäuerinnen sind wichtig für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe, sowohl für die Landwirtschaft als auch für den privaten Haushalt. Sie selbst schätzen ihre Bedeutung für den Betrieb als hoch ein. Die Bäuerinnen arbeiten auf den Betrieben partnerschaftlich zusammen.

  • 50 % der Bäuerinnen leiten zusammen mit dem Partner den Betrieb, 8 % sind eigenverantwortliche Betriebsleiterinnen.
  • 79 % der Bäuerinnen schätzen ihre Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb als sehr groß ein (54 %) oder spielen eine Rolle (25 %). Der eigene Verdienst aus außerlandwirtschaftlicher Tätigkeit oder einem Diversifizierungszweig spielt aus Sicht von 22 % der Studienteilnehmerinnen eine sehr große Rolle, bei weiteren 29 % eine Rolle.
  • Über 70 % der Bäuerinnen sind in den landwirtschaftlichen Betrieben in hohem Maß für die Bereiche der Administration, Schriftverkehr und Buchhaltung sowie für die Bankgeschäfte verantwortlich (allein, 37 %, oder gemeinsam mit dem Partner, 35 %).
  • 76 % der Bäuerinnen sind für den Haushalt allein verantwortlich.
  • 30 % der Bäuerinnen haben einen Berufsabschluss in der Hauswirtschaft, 10 % in der Landwirtschaft und 60 % haben einen anderen Berufsabschluss, z. B. aus dem Bereich Wirtschaft und Recht (28 %), Soziales und Gesundheit (15 %) oder dem Bereich Lebensmittel/Ernährung/Gastronomie (6 %).
  • 80 % der Bäuerinnen haben einen engen Bezug zur Landwirtschaft (14 %) oder sind auf einem landwirtschaftlichen Betrieb (66 %) aufgewachsen.

Die Lebenssituation: Der Alltag der Bäuerinnen ist vorwiegend durch ihre vielfältigen Aufgaben und nur wenige freie Zeit geprägt. Die meisten Bäuerinnen leben in einem Haushalt mit ihrem Partner und mit Kindern. Auf mehr als zwei Dritteln der Betriebe leben zwei weitgehend unabhängige Haushalte.

  • 11 % der Bäuerinnen geben an, mehr als 10 Stunden Freizeit in der Woche zu haben, die meisten verfügen über einen Freizeitumfang von wöchentlich bis zu fünf Stunden (46 %); 61 % geben an, nie vollständig frei zu haben. Jährlich Urlaub machen 28 % der Bäuerinnen, 27 % geben an noch nie Urlaub gemacht zu haben, seitdem sie Bäuerin sind. Begründet wird dies hauptsächlich durch mangelnde Ersatzkräfte (70 %) und zu wenig Zeit (51 %).
  • 95 % der Bäuerinnen geben an auf dem landwirtschaftlichen Betrieb zu leben, die übrigen haben ihren Wohnsitz zumeist in einer Entfernung von bis zu zwei Kilometern vom landwirtschaftlichen Betrieb. Die Bäuerinnen leben in einem Haushalt zusammen mit dem Partner (93 %), mit (Stief-)Kindern (79 %). Die Schwiegereltern leben häufig in einem eigenen Haushalt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb.
  • 65 % sind ehrenamtlich tätig. Die Mehrheit dieser Frauen engagiert sich in einer (38 %) oder zwei (33 %) Organisationen.
  • Über 90 % der Frauen sehen ihre Kraftquellen zum Ausgleich des Arbeitsalltags in der gemeinsamen Zeit mit der ganzen Familie (96 %) oder dem Partner (93 %), aber auch für sich alleine zu sein (84 %) oder Verabredungen im Freundeskreis (83 %) sowie die eigenen Hobbys (76 %).

Zufriedenheit: Der größte Teil der Bäuerinnen ist zufrieden mit ihrem Leben und dem Beruf. Die gute Vereinbarkeit des Berufs mit der Familie wird sehr positiv gesehen; ebenso werden die Selbstständigkeit und die zeitliche Unabhängigkeit geschätzt. Die Arbeitsbelastung wird dagegen als negativ eingestuft. Mit der medialen Berichterstattung ist der überwiegende Teil unzufrieden. Auch das Ansehen ihres Berufs in der Öffentlichkeit empfinden die Bäuerinnen als niedrig.

  • 57 % der Bäuerinnen schätzen die zukünftige Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebs positiv ein, 44 % stufen sie als negativ ein.
  • 67 % der Bäuerinnen sind mit ihrem Leben zufrieden und haben wichtige Lebensziele erreicht. Gut ein Fünftel der Frauen würde an ihrem Leben etwas ändern, wenn nochmal die Möglichkeit bestünde (22 %).
  • 73 % der Bäuerinnen schätzen v. a. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Naturverbundenheit (60 %), die teilweise Selbstversorgung mit Lebensmitteln (46 %) die Selbstständigkeit der Bäuerin (41 %), die zeitliche Ungebundenheit (32 %) und, dass keine räumliche Trennung zwischen Wohn- und Arbeitsplatz besteht (31 %).
  • 35 % der Bäuerinnen fühlen sich für das Alter oder im Pflegefall schlecht abgesichert.
  • 67 % der Bäuerinnen bemängeln die zunehmende Abhängigkeit von Förderungen, ebenso dass es keinen geregelten Urlaub gibt (46 %), das geringe Familieneinkommen und die lange Arbeitszeit (jeweils 38 %). 27 % gefällt es nicht, dass die Bäuerin kein eigenes Einkommen hat.
  • 80 % der Bäuerinnen sind unzufrieden mit der medialen Berichterstattung zur Landwirtschaft in Deutschland. 86 % der Bäuerinnen empfinden das Ansehen des Berufs der Bäuerin in der Öffentlichkeit im Vergleich zu anderen Berufen als niedriger. Über 90 % der Bäuerinnen sind in Sorgen wegen der zunehmenden Regulierung der Landwirtschaft (96 %), der EU-Agrarpolitik (95 %), aber auch dem Image der Landwirtschaft (94 %), den Folgen des Klimawandels (91 %).

Wünsche der Bäuerinnen

  • 817 Bäuerinnen wünschen sich mehr Freizeit (mehr Freizeit im Allgemeinen, gemeinsam mit der Familie und für die eigenen Interessen),
  • 786 wünschen sich mehr Wertschätzung seitens der Verbraucher sowie deren Aufklärung,
  • 618 Gesundheit für sich selbst und die Familie,
  • 564 weniger politische Vorschriften für die Landwirtschaft,
  • 464 bessere Bezahlung,
  • 220 (mehr) Harmonie innerhalb der Familie.

Projektinformation
Projekttitel: Bäuerinnenstudie Bayern 2019 – Ein Stimmungsbild zur Arbeits- und Lebenssituation sowie der sozialen Absicherung der bayerischen Bäuerinnen
Projektleitung: Prof. Dr. Jutta Roosen
Projektbearbeitung: Andrea Dehoff
Laufzeit: 01.01.2019 - 28.02.2021
Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten