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Berufsbildung
Bildungsprogramm Landwirt

Das "Bildungsprogramm Landwirt", kurz BiLa-Programm, richtet sich an landwirtschaftliche Unternehmer und Unternehmerinnen, die einen außerlandwirtschaftlichen Beruf erlernt haben und ihren Betrieb im Nebenerwerb weiterführen möchten.

Ziele

Mit dem BiLa-Programm bietet die bayerische Landwirtschaftsberatung ein modular aufgebautes Bildungsprogramm an. Die Bausteine können individuell ausgewählt werden. Durch die Vermittlung von Fachwissen an Nebenerwerbs- oder zukünftige Haupterwerbslandwirte werden folgende Ziele erreicht:
  • Produktion von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln
  • Ressourcenschonung durch gute fachliche Praxis zum Beispiel beim Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
  • Erhalt bzw. Erhöhung der Wertschöpfung im ländlichen Raum
  • Erhalt der Agrarstruktur bzw. der Nutzung des ländlichen Kultur- und Landschaftsraums
Die Teilnehmer am BiLa-Programm können die berufliche Qualifikation für Einzelbetriebliche Investitionsförderung und/oder die Zulassung zur Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt/in erhalten.
Durch die laufende Aktualisierung der fachspezifischen Wahlmodule wird eine betriebsindividuelle Weiterbildung und zeitgemäße Betriebsführung in der Agrarwirtschaft gewährleistet.

Inhalte

Das BiLa-Programm bietet Informationen über Agrarstandards wie den Sachkundenachweis Pflanzenschutz, moderne Produktionsverfahren und aktuelle Inhalte aus der Betriebswirtschaft und dem Steuerwesen.
Die Inhalte sind in den Modulen des Bildungsprogramms zusammengefasst.

Module des Bildungsprogramms

1. Einführung zu Zielen und Möglichkeiten des Bildungsprogramms

    2. Grundlagenmodule

    • Grundlagen der pflanzlichen Produktion
      Sachkundenachweis Pflanzenschutz mit Praxistag und Sachkundeprüfung
      Rodentizideinsatz - Nagetierbekämpfung
    • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
    • Grundlagen der tierischen Produktion
      Lehrgang Tierschutz beim Transport und Nottöten
    • Grundkurs Motorsäge und Waldarbeit

    3. Schwerpunktmodule - Pflanzliche Produktion

    • Getreidebau und Vermarktung
    • Hackfruchtbau und Vermarktung
    • Ölfruchtbau und Hülsenfruchtbau und Vermarktung
    • Ackerfutterbau und Konservierung
    • Grünland und Konservierung
    • Spezielle Produktionsverfahren der pflanzlichen Erzeugung
    • Waldbau
    • Grundlagen des Ökolandbaus

    4. Schwerpunktmodule - Tierische Produktion

    • Milchviehhaltung und Vermarktung
    • Rinderaufzucht, Rindermast und Vermarktung
    • Ferkelerzeugung und Vermarktung
    • Schweinemast und Vermarktung
    • Spezielle Produktionsverfahren der tierischen Erzeugung
      (Geflügelaufzucht/-mast, Legehennenhaltung, Mutterkuh-, Schaf-, Pferdehaltung)

    5. Schwerpunktmodule - Landwirtschaftliche Betriebswirtschaft

    • Wirtschaftlichkeit des Unternehmens
    • Unternehmenskontrolle/Buchführung
    • Kontrolle von Arbeitsverfahren, überbetriebliche Zusammenarbeit, Kooperation in der Landwirtschaft

    6. Steuern und Soziales, Recht

    • Steuern und Versicherungen
    • Hofübergabe und Rechtsfragen

    7. Alm- und Alpwirtschaft

      8. Ökologischer Landbau

      • Ökologische Landwirtschaft - Getreide-, Leguminosen- und Hackfruchtbau mit Vermarktung
      • Ökologische Landwirtschaft - Gemüse- und Obstbau mit Vermarktung
      • Ökologische Landwirtschaft - Milchvieh- und Rinderhaltung

      9. Diversifizierung bzw. Einkommenskombination

        10. Lehrgänge an Tierhaltungsschulen

        • Tierische Erzeugung - Rind
        • Tierische Erzeugung - Schwein
        • Tierische Erzeugung - Öko-Rind/-Schwein in Kringell

        11. Lehrgänge an landtechnischen Lehranstalten

        • Landmaschinenlehrgang - Schlepper und Gerät
        • Lehrgang - Schweißen
        • Landmaschinenlehrgang - Maschinen der Außen- und Innenwirtschaft

        12. Praxistage

        • Pflanzenproduktion
        • Tierproduktion Schwerpunkt Rinderhaltung
        • Tierproduktion Schwerpunkt Schweinehaltung

        Berufliche Qualifikation für Einzelbetriebliche Investitionsförderung

        Mit der Teilnahme an folgenden verpflichtenden BiLa-Modulen erfüllen die Teilnehmer eine der Voraussetzungen für das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) und die Diversifizierungsförderung (DIV):
        • Grundlagen der pflanzlichen Produktion mit Sachkundenachweis Pflanzenschutz
        • Betriebswirtschaftliche Grundlagen
        • ein Schwerpunktmodul der Pflanzlichen oder Tierischen Produktion
        Die Teilnahme am Lehrgang der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau für Nebenerwerbs-Winzer sowie die Teilnahme an entsprechenden Modulen der BiLa-Akademien sind gleichwertig.

