Gesprächsrunde junger Menschen

Bachelorarbeit von Theresa Branner
Keimbelastung in Spültüchern - Großküchen und Privathaushalte im Vergleich

Beimpfte Tücher zeigen Wachstum von Hefen und Schimmelpilzen.
Spültücher in der Küche gelten unter Hygienefachkräften als große Keimschleuder. Im Fokus stehen in der Regel die Tücher aus Küchen der Gemeinschaftseinrichtungen. Wie stark Spültücher tatsächlich belastet sind und wie es im Privathaushalt aussieht, thematisierte Theresa Branner in ihrer Bachelorarbeit an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Ihr Fazit: Ob Gemeinschaftsküche oder privater Haushalt - Spültücher weisen hohe Keimzahlen auf und müssen regelmäßig, am besten täglich, ausgewechselt werden.
Ausgangssituation:
Zwei Fragen untersuchte Theresa Branner in ihrer Bachelorarbeit. Zum einen, wie stark sind Spültücher in Gemeinschaftseinrichtungen und Privathaushalten mt Keimen belastet. Zum anderen stellte sie die Frage: Reicht der Waschvorgang aus, um vorhandene Keime abzutöten?
Methode:
Untersucht wurden zehn Tücher aus privaten Haushalten und zehn aus gewerblich genutzten Küchen. Dabei analysierte Branner jeweils die Gesamtkeimzahl und das Vorhandensein von Hefen und Schimmelpilzen, zunächst im verschmutzten, danach im gewaschenen Tuch.
Spülschwämme waren vom Test ausgeschlossen. Die Spültücher bestanden aus den Materialien Mikrofaser, Zellulose-Baumwoll- bzw. Viskose-Polyester-Gemisch.
Pathogene Keime konnten aus technischen Gründen nicht bestimmt werden.
Ergebnis Privathaushalt:
Nach maximal 48 Stunden Einsatz im Privathaushalt wies das sauberste Tuch 8 300 Keime pro Gramm Tuch auf, das schmutzigste 1,4 Milliarden Keime.
Durch das Waschen bei 60° Celsius mit Vollwaschmittel halbierte sich in etwa die Anzahl der Keime. Schimmelpilze und Hefezellen ließen sich häufig komplett entfernen.
Ergebnis Großküche:
Die Tücher wiesen bereits nach einem Tag ähnliche Keimzahlen wie die Spüllappen im Privathaushalt auf. Das am stärksten belastete Tuch wies 4 Milliarden Mikroorganismen pro Gramm Tuch auf, das sauberste 1 100 Mikroorganismen.
Die Behandlung der Tücher war den Betrieben freigestellt. Sie setzten desinfizierende Waschverfahren oder einfache Verfahren bei Temperaturen von 60° und 90° Celsius ein. Dabei nutzten sie haushaltsübliche ebenso wie gewerbliche Waschmittel. Die Trocknung der Tücher erfolgte im Wäschetrockner oder an der Luft. Ein Betrieb legte die Tücher über Nacht in einen Chlorreiniger ein und wusch die Lösung am nächsten Tag heiß aus.

Fazit der Bachelorarbeit:

  • Die Keimbesiedlung der untersuchten Spültücher im Privathaushalt nach 48 Stunden Gebrauch entspricht der Höhe einer Fäkalprobe. Diese Keime sind nicht zwingend krankheitserregend.
  • Der Waschvorgang reduziert Keime, darunter Schimmelpilze und Hefen am stärksten.
  • In den teilnehmenden gewerblichen Betrieben führten die professionellen Waschmittel zu einer stärkeren Keimreduktion als die haushaltsüblichen Produkte.
  • Das rasche Trocknen ist entscheidend für ein keimarmes Spültuch.
Das Ergebnis der Bachelorarbeit stützt die Empfehlung des Kompetenzzentrums, Spültücher auch im Privathaushalt täglich zu wechseln. Zudem ist es wichtig, die Spültücher rasch zu trocknen. Um die Erkenntnisse zu festigen, sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig.