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Ernährungsbildung
Netzwerk "Familien mit Kindern von 3 bis 6 Jahren"

Eltern spielen als gute Vorbilder eine wesentliche Rolle. Das Netzwerk "Familien mit Kindern von 3 bis 6 Jahren" will im klassischen Kindergartenalter einen gesundheitsförderlichen Lebensstil mit altersgerechter Ernährung und Bewegung im Alltag verankern.

Ernährung und Bewegung in der Kita und Zuhause

Drei kleine Mädchen im Garten beim Seilziehen.

Foto: Corbis

Eine ausgewogene Ernährung in der Familie und bei den Zwischenimbissen in der Kita ist ein Ziel des Netzwerks. Die Mittagsmahlzeit in den Kitas ist oft schon gut auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmt, aber das Zuhause spielt eine ebenso wichtige Rolle. Die Mahlzeiten sollen Nährstoffe liefern, aber auch eine schöne stimulierende Tischgemeinschaft bieten, die beruhigend wirkt und den Sinn für Schönes prägt.
Sich im Alltag regelmäßig bewegen, ist ein weiterer Schwerpunkt des Netzwerkes. Zeit und Raum schaffen für Bewegung und die Eltern fürs Toben, Springen und Laufen sensibilisieren – nicht nur in der Kita oder im Sportverein, sondern so oft wie möglich.

Zwischenbilanz zum Bildungsprogramm "Gesund und fit im Kinderalltag"

Das seit September 2014 bayernweit installierte Ernährungsbildungsprogramm "Gesund und fit im Kinderalltag - Sechs Wege zur kindgerechten Ernährung und Bewegung" kann auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken. Rund 20.000 Familien mit Kita-Kindern haben seither an den landesweit 1.000 Bildungsveranstaltungen der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten teilgenommen. Dies betonte Ernährungsminister Helmut Brunner bei einer Zwischenbilanz des Bildungsprogramms in Landau.

Pressemitteilung vom 24.07.2015 - Zwischenbilanz "Ernährungsprojekt für junge Familien auf Erfolgskurs"

Bildungsprogramm

Gesund und fit im Kinderalltag – sechs Standardangebote für ganz Bayern

Rückblick auf die Modellphase und Ergebnisse der Evaluation

Modellphase 2012/13

Ziel des Modellprojektes war es, Familien mit Kindern von 3 bis 6 Jahren bei kindgerechter Ernährung und Bewegung zu unterstützen. Für Kindertageseinrichtungen und Familienzentren wurden in fünf Modellregionen (Bayreuth, Fürstenfeldbruck, Fürth, Regensburg und Würzburg) zusammen mit professionellen Netzwerkpartnern ein vielfältiges Angebot zusammengestellt.

Erreichte Eltern

In ihren soziodemografischen Merkmalen, wie z. B. Bildungsabschluss, Erwerbstätigkeit bildeten die Eltern den bayerischen Bevölkerungsdurchschnitt gut ab. Die Gruppe der Alleinerziehenden ist jedoch in der Befragung deutlich unterrepräsentiert.

Gründe für die Teilnahme

Über 80 Prozent der Eltern begründeten ihre Teilnahme an Angeboten, da sie am Thema Ernährung interessiert sind und ca. die Hälfte erwartete sich konkrete Ideen für die Umsetzung im Alltag. Eltern, die nicht teilnahmen, begründeten dies mit Zeitmangel.

Erreichte Eltern über die Art der Angebote

Von den abgefragten Angeboten Ernährungsvortrag, Frühstückswoche, Kochkurs, Einkaufstraining, Bewegung konnten die meisten Eltern (34%) über die Frühstückswoche erreicht werden. Diese war von der Konzeption ein besonders niederschwelliges Angebot. Sie stellte mit verschiedenen Elementen ein gesundes Frühstück bzw. Brotzeit in den Mittelpunkt.

Zufriedenheitskriterien für die Akzeptanz des Angebotes:

  1. Teilnehmerorientierte Veranstaltungen; Ernährung und Bewegung anschaulich behandelt
  2. Neue Ideen: Gut in den Lebensalltag einzubinden
  3. Neutrale Informationen
  4. Hilfe bei der Ernährungserziehung
  5. Kommunikation miteinander und untereinander

Fazit aus der Evaluierung

Eltern mit Kindern von drei bis sechs Jahren sind über die Kita für die Themen Ernährung und Bewegung zu erreichen. Sowohl Inhalt als auch Form der erprobten Angebote fanden bei den Eltern große Zustimmung.

Faltblatt "Gesund und fit im Kinder-Alltag"

Ein Jahr lang wurde in Modellregionen erprobt, womit Eltern am besten als Vorbilder für ihre 3- bis 6-jährigen Kinder zu gewinnen sind. Aus der Vielfalt stellten sich sechs Angebote heraus, die Eltern und Kitas überzeugten.

Diese Standardangebote wurden seit 2014 in über 180 Kitas in ganz Bayern durchgeführt. Damit wurden rund 20.000 Familien mit Kita-Kindern in landesweit 1.000 Bildungsveranstaltungen der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erreicht.

Interessierte Kitas können sich für das Kindergartenjahr 2015/2016 am regional zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten anmelden.

1. Frühstückswoche - ein Türöffner

Bei dem mehrtägigen Angebot steht das Befüllen von Brotzeitboxen bzw. das Probieren gesunder Pausenbrotalternativen (Gemüsespieße, Brotaufstriche etc.) im Mittelpunkt. Zur Bring- bzw. Abholzeit können Eltern mit ihren Kindern verschiedene Stationen durchlaufen und erhalten Antworten auf Fragen zu gesundem Frühstück und Kinderlebensmitteln.

Jedes Kind kann sich an einem Tag in der Aktionswoche seine Brotdose mit den vorhandenen Pausenbrotalternativen füllen. Auch die Eltern dürfen probieren. Kombiniert wird das Befüllen der Brotzeitboxen mit weiteren Stationen, z. B. einer Lebensmittelausstellung mit Zucker-/Fettgehalt von Kinderlebensmitteln, einem Sinnesparcours, einem Quiz, einer Ernährungspyramide oder anderen interaktiven Bausteinen für Eltern und Kinder.

Video: Gesunde Brotzeitkreationen für die Kita

2. Eltern und Kinder kochen gemeinsam

Mutter und Tochter schälen gemeinsam eine Karotte im Eltern-Kind-Kochkurs

Gemeinsam mit den Kindern schneiden, rühren und abschmecken und dabei viele Anregungen für gesunde Familiengerichte bekommen, aber auch Tipps zur Küchenpraxis und einer gesunden Kinderernährung, das ist Ziel der Eltern-Kind-Kochkurse.
Angepasst an die Jahreszeit werden im Kochkurs saisonale und preisgünstige Familiengerichte zubereitet und gemeinsam verzehrt. Auch die Möglichkeit, im Rahmen des praktischen Tuns viel Wissenswertes zu erfahren, wird geschätzt:
Viele Eltern nutzen die Möglichkeit, in der aufgelockerten Kursatmosphäre ihre Fragen stellen zu können. Dabei fließen Informationen zu den verwendeten Lebensmitteln ebenso ein wie Hinweise zur Ernährungserziehung.

3. Einkaufstraining - Schwerpunkt Kinderlebensmittel

Beim Thema Kinderlebensmittel fühlen sich Eltern stark verunsichert, immer wieder tauchen Fragen auf. Familien lernen in diesem Baustein, worauf sie beim Einkauf achten können und erhalten einen Überblick über den „Lebensmitteldschungel“.