        Zulassung zur Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt/in

        Berufsbildungsgesetz (BBiG)

        BiLa bereitet Landwirte, die eine außerlandwirtschaftliche Erstausbildung und 4 Jahre Berufspraxis im Haupt- oder Nebenerwerb nachweisen auf die Berufsabschlussprüfung Landwirt/-in vor.

        Streben Kursteilnehmer die Zulassung zur Abschlussprüfung nach § 45 Abs. 2 BBiG an, müssen sie die unten aufgeführten Pflichtmodule absolvieren.

        Pflicht- und Wahlmodule

        • Grundlagen der pflanzlichen Produktion mit Sachkundenachweis Pflanzenschutz und Rodentizideinsatz
        • Grundlagen der Tierischen Produktion mit Lehrgang Tierschutz beim Tiertransport und Nottöten
        • Grundkurs – Motorsäge und Waldarbeit
        • Betriebswirtschaftliche Grundlagen und ein Schwerpunktmodul aus der landwirtschaftlichen Betriebswirtschaft
        • 2 Schwerpunktmodule der Pflanzlichen Produktion
        • Grundlagen des Ökolandbaus
        • 2 Schwerpunktmodule der Tierischen Produktion oder der Besuch eines Lehrgangs an einer Tierhaltungsschule
        • Steuern und Soziales, Recht
        • Alm- und Alpwirtschaft
        • Ökologischer Landbau
        • Diversifizierung bzw. Einkommenskombination
        • Lehrgänge an Tierhaltungsschulen und landtechnischen Lehranstalten
        • Praxistage (Pflanzenproduktion, Tierproduktion)
        Vorbereitung der Abschlussprüfung
        Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung wird abschließend ein Ergänzungsseminar angeboten. Daran können jedoch nur Interessenten teilnehmen, die die oben genannten Pflichtmodule besucht haben, sowie einen außerlandwirtschaftlichen Berufsabschluss oder eine zeitlich vergleichbare Ausbildung nachweisen.
        Verkürzung der Praxiszeit
        Bewerber, die eine Verkürzung der Praxiszeit anstreben, haben nach dem Besuch des Ergänzungsseminars in einem besonderen Leistungsnachweis Kenntnisse und Fertigkeiten nachzuweisen, die eine Zulassung nach § 45 Abs. 2 S. 3 BBiG rechtfertigen.

        BiLa-Akademien (Alm- und Alpakademien, Akademien für ökologischen Landbau)

        An einigen bayerischen Standorten wird das BiLa-Programm in Form einer Akademie durchgeführt. Diese Akademieprogramme berücksichtigen regionale Betriebsschwerpunkte (Alm- bzw. Alpwirtschaft: Eschenlohe, Holzkirchen, Traunstein, Immenstadt) oder fachliche Betriebsschwerpunkte (Akademie für ökologischen Landbau: Kringell und Bamberg).

        Akademien für ökologischen Landbau

        Akademie für Diversifizierung

        Folgende meist kostenpflichtige Seminare der Akademie für Diversifizierung können bei der BiLa-Mindeststundenanzahl angerechnet werden.

        Angebote der Akademie für Diversifizierung (www.diva.bayern.de)

        • Einstiegsseminar – Einkommenskombination (BiLa-Anrechnung: 12 Stunden)
        • Grundlagenseminar – Urlaub auf dem Bauernhof (BiLa-Anrechnung: 12 Stunden)
        • Grundlagenseminar – Erlebnisbäuerin/-bauer (BiLa-Anrechnung: 12 Stunden)
        • Grundlagenseminar – Direktvermarktung (BiLa-Anrechnung: 12 Stunden)
        • Grundlagenseminar – Bauernhofgastronomie (BiLa-Anrechnung: 12 Stunden)
        • Seminare zum Thema "Erneuerbare Energien" (BiLa-Anrechnung: 6 Stunden)

        Organisation

        Die Module und Lehrgänge werden mit Rücksicht auf die außerlandwirtschaftliche Berufstätigkeit der Teilnehmer auch als Abendveranstaltungen angeboten.

        Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) organisieren die Seminare in eigener Verantwortung. Im Internetauftritt der einzelnen Ämter sind aktuelle Informationen zu den angebotenen Module zu finden. Für Spezialthemen gibt es zum Teil ein überregionales Angebot.

        BiLa-Module online buchen

        Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bieten ihre BiLa-Module künftig über ein zentrales Bildungsportal an.

        Direkt zur Online-Buchung für BiLa-Module Externer Link