Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

Erwerbskombination
Wettbewerb "Bäuerin als Unternehmerin des Jahres 2019"

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten führte zum achten Mal den Wettbewerb "Bäuerin als Unternehmerin des Jahres" durch. Gesucht sind Bäuerinnen, die mit Ideenreichtum, Mut und Geschick neue Tätigkeitsfelder und zusätzliche Einkommensquellen für ihre Betriebe erschlossen haben. In diesem Jahr wurden erstmals auch Sonderpreise für landwirtschaftliche Startup-Unternehmerinnen vergeben. Insgesamt werden beim Wettbewerb sechs Preise in Höhe von bis zu 2.500 € vergeben.

Ministerin Kaniber zeichnet "Bäuerinnen des Jahres" aus

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sechs "Bäuerinnen als Unternehmerin des Jahres 2019" am 9. Oktober 2019 für ihre beispielhaften unternehmerischen Leistungen und ihre innovativen Geschäftsideen ausgezeichnet. Die Preisträgerinnen seien Vorbilder und Impulsgeber für weitere zündende Geschäftsideen. "Sie sichern die Existenz Ihrer Betriebe, indem Sie Ihre eigenen Potenziale, die Ihres Hofes und der Region geschickt nutzen. Innovative Bäuerinnen sind für den Erhalt eines zukunftsfähigen ländlichen Raums von unschätzbarem Wert", so die Ministerin in ihrer Festrede.

Pressemitteilung vom 9. Oktober 2019

Gruppenfoto - Bäuerinnen als Unternehmerin des Jahres 2019

Ministerin Michaela Kaniber (M.) mit den Preisträgerinnen Gabi Stadler, Brigitte Riedl, Julia Dürr-Döppert, Svea Petersen, Maria Deß und Maria Voglrieder (v. l. n. r.).

Alle Fotos von der Veranstaltung: Seyfarth/StMELF, Abdruck honorarfrei

Der Wettbewerb

Die prämierten EINZELUNTERNEHMERINNEN des Wettbewerbs sind Vorbilder für bäuerliche Unternehmerinnen und
- wirtschaftlich erfolgreich.
Das unternehmerische Handeln der Bäuerinnen leistet einen wertvollen Beitrag zum Einkommen des landwirtschaftlichen Familienbetriebs und stabilisiert damit den Gesamtbetrieb.
- innovativ und unternehmerisch aktiv.
Innovative Geschäftsideen werden mit großem Einsatz und Risikobereitschaft als Einkommenskombination umgesetzt. Vielseitige Kompetenzen und Potenziale im Betriebs-, Haushalts- und Personalmanagement werden eingesetzt.
- strukturpolitisch handelnd.
Sie schaffen Arbeitsplätze, bieten attraktive Produkte an, stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe, sind gemeinwohlorientiert aktiv und beeinflussen damit positiv die Struktur im ländlichen Raum. Sie wirken als Botschafterin und als Bindeglied zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft.
Die STARTUP-UNTERNEHMERINNEN
sind Bäuerinnen, Hofnachfolgerinnen oder Neueinsteigerinnen in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sie planen ein innovatives Konzept einer Einkommenskombination und wollen dieses umsetzen.

Die Preisträgerinnen 2019

1. Preis | Staatspreis – Maria Deß, Ziegenhof Deß, 92342 Freystadt, Lkr. Neumarkt i.d.OPf.

Bürokauffrau und Hauswirtschafterin, Erlebnisbäuerin, Bauernhofgastronomin mit Wirtebrief und Landerlebnisreisen, Teilnahme am Programm Erlebnis Bauernhof und Landfrauenküche 2015

In ihrem Ziegenhof-Café serviert Maria Deß hausgemachte Kuchen und Brotzeiten. Alles von der Ziege finden die Kunden an der Verkaufstheke im Café. An über 180 Tagen im Jahr begrüßt Maria Deß ihre Gäste und zeigt den Betrieb, der nach Biokreis-Richtlinien bewirtschaftet wird. Im Jahr 2006 siedelte das Ehepaar Deß mit seinem Ziegenstall für die rund 170 Ziegen aus. Um aus der Ziegenhaltung ein eigenes Unternehmen aufzubauen, begann sich Maria Deß weiterzubilden. Zudem stanzelt sie auf der Steirischen Harmonika aus vollem Herzen.

