Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

Lern- und Erlebniswelt Bauernhof
Naturnah lernen mit allen Sinnen

Der Bauernhof ist ein idealer Ort, um mit allen Sinnen zu lernen und aktiv zu sein. Direkt am Ort der Entstehung vermittelt er Kindern und Erwachsenen spannende Erlebnisse und Begegnungen rund um die Produktion unserer Lebensmittel und um Naturkreisläufe.

Immer mehr bayerische Lern- und Erlebnishöfe öffnen ihre Türen für Besucher, mit unterschiedlichsten Angeboten. Sie werden vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium dabei unterstützt, dies professionell und einkommenswirksam zu planen und umzusetzen.

Qualifizierter Lernort Bauernhof

Über 280 Erlebnisbäuerinnen und Erlebnisbauern haben bislang die entsprechende Qualifikation erreicht (Stand Juli 2013). Damit haben sie die Voraussetzungen geschaffen, ihren landwirtschaftlichen Betrieb zusätzlich in eine professionelle Lern- und Erlebniswelt zu verwandeln.

Die Themen der pädagogisch aufbereiteten Lerneinheiten sind so vielfältig wie die Schwerpunkte der Höfe selbst und richten sich je nach Anbieter an Kindergartenkinder, Schüler und Erwachsene aller Altersgruppen.
Kinder helfen beim Füttern der Kühe.
„Vom Huhn zum Ei“, „Was kreucht und fleucht denn da auf unserer Wiese“ oder „Pommes sind doch keine Kartoffeln?“ sind nur einige wenige der möglichen Themen. Die Erlebnisbäuerinnen und –bauern arbeiten auf Wunsch auch individuelle Themenvorschläge aus.
Ziel der Erlebnispädagogik auf qualifizierten Bauernhöfen ist es, Kinder an einem authentischen Lernort zu möglichst eigenständigem Handeln zu bewegen. Dadurch wird deren Handlungs- und Sozialkompetenz weiter entwickelt, ein Lernen über vielfältige Sinneserfahrungen ermöglicht und ein persönlicher, nachhaltiger Bezug zur Natur aufgebaut.

Eintages-, Mehrtages-und jahresbegleitende Projekte

Jahresbegleitende Projekttage gewähren nicht nur intensivere Einblicke in eine bestimmte Thematik mit der Möglichkeit, Wissen zu wiederholen und zu vertiefen.
Kinder im Hasenstall füttern die Hasen mit Salat.
Im Vergleich zu Eintagesprojekten bieten sie auch die Chance, Naturkreisläufe und Entwicklungen über einen längeren Zeitraum sinnlich zu erleben: vom Samen über die erntereife Frucht bis zum fertigen Gericht oder von der Geburt eines Tieres über das „Kindergarten-Stadium“ bis zum „Teenager-Rind“.
Dagegen bieten mehrtägige Projekte – eventuell mit Übernachtung auf dem Bauernhof – die Möglichkeit, mehrere Themen zu behandeln und die Komplexität der Nahrungsmittelerzeugung und -verarbeitung besser kennenzulernen. Neben der Landwirtschaft kann auch der bäuerliche Hausgarten zur spielerischen Wissensvermittlung mit allen Sinnen genutzt werden.

Professionelle Betreuung als Dienstleistung

Lern- und Erlebnishöfe mit entsprechender Qualifikation bieten auch professionelle Betreuungsdienstleistungen für Kinder oder Senioren an. So sind vereinzelt bereits Kindergärten auf dem Bauernhof mit wöchentlichem bzw. täglichem Lernprogramm oder Begegnungsstätten für Senioren auf Bauernhöfen zu finden.

Der Bauernhof als Event

Erlebnisbauernhöfe erweisen sich als wahre Schatzkammern für beeindruckende Tier- und Naturerlebnisse. Attraktionen wie Spielscheunen, Strohhüpfburgen oder Spielplätze im Freien, Maschinen, Traktoren und die Begegnung mit Tieren ziehen Kinder magisch an.
Tulpen in Vasen
Aber auch Erwachsene aller Altersgruppen können durch gezielte Angebote angesprochen werden: Kursangebote mit Naturmaterialien, die Zubereitung traditioneller Gerichte, Labyrinthe mit Lernstationen oder Kräuterführungen, Bauerngartenbesichtigungen und vieles mehr.
Einzelne Höfe haben sich zudem auf Kultur- und Kunstprogramme spezialisiert. Leerstehende Scheunen haben sie für Theatervorführungen, Musikveranstaltungen oder literarische Lesungen umgebaut. Oder sie organisieren Ausstellungen einzelner Künstler oder Künstlergruppen, die teilweise den gesamten Betrieb als Kunstbühne nutzen.

Kindergeburtstag auf dem Bauernhof

Kindergeburtstage entwickeln sich immer mehr zum Event. Eltern möchten ihren Kindern etwas Besonderes bieten. Ein Kindergeburtstag auf dem Bauernhof eignet sich hervorragend, Erlebnis und Spaß mit spielerischer Pädagogik zu verbinden, wie erfahrene Erlebnisbäuerinnen berichten.
Kinder putzen ein Pony.
Alles, was Kinder begeistert, ist auf dem Hof meist schon vorhanden oder kann relativ einfach beschafft werden: Tiere zum Streicheln und Füttern, Traktoren und Maschinen zum Ansehen oder Mitfahren, Freiraum zum Toben und selbstgemachte Köstlichkeiten wie Kuchen oder Stockbrot zum Genießen.

Das Programm richtet sich individuell nach den Gegebenheiten des Betriebs und orientiert sich am Alter der Geburtstagskinder, das meist zwischen 3 und 12 Jahren liegt.

Bayerische Bauernhöfe, die Kindergeburtstage ausrichten Externer Link

Marktumfeld sorgfältig analysieren

Betriebe, die in eine Erwerbskombination als Lern- und Erlebniswelt Bauernhof investieren möchten, sollten ihre Ausgangssituation gut analysieren. Neben den persönlichen, familiären und betrieblichen Voraussetzungen gilt es, die rechtlichen und standortbedingten Rahmenbedingungen zu klären. Welches Angebot passt zu mir und dem Betrieb? Habe ich dauerhaft freie Arbeitskapazitäten? Steht die gesamte Familie der Öffnung des Hofs für Besucher positiv gegenüber? Sind entsprechende Räumlichkeiten vorhanden? Stehen ausreichend finanzielle Reserven zur Verfügung? Die Entscheidung für oder gegen diese Art der Erwerbskombination bedarf einer gründlichen und vorausschauenden Abwägung vieler Fragen.

Staatliche Landwirtschaftsberatung unterstützt

Bei der Klärung all dieser Fragen und der eventuellen Vernetzung mit weiteren Kooperationspartnern stehen interessierten Betrieben die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beratend zur Seite. Sie informieren gerne zu möglichen Qualifizierungen und Bildungsangeboten innerhalb des Themengebiets Lern- und Erlebniswelt Bauernhof.

Ansprechpartner

  • Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten