Fachgerecht bereitstellen und verkaufen
Energieholz – Ein heißer Trend

Heizen mit Holz ist aktiver Klimaschutz, wird dabei doch nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie zuvor auch vom Baum aufgenommen wurde. Steigende Preise für Gas und Öl lassen die Nachfrage nach dem umweltfreundlichen Energieträger weiter zunehmen. Waldbesitzer/innen können unabhängig von der Besitzgröße vom Trend zum Brenn- bzw. Energieholz profitieren. Zum einem können Sie den eigenen Energiebedarf kostengünstig aus dem Waldbesitz decken und zum anderen aktiv am Energieholzmarkt teilnehmen.

Brennende HolzscheiteZoombild vorhanden

(Foto: H. Borchert)

Energieholz wird in vier Varianten gehandelt: Als Brennholz lang, als Scheitholz, als Waldhackschnitzel und als Pellets. Während Pellets nur in speziellen Werken produziert werden, können Brennholz lang, Scheitholz und Waldhackschnitzel direkt im Wald hergestellt werden.

Geeignet sind alle Holzarten, jedoch unterscheiden sich die einzelnen Hölzer in ihrem Energiegehalt (Brennwert). Als Brennholz können in der Regel alle Sortimente verwendet werden, welche nicht als Stammholz verkauft werden. Das sind vor allem schwächere Stammteile und geringwertigeres Holz aus dem Bereich des Stammfußes sowie der Baumkrone.

Brennholz verkaufen

Der Brennholzmarkt ist ein eher regionaler Markt ohne große Transportwege. Neben kleineren Firmen, die gezielt Brennholzsortimente herstellen, beziehen auch viele Kunden ihr Brennholz direkt vom Erzeuger.

Über den Anzeigenmarkt in den Tageszeitungen oder über zahlreiche Internetportale finden sich Käufer und Verkäufer. Auch die Selbsthilfeeinrichtungen sind Anprechpartner zu diesem Thema.
Hinweise zum Brennholzverkauf durch Waldbesitzer
  • Geben Sie immer Sortiment, Holzart, Trocknungsgrad (waldfrisch, lufttrocken) und Abrechnungseinheit an
  • Achten Sie auf die richtige Preisfindung (je nach Abrechnungseinheit)
  • Lagern Sie das Scheitholz bis zum Verkauf richtig (Trocken, windexponiert und möglichst abgedeckt, ohne Erdkontakt, nicht in Kellerräumen, nicht in ungeeigneten Plastikplanen)
  • Vereinbaren Sie insbesondere beim Verkauf von Waldhackschnitzeln vor dem Hacken Preis, Abnahmekonditionen und Lieferzeitpunkt
  • Planen Sie die Waldhackschnitzelproduktion rechtzeitig

Brennholzverkauf an Selbstwerber

Waldarbeiter spaltet Stammstück mit Keil und HammerZoombild vorhanden

"Selbstwerber" arbeiten eigenständig im Wald.
(Foto: F. Mergler)

Brennholz können Sie selbst einschlagen und aufarbeiten, oder dies durch einen forstlichen Dienstleister erledigen lassen. Möglich ist auch, es als liegendes oder stehendes Holz im Wald an sogenannte "Selbstwerber" zu verkaufen. Die Interessenten schneiden sich das Holz nach Ihren Vorgaben im Wald und transportieren es meist selbst ab.

Beachten Sie dabei aber, dass Sie nur Selbstwerber einsetzen, die mit den Gefahren bei der Waldarbeit vertraut sind und die die einschlägigen Sicherheitsvorschriften zuverlässig einhalten. Bei regionalen Besonderheiten, wie zum Beispiel der Aufarbeitung in einem Wasserschutzgebiet, sind gegebenenfalls weitere Bestimmungen zu beachten.

Informationen können sie über Ihren Förster vor Ort oder Ihre Berufsgenossenschaft beziehen.

Brennholzsortimente

Je nach Aufarbeitungsgrad werden verschiedene Sortimente bei der Brennholzbereitstellung unterschieden:

  • Rundholz ist geschlagenes Holz, das in mehrere Meter lange Stücke gesägt wurde
  • Schichtholz ist auf ein Meter Länge geschnittenes ungespaltenes oder gespaltenes Holz
  • Holzscheite sind gespaltene Holzstücke unter einem Meter
  • Hackschnitzel sind mechanisch zerkleinerte Holzstücke von wenigen Zentimetern Größe
  • Pellets sind kleine, aus Sägemehl, Hobelspänen oder anderen Holzabfällen gepresste zylindrische Körper
Gestapelte Holzstücke

Rundholz/Schichtholz
(Foto: J. Böhm)

Gestapelte und gespaltene Holzstücke

Holzscheite/Schichtholz
(Foto: G. Dobler)

Kleine Holzfetzen

Hackschnitzel
(Foto: LWF)

Aufgeschüttete zylindrische Körper aus gepressten Holzmehl

Pellets
(Foto: LWF)

Maßeinheiten und Umrechnungsfaktoren für Brennholzsortimente

Maßeinheiten für Brennholzsortimente:

  • Ein Festmeter ist ein Kubikmeter Holz ohne Hohlräume
  • Ein Ster/Raummeter ist ein Kubikmeter lose gestapeltes, meist ein Meter langes, gespaltenes oder ungespaltenes Holz mit Hohlräumen
  • Ein Schüttraummeter ist ein Kubikmeter lose geschüttetes, auf Ofenlänge geschnittenes Scheitholz mit Hohlräumen oder ein Kubikmeter lose geschüttete Waldhackschnitzel
Rundholz Schichtholz
ungespalten
Schichtholz
gespalten
Holzscheite
33 cm
Hackschnitzel
Festmeter Ster/Raummeter Ster/Raummeter Schüttraummeter Schüttraummeter
1 1,4 1,6 2,1 2,5
0,7 1 1,2 1,5 1,8
0,6 0,9 1 1,3 1,5
0,5 0,6 0,7 1 1,1
0,4 0,5 0,6 0,9 1
1 Ster = 1 Raummeter = 1 Meter x 1 Meter x 1 Meter

Heizwert von Holz

Der Heizwert von Brennholz ist je nach Aufarbeitung und Holzart unterschiedlich hoch. Laubhölzer, insbesondere Hartlaubhölzer, haben bei gleichem Volumen und gleicher Qualität meist einen höheren Energiegehalt als Nadelhölzer und trockenes Holz ist besser als feuchtes.
Eigenschaften verschiedener Holzarten
Kiefern-, Fichtenholz:
brennt gut an und eignet sich als Span bestens zum Anzünden. Harzreiche Hölzer neigen aber auch zum „Spritzen“. Dabei verstopfen schmelzende Harze die Wasserleitungsbahnen im Holz, verdampfendes Wasser kann nicht mehr entweichen und sprengt so die Holzstruktur.
Buchenholz
entwickelt viel Glut und erzeugt dadurch eine gleichmäßige, langandauernde Wärme. Buchenholz zeigt ein schönes Flammenbild, verbrennt nahezu ohne „Funkenspritzer“ und ist daher sehr gut für alle Öfen, besonders aber für solche mit Sichtfenster, geeignet.
Eichenholz
hat einen hohen Heizwert und besitzt eine sehr lange Brenndauer. Eichenholz ist ideal für Öfen, die der reinen Wärmeerzeugung dienen (z.B. Zentralheizung, Kachelöfen). Da es kein schönes Flammenbild entwickelt, ist es für Kaminöfen nicht zu bevorzugen. Die Geruchsentwicklung bei der Verbrennung ist gewöhnungsbedürftig und auf die im Holz enthaltene Gerbsäure zurückzuführen.
Harthölzer
wie Esche und Ahorn, aber auch die seltenere Hainbuche und Kirsche, sind im Verbrennungsprozess der Buche sehr ähnlich.
Birkenholz
ist ein hervorragendes Kaminholz. Es „spritzt“ nicht und verbrennt wegen seiner ätherischen Öle bläulich schimmernd und wohlriechend. Auch wegen seiner weißen Rinde ist es als dekoratives Scheitholz beliebt.
Pappel-, Weidenholz
ist relativ schnell abgebrannt. Es lässt sich gut als „Sommerholz“ für den Kaminofen oder in den Übergangszeiten verwenden, wenn weniger Energieleistung benötigt wird.
Energiegehalt von Heizstoffen
Energiegehalt von 10 kWh unterschiedlicher Heizstoffe sowie deren Gewichts- und Volumensäquivalenz
Scheitholz Hackschnitzel Pellets Heizöl Erdgas
2,5 kg 2,5 kg 2,0 kg 0,86 kg 0,84 kg
5 Liter 12,5 Liter 3 Liter 1 Liter 1000 Liter
Holzarten und Energiegehalt im Vergleich
Ein Ster Buchenholz
(lufttrocken, 460 kg)
entspricht:
Ein Ster Fichtenholz
(lufttrocken, 310 kg)
entspricht:
ca. 1.900 kWh ca. 1.345 kWh
ca. 190 l Heizöl ca. 130 l Heizöl
ca. 190 m³ Erdgas Ca. 130 m³ Erdgas
ca. 388 kg Holzpellets ca. 274 kg Holzpellets
1 Ster = 1 Raummeter = 1 Meter x 1 Meter x 1 Meter

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zum Energieholz gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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