Das Ziegenhof-Café wurde 2013 mit Blick in den Ziegenstall gebaut und ist jeden ersten Sonntag im Monat und darüber hinaus auch für Veranstaltungen geöffnet. Im Café bietet Maria Deß neben regionalen Produkten Ziegenkäse und Ziegenwurst aus eigener Produktion an. Ganz wichtig ist es ihr, nicht nur die Milch und das Fleisch der Ziegen zu nutzen, sondern das komplette Tier zu verwerten – vom Ziegenfett, über Hörner und Knochen bis zum Ziegenfell.
Weitere Details

Was am Konzept überzeugt

  • vielseitig qualifizierte Unternehmerin
  • beispielhafte Vermarktung der eigenen Ziegen „from nose to tail“
  • hohe Mitarbeiterzufriedenheit
  • zahlreiche Kooperationen mit anderen Landwirten
  • attraktives tagestouristisches Ziel und musikantenfreundliches Wirtshaus

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Unternehmerin des Jahres 2019: Staatspreis – Maria Deß

2. Preis | Ehrenpreis – Brigitte Riedl, Zehatmoarhof, 85625 Jakobsbaiern, Lkr. Ebersberg

Bankkauffrau, Einsemestriger Studiengang Hauswirtschaft, Ebersberg, Agrarbürofachfrau

Mit der Umstellung von der Milchwirtschaft auf die Freilandhühnerhaltung 2009 beginnt der Weg von Brigitte Riedl als Unternehmerin. Sie weiß, dass fast jede Hühnerbäuerin einen Eierlikör herstellt. Mit ihrer speziellen, milderen Rezeptur des Mischgetränks, ihrem „Gack“, fing 2013 alles an. Das ganz Besondere ist aber ihre Verpackungsidee – das Gackerl® – mit der sie den Markt erobert. Die Unternehmerin packt das Mischgetränk in kleine 2cl Twist-off Portionsgläser und vermarktet sie in Eierkartons und -schachteln. Sie verkauft direkt ab Hof, im Einzelhandel und arbeitet mit Getränkemärkten zusammen, die ihr Partygetränk im größeren Stil vermarkten.

Als Unternehmerin beschäftigt Brigitte Riedl fünf Mitarbeiterinnen, allesamt Mütter. Es wird immer vormittags gearbeitet, damit sich Familie und Beruf gut vereinbaren lassen.
Weitere Details

Was am Konzept überzeugt

  • Entwicklung einer Produktinnovation aus einem Klassiker der Direktvermarktung und Platzierung am Markt
  • Rohstoffe aus der Region – vom Futter bis zum Alkohol
  • Arbeitsplätze für fünf Mütter – Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen
  • Wiederverwendbarkeit der Gläser

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Unternehmerin des Jahres 2019: Ehrenpreis – Brigitte Riedl

Anerkennungspreis – Julia Dürr-Döppert, Weinbau Dürr GbR, 97258 Bullenheim, Lkr. Neustadt/Aisch-Bad Windsheim

Julia Dürr-Döppert ist als selbstständige Unternehmerin Teil der Weinbau Dürr GbR. Der Familienbetrieb lebt davon, dass jedes Familienmitglied eigenverantwortlich einen Unternehmenszweig betreut, aber alle zusammen an einem Strang ziehen.

Julia Dürr-Döppert nutzt das Erfahrungswissen ihrer Eltern und setzt bewusst eigene, innovative Akzente, um das Beste aus ihren Trauben herauszuholen. So baut sie seit letztem Herbst den ersten Wein in einem Granitfass aus. Die „GranitGranate“ hat einen einzigartigen weichen Charakter und ist ihr neues Premiumprodukt. Daneben bietet sie Weinstockleasing an und setzt auf den direkten Kundenkontakt. Sie hat viel Zeit in eine umfassende Ausbildung investiert, ist Winzermeisterin und Technikerin für Weinbau und Oenologie und erfolgreiche Absolventin der Hauswirtschaftsschule.

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Unternehmerin des Jahres 2019: Anerkennungspreis – Julia Dürr-Döppert

Anerkennungspreis – Maria Voglrieder, Summererhof, 85625 Baiern / Netterndorf, Lkr. Ebersberg

Mit viel Energie und Zielstrebigkeit baut Maria Voglrieder für den Summererhof weitere Standbeine auf und macht ihn so zukunftsfähig. Es gibt einen Hofladen, eine Schaukäserei und ein Hofcafé. Sie war auch die treibende Kraft bei der Umstellung auf einen Naturlandbetrieb.

