Frauen in der Landwirtschaft – vielseitig, innovativ, unverzichtbar

2026 steht ganz im Zeichen der Frauen in der Landwirtschaft. Die Vereinten Nationen haben es weltweit zum "International Year of the Woman Farmer" erklärt. Das UN-Jahr der Landwirtin bietet eine echte Chance, Frauen in der Landwirtschaft gezielt in den Mittelpunkt zu stellen und zu fördern. Global leisten Frauen einen entscheidenden Beitrag in der Landwirtschaft und zur Ernährungssicherung. Jedoch sind Frauen häufig wirtschaftlich schlechter gestellt als Männer: Sie haben öfter schlechteren Zugang zu Land und Ressourcen wie Saatgut oder Maschinen, stehen vor größeren finanziellen und technischen Hürden und können Bildungsangebote und Beratung vielerorts nur eingeschränkt nutzen.

Aktualisiert am: 04.08.2026
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Frau sitzt an einem See im Hintergrund ist ein Kescher und gelbes Schilf.© Bildschnitt TV/StMELF

Frauen in der Landwirtschaft – vielseitig, innovativ, unverzichtbar

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus nimmt das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft zum Anlass, um

  • Geschlechtergerechtigkeit im Agrar- und Ernährungssektor zu stärken,
  • Frauen in der Landwirtschaft und ihre Leistungen sichtbar zu machen, 
  • ihnen eine Stimme zu geben,
  • die Rolle der Frauen in ländlichen Regionen zu stärken und 
  • sie zu unterstützen.
Portrait Michaela Kaniber

Frauen bringen frische Perspektiven und stehen für Innovationen und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.

Sieben Betriebe, sieben Erfolgsgeschichten – Betriebsleiterinnen stellen sich vor

Das UN-Jahr der Landwirtin ist eine Chance, die Erfolgsgeschichten von Frauen in der Landwirtschaft noch sichtbarer zu machen. Denn auch in Bayern prägen viele engagierte Landwirtinnen mit Innovationskraft, Verantwortung und regionaler Verbundenheit die Zukunft des ländlichen Raums. Wir zeigen aus ganz Bayern Videoportraits von Frauen, die einen Betrieb leiten. Alle Frauen haben etwas gemeinsam: Sie sind Botschafterinnen und Vorbilder

  • für andere Frauen in Bayern,
  • für ein mutiges, verantwortungsvolles und erfolgreiches Managen landwirtschaftlicher Betriebe,
  • für die Zukunft der Landwirtschaft durch Tradition und Mut, Fachwissen und Innovation.

Videoportraits

Frauen in der Landwirtschaft – vielseitig

Planung, Weitblick, wirtschaftliches Denken. In Bayern zeigen gerade Frauen, dass vielfältige Einkommenskombinationen Betriebe deutlich resilienter machen – von Direktvermarktung über Agrotourismus bis hin zu sozialer Landwirtschaft und erneuerbaren Energien. Um die Zukunft der Betriebe zu sichern, sind Frauen ein wichtiger Motor. Frauen führen häufiger spezialisierte Diversifizierungsbetriebe (31 Prozent gegenüber 13 Prozent bei Männern) und nutzen häufiger Fortbildungsangebote in der Diversifizierung: Der Frauenanteil bei den bayerischen Fortbildungen zur Diversifizierung im Jahr 2025 lag bei beachtlichen 86 Prozent.

Frauen in der Landwirtschaft – innovativ

Die Zahlen einer aktuellen Studie von NEU.LAND. aus dem Jahr 2025 zeigen: Frauen planen signifikant häufiger einen Einstieg in Einkommenskombinationen (82 Prozent) als in die landwirtschaftliche Urproduktion (34 Prozent). Frauen begründen den erfolgten Einstieg in neue Betriebszweige dabei signifikant häufiger mit dem Wunsch, den Betrieb zukunftssicher aufzustellen (65 Prozent gegenüber 54 Prozent bei Männern). Gleichzeitig spielen Selbstverwirklichung und persönliche Interessen eine noch größere Rolle als bei Männern (51 Prozent gegenüber 41 Prozent).

Frauen in der Landwirtschaft – unverzichtbar

Ohne Bäuerinnen geht es nicht – weder in den landwirtschaftlichen Betrieben noch im Alltag auf dem eigenen Hof. Und das spiegelt sich in der Selbstwahrnehmung wider. Die Bäuerinnenstudie von 2019 zeigt: 79 Prozent der Bäuerinnen schätzen ihre Bedeutung für den landwirtschaftlichen Betrieb als hoch oder sehr hoch ein. Ihr ökonomischer Beitrag für die gesamte Landwirtschaft wird jedoch oftmals unterschätzt.

Sieht man sich die Betriebsstrukturen in der bundesweiten Landwirtschaftszählung für das Jahr 2020 genauer an, fällt sofort etwas auf: Nur ein geringer Anteil der Frauen in Bayern führt eigenverantwortlich einen Hof.

  • 50 Prozent der Bäuerinnen geben an, dass sie zusammen mit ihren Partnern den Betrieb leiten.
  • 9 Prozent aller eigenverantwortlichen Betriebsleitungen in Bayern sind weiblich. 

Im gesamten Bundesgebiet sind es laut statistischem Bundesamt mit 11 Prozent etwas mehr. Doch es tut sich langsam etwas: Die Zahlen in den vergangenen 20 Jahren sind leicht gestiegen. So lag der Frauenanteil bei der Hofnachfolge im Jahr 2020 bei rund 18 Prozent – das sind 4 Prozentpunkte mehr im Vergleich zu 2010.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Bereits in der Bäuerinnenstudie Bayern 2019 schätzten 57 Prozent der befragten Frauen die zukünftige Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebs positiv ein. Auch die aktuellen Ergebnisse bestätigen dies: Während 31 Prozent der Männer die betriebliche Zukunft pessimistisch oder eher pessimistisch einschätzen, trifft dies nur auf 17 Prozent der Frauen zu.

22. September 2026 | "Unsere Nahversorger von morgen - mutig, regional, unverzichtbar"

Es geht um junge weibliche Nahversorgerinnen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährungshandwerk, die in einem lockeren Gespräch rund um die Zukunft der regionalen Nahversorgung „Ihre Hofgeschichte“ auf der Grünen Couch im KulturKino Feuchtwangen erzählen.

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29. Oktober 2026 | Tag der landwirtschaftlichen Unternehmerin: Netzwerken, sich inspirieren lassen und Zukunft gestalten

Landfrauen des Bayerischen Bauernverbandes e.V. im ABG-Tagungszentrum Beilngries.

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Netzwerke schaffen Wissensaustausch, ermöglichen Zusammenarbeit und bilden die Grundlage, um Innovationen rasch und zielführend umzusetzen. Bisher haben Betriebsleiterinnen noch keine starke Lobby. Das muss sich ändern. Im Folgenden stellen wir einige wichtige Anlaufstellen und Organisationen vor: