Fraxinus excelsior
Die Esche

Krone und Stamm einer Esche aus der Froschperspektive

(Foto: G. Aas)

In der nordischen Mythologie spielt die Esche als Weltenbaum eine zentrale Rolle. In der Forstwirtschafft zählt sie heutzutage zu den wichtigsten europäischen Laubgehölzen. Auf zahlreichen Standorten ist die beliebte Mischbaumart zu finden. Die Esche lässt sich leicht natürlich verjüngen, wächst zügig und liefert Holz mit guten Eigenschaften. Werden Eschen gefällt, sind sie in der Lage aus dem verbleibenden Stock erneut auszutreiben.

Aktuell sind die Bestände der Eschen jedoch durch das Eschentriebsterben ernsthaft bedroht.

Eschen erreichen maximal ein Alter von rund 200 Jahren und zählen mit einer Wuchshöhe von über 40 Metern zu den höchsten heimischen Laubbäumen. Die Blätter sind gefiedert, das heißt mehrere kleine Blättchen sitzen an einem Stiel. Bei der Esche sind dies bis zu 15 längliche bis ovale, gezackte Blättchen.

Die Früchte sind sogenannte Flügelnüsse, die in Büscheln am Zweig hängen. Anfänglich ist die hellgraue Rinde noch glatt, wird aber später deutlich längsrissig und brauner. Die Esche bildet zunächst eine Pfahlwurzel aus, bevor sie im Alter weitere tiefreichende Senker ausbildet.

Ansprüche der Esche

Grundsätzlich ist die Esche eine anspruchsvolle Baumart die in den Laubmischwäldern der Ebene und niederen Mittelgebirge siedelt. Sie wächst in regelmäßig überschwemmten Auen, aber auch auf trockenen warmen Kalkstandorten.
Die Ansprüche im Einzelnen
  • Licht
    • Halbschattbaumart
    • in der Jugend schnelles Wachstum im Schatten
    • später wird mehr Licht benötigt
  • Wasser
    • geringe Ansprüche an die Wasserversorgung
    • je besser jedoch die Wasserversorgung, desto mehr Leistung bringt sie
    • keine Staunässe
  • Boden
    • Optimum auf tiefgründigen frischen oder feuchten, nährstoffreichen basischen Lehm- oder Tonböden
    • meidet zu saure Böden
  • Klima
    • kühles feuchtes Klima bevorzugt
    • keine zu harten Winter
    • spätfrostgefährdet
    • sturmfest

Bildergalerie

Eschen im Wald

Eschenbestand
(Foto: J. Böhm)

Gefiederte Blätter der Esche an einem Zweig

Blätter der Esche
(Foto: G. Aas)

Rinde der Esche

Rinde der Esche
(Foto: J. Böhm)

Geflügelte Nussfrüchte der Esche

Früchte der Esche
(Foto: G. Aas)

Waldbau

Die waldbaulichen Möglichkeiten bei der Esche sind derzeit infolge des Eschentriebsterbens sehr eingeschränkt. Ausführliche Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt 28 der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.

LWF-Merkblatt 28 - Eschentriebsterben Externer Link

Gefahren für die Esche

Die Esche ist stark durch das Eschentriebsterben gefährdet. Zentraler Verursacher ist der Pilz »Falsches Weißes Stengelbecherchen“ Hymenoscyphus pseudoalbidus. Seit 2008 ist er auch in Bayern an Eschen aufgetreten. Über den aktuellen Stand und waldbauliche Empfehlungen informiert die Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft auf einer extra eingerichteten Informationsplattform.

Klimaaussichten

Die Esche ist grundsätzlich eine klimatolerante und damit wichtige Baumart im klimabedingten Waldumbau. Sie ist aber durch das Eschentriebsterben in ihrem Bestand gefährdet und kann derzeit nicht empfohlen werden.

Der Wald in Zeiten des Klimawandels

Holznutzung

Eschenholz besitzt sehr gute Festigkeitseigenschaften. Es ist sehr elastisch, zäh und abriebfest. Der Einsatz im Außenbereich ist aber einschränkt, da das Holz nur eine geringe Dauerhaftigkeit besitzt. Im Innenbereich wird es für die Furnier- und Möbelherstellung oder als Parkett- oder Dielenholz verwendet.

Eine besondere Anwendung findet das breitringe, besonders stabile Holz der Esche bei der Herstellung von Werkzeugstielen, Sportgeräten oder Leitern. Drechsler und Schnitzer nutzen Eschenholz aufgrund seiner besonderen Maserung.

Der Holzmarkt – von regional bis global

Hätten Sie es gewusst?

Der höchste Laubbaum in Bayern ist eine Esche mit knapp 50 Metern bei Kelheim.

Die Esche ist die heimische Baumart, die am spätesten austreibt. Manchmal kommen die Blätter erst Ende Juni aus den Knospen.

Die Weltenesche Yggdrasil ist in der nordischen Mythologie die Achse und Stütze der Welt.

Bei der Herstellung von Haferbier wurden früher statt Hopfen Eschenblätter verwendet.

Aus den Blättern und Früchten der Esche lassen sich Mittel gegen Rheuma und Gicht erzeugen.

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster/innen helfen bei Fragen zur Baumartenwahl gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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