(16. April 2026) München/Pottenstein – Vor 20 Jahren haben sich 18 Kommunen aus den Landkreisen Bayreuth und Forchheim auf den Weg gemacht, zentrale Herausforderungen gemeinsam anzupacken: zum Beispiel weniger Flächen zu verbrauchen oder Ortskerne wiederzubeleben. Dafür schlossen sie sich zur so genannten Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) "Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz" zusammen. Nun würdigten die daran beteiligten Kommunen im Rahmen eines Festakts ihre 20jährige Zusammenarbeit. An der Veranstaltung nahm für die Staatsregierung Finanz-Staatssekretär Martin Schöffel teil. Er vertrat die Staatsministerin für Ländliche Entwicklung Michaela Kaniber. Vorab teilte Ministerin Kaniber anlässlich der Feierlichkeit schriftlich mit: "Die 20 jährige Erfolgsgeschichte der ILE-Kommunen entlang der A9 zeigt eindrucksvoll, wie viel Kraft im Miteinander unserer ländlichen Gemeinden steckt. Wer regional denkt, verantwortungsvoll mit Flächen umgeht und praxisnahe Projekte auf den Weg bringt, stärkt nicht nur die Wertschöpfung vor Ort, sondern auch die Lebensqualität in unseren Dörfern." Staatssekretär Martin Schöffel betonte zudem: "Die ILE entlang der A9 ist seit 20 Jahren ein echtes Vorbild für erfolgreiche Zusammenarbeit im ländlichen Raum zwischen Nürnberg und Bayreuth. Hier wird nicht nur gemeinsam gedacht, sondern auch mutig angepackt – ob beim Flächensparen, der attraktiven Gestaltung von Ortszentren oder innovativen Projekten für unsere Dörfer. Dieses Netzwerk lebt von Engagement, Kreativität und echter Heimatverbundenheit. Die ILE zeigt eindrucksvoll, wie viel Zukunft in unseren Gemeinden steckt, wenn wir zusammenhalten und gemeinsame Themen auch gemeinsam angehen!" Im Jahr 2006 entstand die ILE "Wirtschaftsband A9" zunächst als Arbeitsgemeinschaft, die sich 2016 als Verein organisierte. Bis heute hat sich eine wichtige Plattform entwickelt, auf der Kommunen gemeinsam Strategien für eine zukunftsfähige Region entwickeln und umsetzen. Denn die ILE setzt sich beispielsweise dafür ein, dass Flächen sparsam und sinnvoll genutzt werden, Natur und Landschaft geschützt und Dörfer lebenswert bleiben. Außerdem arbeitet sie daran, die Stärken der Region — etwa lokale Betriebe, Landwirte und Angebote vor Ort — zu fördern und gemeinsam weiterzuentwickeln. Von Anfang an überprüft die ILE regelmäßig ihre Ziele und Projekte; ihren Kurs passt sie ständig an sich ändernde Herausforderungen an, die beispielsweise die Energiewende oder der Klimawandel mit sich bringen. Derzeit liegen Schwerpunkte der ILE-Kommunen entlang der A9 zum Beispiel darauf, lokale Wertschöpfung aus erneuerbaren Energien aufzubauen, regionale Produkte direkt zu vermarkten und die Mobilität in der gesamten Region zu verbessern. In 20 Jahren hat die ILE zahlreiche innovative Projekte ins Leben gerufen. Ein Beispiel: das interkommunale Kompensationsflächenmanagement. Ein kompliziertes Wort für ein sehr wertvolles Vorhaben: Hier werden gezielt ökologisch sinnvolle Flächen ausgewählt, um mit weniger Flächen große ökologische Wirkung zu erzielen. Entstanden ist dieses Vorzeigeprojekt aus einem 2014 mit dem Bayerischen Qualitätspreis ausgezeichneten Gewerbeflächenpool – bayernweit der erste dieser Art. Und die „AKADEMIE Wirtschaftsband A9“ bietet regionale (Weiter )Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Vereine und Verwaltungen. Außerdem vernetzt und stärkt sie gezielt die lokalen Akteure. 2022 erreichte die AKADEMIE den ersten Platz auf Bundesebene als "Vorbildliches regionales Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT". In diesem Netzwerk arbeiten Schulen und Unternehmen vor Ort partnerschaftlich zusammen, um jungen Menschen den Weg in die Arbeitswelt zu ebnen. "Die Erfolge der ILE-Kommunen entlang der A9 machen eindrucksvoll deutlich, was die Akteure vor Ort erreichen können, wenn Gemeinden über den eigenen Tellerrand schauen und gemeinsam Projekte entwickeln", so Ministerin Kaniber im Vorfeld der Veranstaltung schriftlich.
ILE-Jubiläumsgala: 20 Jahre Erfolgsmodell für starke Kommunen und lebendige Dörfer entlang der A9
Aktualisiert am: 16.04.2026
