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21. März 2017
Wasserpakt in Bayern

Um den Gewässer- und Bodenschutz in Bayern voranzubringen, hat die Bayerische Staatsregierung – vertreten durch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und Umweltministerin Ulrike Scharf – zusammen mit Erzeugern, Wasserversorgern, Verbänden und Institutionen einen Wasserpakt geschlossen. Geplant sind konkrete Vereinbarungen und Selbstverpflichtungen der Beteiligten.

Ziel des Wasserpaktes ist es, alle Kräfte zu bündeln, um auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, eine Verbesserung des Zustandes unserer Gewässer nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Dabei steht an dieser Stelle der Eintrag von Nährstoffen, allen voran Stickstoff und Phosphor im Fokus. Darüber hinaus sind gemeinsam geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die Summe der Stoffeinträge in Oberflächengewässer zu minimieren.

Plakat zum Wasserpakt in Originalgröße photo 4,8 MB

Wasserpakt für Bayerns Landwirtschaft unterzeichnet

"Für den Gewässerschutz erreichen wir am meisten, wenn alle Akteure ihren Beitrag leisten und intensiv zusammenarbeiten", sagte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beim Pressetermin am 21. März 2017 in München. Der Wasserpakt sei eine wertvolle Grundlage für gemeinsame Anstrengungen und Erfolge. Umweltministerin Ulrike Scharf betonte: "Gewässerschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Bis 2021 werden insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro in den Schutz der Gewässer in Bayern investiert. Zu den wichtigsten anstehenden Aufgaben gehört es, das Grundwasser noch besser zu schützen, den Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer zu reduzieren, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben und die Durchgängigkeit für Wasserlebewesen zu verbessern. Dabei kann der Wasserpakt mit seinen vielfältigen Akteuren wichtige Impulse geben."

Pressemitteilung vom 21. März 2017 mit Foto zum Download

Wasserpakt – Vereinbarung zum kooperativen Gewässerschutz mit der Landwirtschaft

Auszug aus der Präambel

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel und stellt gleichzeitig die Basis unserer Ökosysteme dar. Aus diesem Grund ist die Qualität der Gewässer auf EU-, Mitgliedsstaaten- sowie Länderebene geschützt. Darüber hinaus bestehen auch vielfältige kooperative Ansätze, insbesondere beim Schutz des Trinkwassers, die dazu beigetragen haben, dass das bayerische Trinkwasser bisher eine sehr hohe Qualität aufweist.

Die Versorgung der bayerischen Bevölkerung mit frischem, naturreinem Trinkwasser zu gewährleisten sowie das Grundwasser flächendeckend zu schützen, ist auch in Zukunft von großer Bedeutung und wesentliches Ziel bayerischer Politik.

Wasserpakt (zum Download) pdf 439 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Das Maßnahmenpaket des Landwirtschaftsministeriums im Rahmen des Wasserpakts

1. Verdoppelung der Wasserberater in ganz Bayern
Die Zahl der Wasserberater an den Fachzentren Agrarökologie wird in diesem Jahr von 18 auf 35 nahezu verdoppelt.
2. Aufbau eines Netzes von Demonstrationsbetrieben
Um die Landwirte praxisnah informieren zu können, wird noch heuer ein bayernweites Netz von Demonstrationsbetrieben aufgebaut, die sich durch besondere gewässerschonende Bewirtschaftungsweisen auszeichnen.
3. Intensivierung der Forschung
Für spezielle Forschungsprojekte (u.a. zu Verbesserung der Gülleausbringung, der Mulchsaat- bzw. Direktsaattechnik, des Erosionsschutzes und zur Reduzierung des Stickstoffdünger-Einsatzes) werden insgesamt 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.
4. Schwerpunkt Gewässerschutz bei der Bildung
Auch im Bereich Bildung wird ein Schwerpunkt auf den Gewässerschutz gelegt: an den Fachschulen ebenso wie bei Fortbildungsmaßnahmen und in der Erwachsenenbildung. Die Landesanstalt für Landwirtschaft wird dazu spezielle Vortragsunterlagen, Lehrerhandreichungen usw. erarbeiten.
5. Schwerpunkt Boden- und Gewässerschutz beim Kulturlandschaftsprogramm (KULAP)
Die KULAP-Fläche wird heuer aufgrund zusätzlicher gewässerschonender Maßnahmen deutlich ausgeweitet (u.a. Gewässer- und Erosionsschutzstreifen, Umwandlung von Acker in Grünland an Gewässern, extensive Grünlandnutzung an Gewässern, Ökologischer Landbau). Allein für Neuanträge stehen heuer 14,1 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung (insgesamt 112 Millionen Euro).
6. Initiative "boden:ständig" wird bayernweit fest etabliert
Die erfolgreiche Initiative für verbesserten Boden- und Gewässerschutz (www.boden-staendig.eu) wird nach der bayernweiten Pilotphase zu einem dauerhaften Angebot. Dafür werden acht Projektstellen an den Ämtern für Ländliche Entwicklung eingerichtet.
7. Schwerpunkt Gewässerschutz bei der Öffentlichkeitsarbeit
Auf den Gewässerschutz wird heuer bei der Öffentlichkeitsarbeit ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Unter anderem wird ein eigenes Internet-Angebot aufgebaut. Zudem widmet sich eine Reihe von Beiträgen in der Fachpresse diesem Thema.
8. Alternative Energiepflanzen und Demo-Projekt "Durchwachsene Silphie"
Um den Anbau von alternativen Energiepflanzen zu forcieren, werden nicht nur Informations- und Demonstrationsflächen an verschiedenen Standorten etabliert, das Landwirtschaftsministerium unterstützt auch das Demonstrations-Projekt "Silphie-Anbau" in der nördlichen Frankenalb. Die agrarfachliche Begleitung wird durch das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) durchgeführt.
9. Reduzierung stickstoffabhängiger Qualitätsstandards
Um stickstoffabhängige Qualitätsanforderungen beim Brotweizen zu reduzieren, werden Gespräche mit den Entscheidungsträgern des Handels und der Ernährungswirtschaft intensiviert. Gleichzeitig soll die Entwicklung stickstoff-reduzierter Anbausysteme vorangetrieben werden (z.B. Entwicklung eines witterungsabhängigen Stickstoff-Prognosemodells, Systeme zur verlustarmen Wirtschaftsdüngerausbringung).
10. Aktive Begleitung bei der Umsetzung der neuen Düngeverordnung in der Praxis
Um die Vorgaben der neuen Düngeverordnung möglichst rasch und effektiv in die Praxis umzusetzen, sollen spezielle EDV-Programme und Unterlagen erstellt werden. Darüber hinaus wird das Beratungs- und Bildungsangebot ausgeweitet.