Zukunft gebaut, Geschichte entdeckt, Dorferneuerung Niederperach feierlich abgeschlossen - Kaniber: "Erneuern und Bewahren ist kein Gegensatz"

Aktualisiert am: 28.09.2026
Drucken

(26. September 2026) Niederperach/München – Mehr Platz zum Verweilen, bessere Straßen und ganz unverhofft auch ein Blick bis ins frühe Mittelalter: Denn, während die Gemeinde Niederperach gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Infrastruktur modernisierte, die Dorfmitte aufwertete und historische Bausubstanz bewahrte, sind ganz überraschend auch Spuren der Geschichte ans Licht gekommen. Archäologische Funde haben bestätigt: Der Ort ist deutlich älter als bislang bekannt. "Niederperach zeigt, wie gut Bewahren und Erneuern zusammenpassen. Hier entwickeln Menschen ihre Heimat mit Augenmaß weiter: Sie werten den Ort auf, aber erhalten dessen gewachsenen Charakter bei. Genauso stellen wir uns eine starke Dorferneuerung vor – mit Respekt vor dem, was da ist und mit klarem Blick nach vorn", erklärte Staatsministerin Michaela Kaniber, die auch für die Ländliche Entwicklung zuständig ist, anlässlich der Abschlussfeier vorab in einer Mitteilung. Seit Beginn der Dorferneuerung hat sich in Niederperach viel getan. Die Ortsstraße hat ein neues Aussehen; zudem gibt es eine neue Asphaltdecke mit geregelter Entwässerung. Die Gemeinde beseitigte Engstellen, stimmte die Fahrbahnen auf die Bedürfnisse der Landwirtschaft ab und legte ein Regenrückhaltebecken an. Auch die Dorfmitte hat gewonnen: Rund um die Kirche St. Andreas, an der Mayr-Kapelle und an der alten Linde in der Dorfmitte laden nun Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Ein Hofladen sorgt zusätzlich für Leben im Ortskern. Neben der Gemeinde sanierten auch private Eigentümer ihre Gebäude und tragen zu einem attraktiveren Ortsbild bei. "Gerade unsere kleineren Dörfer leben von ihrem eigenen Gesicht und vom Einsatz der Menschen vor Ort. Deshalb geht es nicht darum, alles neu zu machen. Es geht vielmehr darum, das Gute und die örtlichen Besonderheiten zu bewahren und zugleich die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ein Ort auch morgen lebenswert ist. Niederperach zeigt in beeindruckender Weise, was entstehen kann, wenn Gemeinde und Bürger gemeinsam anpacken", so Kaniber vorab in ihrer schriftlichen Mitteilung. Bei der Dorferneuerung in Niederperach kam auch ein Stück Ortsgeschichte ans Licht: Im Bereich der Kirche St. Andreas wurden 35 Gräber entdeckt, die Archäologen auf das 9. bis 12. Jahrhundert datieren. Die ältesten Funde weisen damit auf eine Besiedlung rund 300 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahr 1180 hin. "Dorferneuerung richtet den Blick nach vorn. Und manchmal öffnet sie gleichzeitig ein Fenster weit zurück in unsere Geschichte. Die archäologischen Funde in Niederperach zeigen, wie tief unsere Dörfer verwurzelt sind. Solche Entdeckungen machen Heimatgeschichte erlebbar und geben dem Ort noch einmal eine ganz neue Facette. Das ist eine bereichernde Seite von Dorferneuerung", so die Ministerin. Die Gesamtkosten der Dorferneuerungsmaßnahmen beliefen sich auf rund eine Million Euro. Davon wurden etwa 740.000 Euro durch Fördermittel finanziert. Zusätzlich hat der Freistaat private Sanierungsprojekte mit rund 130.000 Euro unterstützt.