Was wirklich in Kinderlebensmitteln steckt und was die Angaben auf den Verpackungen bedeuten, wird entweder in Form eines interaktiven Workshops oder (wenn möglich) als Einkaufstraining im Supermarkt behandelt. Der Workshop greift das Thema anhand vieler Produktbeispiele auf und bearbeitet es gemeinsam. Im Supermarkt werden Beispiele typischer Kinderlebensmittel aus verschiedenen Lebensmittelgruppen bei einem gemeinsamen Rundgang besprochen. Zusätzlich erhalten Eltern Tipps zur allgemeinen Lebensmittelauswahl, aber auch zum Umgang mit Süßigkeiten. Ergänzt werden kann die Theorie mit Kostproben, bei denen z. B. unterschiedliche Süßungsgrade ausprobiert werden, was oft zu Erstaunen bei den Teilnehmern führt.

Video: Einkaufstraining für Eltern

4. Besuch auf dem Bauernhof

Ein Besuch auf dem Bauernhof ist für Eltern und Kinder ein Erlebnis und in Zusammenarbeit mit qualifizierten Erlebnisbäuerinnen eine informative Veranstaltung. Dieses Modul hat sich im Rahmen der Modellphase als sehr gut geeignet herausgestellt, um Familien zu erreichen und ihnen die Herkunft von Produkten und die Wertschätzung für Lebensmittel zu vermitteln. Im Idealfall bietet sich ein gemeinsamer Spaziergang von einem vereinbarten Treffpunkt zum Bauernhof an und kann so die Säulen des Projekts, Ernährung und Bewegung, kombinieren.

Auf dem Bauernhof können Eltern und Kinder die Herkunft der Milch kennenlernen oder den Weg des Getreides vom Acker auf den Teller. Die Themen werden entsprechend der Altersstufe der Kinder angepasst. Besonders gut kommt an, wenn die Kleinen selbst aktiv werden dürfen, sei es beim Ernten von Gemüse, Füttern der Tiere oder Zubereiten einer kleinen Brotzeit aus den gewonnenen Produkten.

5. Bewegtes Picknick

Der Aktionsnachmittag kombiniert Ernährung und Bewegung. In der Modellphase wurde er unter dem Titel „Auf Entdeckungstour mit Willi Wiesel“ durchgeführt. Im Rahmen einer kleinen Wanderung gibt es Tipps für Bewegungsspiele, mit denen Spaziergänge mit Kindern interessanter gestaltet werden können. Gemeinsam werden Bewegungsanregungen ausprobiert und Bewegungsmöglichkeiten in der nahen Umgebung neu entdeckt. Hierfür eignen sich Naturlehrpfade, Trimm-Dich-Wege oder ähnliches.

Wenn in der Nähe der Kita Spielplätze oder Parks sind, eignen sich auch diese. Der Bewegungsreferent gibt immer wieder Tipps und beantwortet Fragen. Am Zielort findet ein kleines Picknick mit vorbereiteten Kostproben statt, das Ideen für schnelle und gesunde Zwischenmahlzeiten liefert. Hierzu gibt ein Ernährungsreferent eine kurze Einführung mit Informationen zu den verwendeten Lebensmitteln und deren Zubereitung.

6. Auf zur Familien-Olympiade

Logo Fitness-Olympiade: symbolischer Turnschuh

Die Fitness-Olympiade hat zum Ziel, dass Familien mehr Bewegung in ihren Alltag bringen. Daher wird in einer Aktionswoche die fitteste Familie einer Kita/eines Stadtteils gesucht. Mit Alltagsbewegungen können Familien selbständig Punkte sammeln und in einen Laufzettel eintragen: Spielplatzbesuche, zu Fuß oder mit dem Rad statt mit dem Auto zur Kita kommen, den Aufzug links liegen lassen und lieber die Treppe nutzen, und vieles mehr. Die Familie, die am Ende der Laufzeit von ein bis zwei Wochen die meisten Punkte gesammelt hat, bekommt einen Preis bzw. Wanderpokal verliehen.

Das Angebot ist sehr niedrigschwellig angelegt. Familien erhalten zudem Anregungen für Bewegungsstationen, die sich mit Alltagsmaterialien gestalten lassen und beispielhaft auch in der Kita aufgebaut werden können. Im Rahmen der Preisverleihung bietet sich die Kombination mit dem Thema Ernährung an, z. B. in Form einer Getränkebar, an der man Anregungen für leckere und gesunde Getränke erhält.