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Gewässerschutz
Wasserpakt Bayern

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel und stellt gleichzeitig die Basis unserer Ökosysteme dar. Das bayerische Trinkwasser weist eine sehr hohe Qualität auf. Damit das so bleibt, hat die Bayerische Staatsregierung zusammen mit Erzeugern, Wasserversorgern, Verbänden und Institutionen einen Wasserpakt geschlossen.

Ziel des Wasserpaktes ist es, alle Kräfte zu bündeln, um auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, eine Verbesserung des Zustandes unserer Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Der Eintrag von Nährstoffen, allen voran Stickstoff und Phosphor, steht dabei im Fokus. Darüber hinaus sind gemeinsam geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Summe der Stoffeinträge in Oberflächengewässer zu minimieren.

Unser Maßnahmenpaket im Rahmen des Wasserpakts

1. Wasserberater in Bayern

Die Wasserberater informieren Landwirte über die gewässerschonende Bewirtschaftung von Äckern und Wiesen sowie das Angebot der Fördermöglichkeiten. Derzeit sind 37 Wasserberater bayernweit im Einsatz. Die Zahl der Berater wird auf 47 erhöht.

Die Aufgaben der Wasserberater sind:

  • die Landwirte über die regionalspezifischen Gewässerqualitäten, Gewässerschutzmaßnahmen und Agarumweltprogramme wie das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) zu informieren,
  • gemeinsam mit den betroffen Landwirten Maßnahmen zur Verbesserung des Gewässerschutzes zu erarbeiten,
  • mit interessierten Landwirten Demonstrationsanlagen zum Zwischenfruchtanbau einzurichten,
  • Maschinenvorführungen, Feldbegehungen und Erfahrungsaustausch unter den Landwirten zu organisieren.

2. Aufbau eines Netzes von Demonstrationsbetrieben

Die teilnehmenden Praxisbetriebe bieten eine Plattform für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch in der Region. Landwirte können sich hier vor Ort informieren, welche Maßnahmen zum Gewässer-, Boden- und Klimaschutz sich in der Praxis erfolgreich umsetzen lassen.

Demonstrationsbetriebe Gewässer-, Boden- und Klimaschutz Externer Link

3. Intensivierung der Forschung

Für spezielle Forschungsprojekte werden insgesamt 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. Im Fokus sind u.a. Projekte zur Verbesserung der Gülleausbringung, der Mulchsaat- bzw. Direktsaattechnik, des Erosionsschutzes und zur Reduzierung des Stickstoffdünger-Einsatzes.

Das gemeinsame Forschungsprojekt mit dem Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) „Grundwasserschutz Hohenthann“ geht in die Umsetzungsphase Externer Link

Folgende Forschungsprojekte wurden bewilligt:

  • Optimierung der Gülleausbringung unter Berücksichtigung der Novellierung der Düngeverordnung;
  • Optimierung Mulchsaat- bzw. Direktsaattechnik;
  • Verbesserung der Erosionsprognose, Handlungsempfehlungen in AG Erosionsschutz veröffentlicht und erste Umsetzungsschritte;
  • Genombasierte Selektionssysteme für Backqualität und Resistenz in Elitezuchtmaterial bei Winterweizen unter moderater Stickstoffdüngung;
  • Machbarkeitsstudie Treibhausgas-optimierte Qualitätsweizenproduktion - Qualitätsmehl mit hoher Kleberqualität und geringem Stickstoffdüngereinsatz durch Züchtung und Produktionstechnik;
  • Stand der Entwicklung stickstoff-reduzierter Anbausysteme (z. B. Entwicklung eines witterungsabhängigen Stickstoff-Prognosemodells, Systeme zur verlustarmen Wirtschaftsdüngerausbringung);
  • Untersuchung unterschiedlicher Methoden zum Mechanischen Abtöten von Zwischenfrüchten für erosionsmindernde Bestellverfahren von Mais zur Reduzierung des Einsatzes von Totalherbiziden;
  • Düngestrategien zur Optimierung des Rohproteingehaltes bei neuen, ertragreichen Braugerstensorten zur Erzielung eines marktgerechten Rohproteingehaltes;
  • Implementierung einer gesamtbetrieblichen Betrachtung zur nährstoffangepassten Fütterung in bayerischen Schweinebetrieben über digital aufbereitete Daten in einem webbasierten Informationscenter;
  • Demonstrationsbetriebe integrierter Pflanzenschutz – Hopfen.

4. Schwerpunkt Gewässerschutz bei der Bildung

Der Lehrplan des Unterrichtsfaches „Pflanzliche Produktion und Vermarktung“ der Landwirtschaftsschulen, Abteilung Landwirtschaft, wurde im Jahr 2017 noch deutlicher auf den Wasser- und Bodenschutz hin ausgerichtet. Den Unterricht halten Pflanzenbaulehrkräfte, durchwegs erfahrene und sehr gut ausgebildete Agraringenieure. Bei Bedarf unterstützen sie die Wasserberater z.B. bei praktischen Schultagen im Sommersemester. Um die Kompetenz der Studierenden bei Wasser- und Ressourcenschutz zusätzlich zu stärken, steigt die Pflichtstundenzahl im Pflanzenbauunterricht ab dem Wintersemester 2018/2019: um 1,5 Wochenstunden im 1. Semester und um eine Wochenstunde im 3. Semester.

5. Schwerpunkt Boden- und Gewässerschutz beim Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)

Im Rahmen des Kulturlandschaftsprogramms setzt Bayern jährlich etwa 120 Mio. Euro für Zwecke des Boden- und Gewässerschutzes ein.

Im aktuellen KULAP für die Förderperiode bis 2020, liegt der Schwerpunkt auf Boden- und Gewässerschutz. Nach dem Prinzip „Freiwilligkeit vor Ordnungsrecht“ unterbreitet das Ministerium den Landwirten verschiedene Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Boden- und Gewässerschutzes beitragen.

Förderfähige Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen des KULAP

  1. Umwandlung von Ackerland in Grünland entlang von Gewässern und in sonstigen sensiblen Gebieten (B28/29)
  2. Extensive Grünlandnutzung entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten (B30)
  3. Anlage von Gewässer- und Erosionsschutzstreifen (B34)
  4. Winterbegrünung mit Zwischenfrüchten bzw. Wildsaaten (B35/36)
  5. Mulch- bzw. Streifen-/Direktsaatverfahren bei Reihenkulturen (B37/38)
  6. Verzicht auf Intensivfrüchte in wasserwirtschaftlich sensiblen Gebieten (B39)
Auch die ökologische Landbewirtschaftung unterstützt Ziele des Boden- und Gewässerschutzes. Hierzu wird im KULAP der Ökolandbau über eine Hektarprämie für die Umstellung und Beibehaltung gefördert.
Darüber hinaus wurden die KULAP-Maßnahmen so weit wie möglich auf das Greening ausgerichtet. So können u. a. Gewässer- und Erosionsschutzstreifen sowie Winterbegrünungen auch mit Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) kombiniert werden.

6. Initiative "boden:ständig" wird bayernweit fest etabliert

bodenständig
Aktuell gibt es bereits 40 boden:ständig-Projektgebiete in den „Hot-Spots“ von Erosion und erhöhten Gewässereinträgen. Die Initiative wird auf Projektgebiete in ganz Bayern ausgedehnt. Die Entwicklung und Betreuung neuer Projekte in den Regionen obliegt den sieben Ämtern für Ländliche Entwicklung. Diese stimmen sich insbesondere mit den Fachzentren Agrarökologie an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, den Wasserwirtschaftsämtern und den Kommunen ab. Sieben neu besetzte Projektstellen an den Ämtern für Ländliche Entwicklung verstärken die Initiative.

Zur Webseite der Initiative boden:ständig Externer Link

7. Bereitstellung ausführlicher Informationen zum Thema Gewässerschutz für die Öffentlichkeit

Auf den Seiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ist ein umfassendes Internetangebot eingerichtet. Hier finden sich u.a. Informationen zu Bewirtschaftungs- und Düngemaßnahmen, Versuchsergebnisse und Praxisbeobachtungen auf Wirtschaftsgrünland, sowie Ergebnisse aus zehn Jahren Stickstoff-Monitoring.

Gewässerschutzseiten der LfL Externer Link

8. Alternative Energiepflanzen und Demo-Projekt "Durchwachsene Silphie"

Mit dem Anbau der Silphie sind langfristige Umweltvorteile verbunden, insbesondere der Schutz des Grund- und Oberflächenwassers, Erosionsschutz und ein verringerter Oberflächenabfluss bei Starkregenereignissen.

Das Ziel, im Projektgebiet Nördliche Frankenalb die alternative Energie- und evtl. Futterpflanze auf rund 100 Hektar Anbaufläche in den Jahren 2017 und 2018 zu etablieren, wurde bereits 2017 erreicht: Die Landwirte in der Projektregion interessieren sich in großem Maß für den Silphieanbau und boten weit über 100 Hektar zum Einsäen an. Voraussichtlich werden noch weitere Schauflächen sowie zwei ökologisch bewirtschaftete Standorte, mit rein mechanischer Unkrautbekämpfung, hinzukommen.

Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Fachliche Begleitung: Technologie- und Förderzentrum (TFZ).

Demonstrationsprojekt "Silphie-Anbau im Projektgebiet Nördliche Frankenalb" Externer Link

9. Reduzierung stickstoffabhängiger Qualitätsstandards bei Brotweizen

Ziel der Machbarkeitsstudie „QualiBack“ ist die Erzeugung von Qualitätsmehl mit hoher Kleberqualität und geringem Stickstoffdüngereinsatz durch Züchtung und Produktionstechnik. Erste Gespräche mit den Entscheidungsträgern des Handels und der Ernährungswirtschaft wurden geführt.

QualiBack-Studie Externer Link

10. Aktive Begleitung der Landwirte bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung

Die Veränderung des Düngerechts hat bei den Landwirten einen erheblichen Informations- und Beratungsbedarf ausgelöst. Im Auftrag des Ministeriums bieten die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) ein umfangreiches Informationsangebot in Form von Veranstaltungen, nahezu wöchentlichen Artikeln in den Fachblättern und detaillierten Erläuterungen auf den Webseiten der LfL und der Ämter. Der Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland wurde aktualisiert und allen Landwirten, die einen Mehrfachantrag gestellt haben, kostenlos in gedruckter Fassung zugesandt.

Im Rahmen der Verbundberatung werden weitergehende Schulungen und Workshops, sowie persönliche Beratungsgespräche angeboten. Darüber hinaus aktualisiert und entwickelt die LfL weitere notwendige EDV-Fachprogramme und stellt sie den Landwirten 2018 nach und nach kostenlos im Internet zur Verfügung.

Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland (Gelbes Heft) zum Download Externer Link

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