Bachelor Professional in Landwirtschaftlichem Rechnungswesen und Steuern

Bachelor Professional in Landwirtschaftlichem Rechnungswesen und Steuern können in einer Steuerkanzlei eigenständig und verantwortlich die Aufgaben des Rechnungswesens für land- und forstwirtschaftliche Unternehmen organisieren und durchführen sowie die entsprechenden Steuererklärungen erstellen.

Aktualisiert am: 20.02.2026
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Frau und Mann auf einer Wiese mit Rindern schauen auf ein mobiles Gerät© StMELF

Aufgaben in der Praxis

Zu den Aufgaben eines Bachelor Professional in Landwirtschaftlichem Rechnungswesen und Steuern in einer Steuerkanzlei gehören u. a.
  • Durchführen und Betreuen der laufenden Buchführung in digitalisierter Form;
  • Erstellen des steuerlichen Jahresabschlusses, der steuerlichen Einnahmen-Überschussrechnung oder der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen;
  • Erstellen von Steuererklärungen und Prüfen von Steuerbescheiden;
  • Unterstützen bei der Steuergestaltungsberatung;
  • Erstellen eines BMEL-Jahresabschlusses nach den Vorgaben der Ausführungsanweisung;
  • Erstellen von Bilanzanalysen durch Berechnen aussagekräftiger Kennzahlen;
  • Evaluierung der Kennzahlen mit Standortbestimmung;
  • Unterstützen landwirtschaftlicher Unternehmer bei der Betriebsplanung;

Prüfungsvoraussetzungen

Voraussetzungen für die Fortbildungsprüfung zum Bachelor Professional in Landwirtschaftlichem Rechnungswesen und Steuern sind ein Berufsabschluss als Landwirt/Landwirtin, Fachkraft Agrarservice, Gärtner/Gärtnerin, Forstwirt/Forstwirtin oder Winzer/Winzerin und ein Lernumfang zur Erlangung der notwendigen Qualifikationen von mindestens 1 200 Stunden. Dieser Lernumfang kann durch die Teilnahme an einem einschlägigen Vorbereitungskurs mit zugehörigen Praktikumszeiten nachgewiesen werden. Auch ein agrarwissenschaftlicher Diplom-, Bachelor oder Masterabschluss berechtigt zur Fortbildungsprüfung, sofern der notwendige Lernumfang von mindestens 1 200 Stunden durch einen einschlägigen Vorbereitungskurs mit zugehörigen Praktikumszeiten nachgewiesen wird. Bei einem kaufmännischen oder verwaltungstechnischen Ausbildungsabschluss sowie einem wirtschaftswissenschaftlichen Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss ist zusätzlich eine mindestens einjährige Berufspraxis in der Land- und Forstwirtschaft oder in Bereichen mit überwiegendem Bezug zur Land- und Forstwirtschaft (z. B. Landwirtschaftliche Buchstelle) nachzuweisen.

Fortbildungslehrgänge

Der nach dem Berufsbildungsgesetz erforderliche Lernumfang beträgt mindestens 1 200 Stunden.

Die Formen des Lernens unterteilen sich dabei in
  • systematische Weiterbildung und didaktisch angeleitetes Lernen in Fortbildungslehrgängen,
  • selbstgesteuertes und -organisiertes Lernen sowie
  • Lernen im Arbeitsprozess, insbesondere durch berufliche Praxiserfahrungen.

Präsenzlehrgang

Der Fortbildungslehrgang in Präsenzform findet im Seminarhaus Grainau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) statt und startet jährlich Ende September bzw. Anfang Oktober. Er umfasst 21 Unterrichtswochen mit 840 Unterrichtsstunden. Die enthaltenen 12 Praxiswochen untergliedern die Unterrichtswochen in einzelne Blöcke und werden in Steuerkanzleien mit land- und forstwirtschaftlichen Mandanten absolviert. Der Lehrgangsträger ASOB GmbH informiert über Fortbildungstermine und -kosten.

ASOB Akademie für Steuern, Organisation und Beratung GmbH externer Link

Onlinelehrgang

Der Online-Fortbildungslehrgang startet monatlich, wahlweise als Teilzeit- oder Vollzeitvariante. Er umfasst 700 Unterrichtsstunden, die in flexibler Zeiteinteilung neben der praktischen Tätigkeit in einer Steuerkanzlei absolviert werden. Voraussetzung ist daher die Zugehörigkeit zu einer Steuerkanzlei. Der Lehrgangsträger Taxodia GmbH informiert über Ablauf und Kosten des Online-Fortbildungslehrgangs.

Taxodia® – Die Online Steuerfachschule für Quereinsteiger externer Link

Prüfung

Zuständige Stelle für die Fortbildungsprüfung ist die Regierung von Schwaben.

Prüfungsinhalte/-termine und -kosten

Die Prüfung umfasst die Prüfungsfächer
  • Landwirtschaftliches Rechnungswesen und digitale Buchführung,
  • Grundlagen des Steuerrechts mit land- und forstwirtschaftlichen Besonderheiten,
  • Grundlagen der landwirtschaftlichen Betriebslehre.

Die Prüfung wird einmal jährlich im Zeitraum Mai bis Juli schriftlich und mündlich durchgeführt. Die Kosten für die Prüfung gliedern sich in 250 € (nach Prüfungsgebühren-Verordnung StMELF) seitens der Regierung von Schwaben und 500 € seitens des Lehrgangsträgers.