Von Beginn an war es der Jungbäuerin wichtig, sich einen eigenen Betriebszweig auf dem Hof aufzubauen. So eröffnete sie 2008 ihren Hofladen, der wöchentlich rund 200 Kunden aus nah und fern anlockt. Nudeln, Konfitüren, Brotaufstriche, Säfte und Obstbrände werden von sorgfältig ausgewählten Partnern und Lieferanten nach streng definierten Vorgaben hergestellt.
Nach dem Motto „besser essen, sorglos genießen“ bietet Maria Voglrieder Catering-Leistungen an und vertreibt Geschenkkörbe. Eine Besonderheit sind dabei die eigenen Käsesorten, die in der 2010 eröffneten Schaukäserei vor den Augen der Kunden hergestellt werden: zu sehen durch ein Guckloch im Boden des Hofcafés! Das Hofcafé wurde zuletzt 2018 erweitert, so dass Maria Voglrieder nun auch größere Gruppen bewirten kann. Die Kunden aus der Region profitieren von ihrem breiten Angebot.

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Unternehmerin des Jahres 2019: Anerkennungspreis – Maria Voglrieder

Sonderpreis | Startup – Gabi Stadler, Esel-Begegnungshof, 94545 Hohenau, Lkr. Freyung-Grafenau

Die gelernte Dorfhelferin Gabi Stadler kennt die schwierige Suche nach Betreuungsplätzen im ländlichen Raum. Sie weiß, dass Angehörige kaum Entlastungsangebote in der Kurzzeitpflege finden.

Im Raum Freyung will sie mit ihrem Konzept Abhilfe schaffen. Unter der Leitidee der sozialen Landwirtschaft öffnet sie den eigenen Hof für ältere und pflegebedürftige Menschen und Kinder und lässt sie Tiere und Natur erleben. Die Betreuung erfolgt in familiärer Atmosphäre eingebunden in den Familienalltag. Ihr Hof ist mit einer barrierefreien Wohnung und einer weit läufigen Gartenanlage ausgestattet.

Der Gründerin ist die eigene Qualifikation sehr wichtig, um die Qualität des Angebots zu sichern und sich weiterzuentwickeln. Das Konzept sieht zusätzliche Arbeitskräfte vor. Ganz besondere Mitarbeiter unterstützen sie schon heute: Ihre fünf Esel, die Herzen öffnen!

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Unternehmerin des Jahres 2019: Sonderpreis | Startup – Gabi Stadler

Sonderpreis | Startup – Svea Petersen, Schweinfach glücklich, 93342 Einmuß, Lkr. Kelheim

Bankkauffrau, Hauswirtschafterin mit Abschluss als Betriebsleiterin der ländlichen Hauswirtschaft.

Glückliche Schweine – zufriedene Kunden. Als Neueinsteigerin in der Schweinehaltung beweist Svea Petersen viel Mut und Geschick. Zum Erfolgsrezept gehören das Gespür für ihre Tiere und der Blick auf das Marktgeschehen. Ihre Schweine werden nur auf Bestellung produziert. Den ersten großen Schritt hat das Nordlicht Svea Petersen 2012 getan, als sie ihre Ausbildung in Niederbayern fortsetzte und der Liebe wegen blieb. Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie 2018 einen Schweinestall mit viel Auslaufmöglichkeit für die Tiere gebaut.

Svea Petersen mästet Schweine und vermarktet diese. Dabei wird immer nur die Anzahl Ferkel dazugekauft, für die ein Abnehmer Interesse bekundet hat. Ihre Kunden legen Wert auf artgerechte Tierhaltung und regionale Produkte. Dazu sind sie bereit, auf das vorbestellte Fleisch bis zu einem halben Jahr zu warten. In diesem Jahr will Svea Petersen sich voll dem Betrieb widmen. Als Nächstes plant sie, einen Hofladen zu eröffnen.

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Unternehmerin des Jahres 2019: Sonderpreis | Startup – Svea Petersen

Die Ziele des Wettbewerbs

  • Existenz der Höfe sichern
  • Stellung der Bäuerinnen stärken
  • Wertschöpfung der Höfe steigern
  • Erzeuger-Verbraucher-Dialog stärken
  • Produkte und Dienstleistungen bekanntmachen
  • Den ländlichen Raum nachhaltig bereichern
  • Neue Arbeitsplätze schaffen
  • Lebensqualität in ländlichen Gebieten steigern
  • Weitere Bäuerinnen motivieren
  • Vernetzung von Unternehmerinnen fördern
… und damit die unternehmerischen Leistungen und die Innovationsbereitschaft der Bäuerinnen würdigen.