Neues aus dem Wald
6.000 Kundenkontakte pro Jahr mit wenig Aufwand - Forstinfo 01/2021
von "Ihrer Försterin Lisa Schubert"

Försterin und Waldbesitzer begutachten zusammen ein Stück vom Borkenkäfer befallene Baumrinde (© Tobias Hase)

Seit 2015 leite ich das Forstrevier Markt Indersdorf am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck. Die Wälder in meinem Revier gehören circa 3.000 unterschiedlichen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern. Dies entspricht in etwa dem bayerischen Landesdurchschnitt. Rund 85.000 Menschen leben im Einzugsbereich meines Reviers. Der Erholungsdruck auf den Wald ist enorm. Mit durchschnittlich knapp 30 Schulklassen jährlich bin ich zu waldpädagogischen Führungen im Wald unterwegs. Pro Jahr berate ich circa 250 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer im Rahmen persönlicher Einzelberatungstermine.

Aber was ist mit den 2750 restlichen Waldbesitzern? Wie bleibt man mit der am Wald interessierten Bevölkerung im Gespräch? Mit der Jägerschaft? Naturschützerinnen und Naturschützern? Erholungssuchenden? Eine Mammutaufgabe, die mit all den anderen vielfältigen Aufgaben unter einen Hut zu bringen ist.

Eine gute Idee erkennt man daran, dass sie nachgeahmt wird.

Um den Kontakt mit den unterschiedlichen Zielgruppen zu pflegen, begann ich 2017, Daten zu sammeln für einen digitalen Newsletter an die Waldinteressierten in meinem Revier. Inspiriert hat mich dazu mein Kollege Wolfgang Mayer, der in seinem Forstrevier Mühldorf a.Inn schon länger so einen Newsletter herausgibt. Mit einem sehr überschaubaren Aufwand versende ich seit über vier Jahren etwa 15 Newsletter pro Jahr und halte auf diesem Weg Kontakt zu fast 400 Waldbesitzern und am Wald interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Tendenz steigend.

Warum ein Newsletter? Und was ist Erinnerungswerbung?

Manchen wir uns nichts vor: Mit 15 Newslettern im Jahr erklären wir die (Forst-)Welt nicht. Es geht vielmehr um Erinnerungswerbung. Sicher kennen Sie eine Reihe von Werbeslogans oder Firmenlogos, bei denen Sie auf den ersten Blick wissen, wer dahintersteckt – ohne, dass die Firma genannt oder ein Produkt abgebildet sein muss. Und genau das möchte ich mit meinem Newsletter erreichen. Die saisonaktuellen Themen sind darin breit gestreut und unter jeder Mail steht immer "Ihre Försterin Lisa Schubert". Sobald Fragen rund um das Thema Wald auftauchen, erinnern sich die Leute an ihre Försterin am Revier Markt Indersdorf und ich bin mittlerweile zur ersten Adresse bei Waldfragen geworden.

Wie baut sich der Kundestamm auf?

Begonnen habe ich mit einem Hinweis im Rundschreiben der örtlichen Waldbesitzervereinigung. Es folgten Listen bei den Kursen zum Bildungsprogramm Wald (BiWa), bei den Gebietsversammlungen unseres Amtes oder bei abendlichen Waldspaziergängen.

Und was steht drin?

Thematisch gibt es (fast) keine Grenzen. Ich greife hauptsächlich waldbauliche Themen auf, gehe aber auch auf Fragen der Holznutzung, des Waldschutzes oder der Förderung ein. Ebenso versende ich Informationen zu allgemeinen Waldthemen oder Einladungen zu Veranstaltungen. Dazu verfasse ich keine Fachartikel. Nach dem Motto "ein Bild sagt mehr als tausend Worte" nehme ich im Revieralltag – Smartphone sein Dank – viele Bilder auf, die ich mit kurzen, prägnanten Bildunterschriften versehe und in die Newsletter einfüge. Die Fotos brauchen gar nicht immer perfekt sein. Viel wichtiger ist es, dass sie authentisch sind und aus dem Dachauer Landkreis stammen. So sind sie für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer relevant.
Für mich hat es sich bewährt, Power-Point-Präsentationen zu erstellen, die ich dann als PDF-Dokumente versende. Viele Abonnentinnen und Abonnenten speichern sich diese als Nachschlagewerk ab. Verstreichen mal drei oder vier Wochen, ohne dass ich ein spezielles Thema habe, reicht für den Erinnerungseffekt auch ein Foto beispielsweise von interessanten Fraßspuren oder einer gelungenen Anpflanzung.

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