Eine Magaritenknopse entfaltet ihre Blüte; das Bild zeigt vier verschiedene Blühstadien in Reihe. Foto: Delphotostock/fotolia.com

Erwerbskombination
Soziale Landwirtschaft in Bayern

Älterer Mann mit Ziegen im Garten (Foto: Birgit Freudenstein)
Bei der Sozialen Landwirtschaft handelt es sich um ein zusätzliches Einkommensstandbein für den landwirtschaftlichen Betrieb, dessen verschiedene Angebotsformen sich an Menschen mit besonderen (sozialen) Bedürfnissen richten. Diese Menschen lernen den vielfältigen Tages- und Jahresablauf auf einem Hof und in der Natur kennen. Sie werden nach ihren individuellen Möglichkeiten in den Hofalltag und ins Arbeitsgeschehen der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaus oder der Hauswirtschaft einbezogen.

Soziale Landwirtschaft kann allen Altersgruppen zugutekommen:

  • Kindern und Jugendlichen, z. B. als Tages- oder Heimeinrichtung, Bauernhofkindergarten
  • Menschen jeden Alters mit körperlichen, geistigen, sozialen und psychischen Beeinträchtigungen (auch mit Suchterkrankungen), z. B. betreutes Wohnen oder Wiedereingliederung ins Arbeitsleben
  • Älteren Menschen, z. B. mit Wohnen auf dem Bauernhof

Typische Angebote der landwirtschaftlichen Betriebe sind:

  • Beschäftigung und Arbeit
  • Betreuungsleistungen
  • (erlebnis-) pädagogische Dienstleistungen
  • hauswirtschaftliche Versorgung
  • Verpflegung
  • Wohnen und/oder Vermietung (Nutzung leer stehender Bausubstanz)
Das Landwirtschaftsministerium unterstützt und qualifiziert landwirtschaftliche Unternehmerinnen und Unternehmer beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Sozialer Landwirtschaft.

Soziales Unternehmertum trifft Landwirtschaft

Der demografische Wandel bringt große gesellschaftliche Herausforderungen mit sich. Bäuerliche Familienbetriebe mit dem Betriebszweig Soziale Landwirtschaft sind dafür prädestiniert: Die realistische Lebens- und Arbeitswelt, die festgelegte Tagesstruktur, eine klare einfache Hierarchie, Alltagssprache und sinngebundene Tätigkeit statt "künstlicher" Beschäftigung, geben Menschen mit besonderen Bedürfnissen Sicherheit.

Soziale Landwirtschaft erfreut sich zunehmender Beliebtheit. In Bayern sind mittlerweile über 60 Betriebe aktiv. Neben zusätzlichem Einkommen und/oder zusätzlicher Arbeitskraft nutzen die Bäuerinnen und Bauern ihre sozialen Kompetenzen.

Soziale Landwirtschaft anbieten – Seminar zur Betriebszweigentwicklung

Sie planen den Einstieg in den Betriebszweig Soziale Landwirtschaft oder möchten Ihr soziales Unternehmertum auf Ihrem Bauernhof weiterentwickeln und optimieren? Dann ist die Qualifizierung im Betriebszweig "Soziale Landwirtschaft" das Richtige für Sie. Sie entwickeln Ihr eigenes Betriebszweigkonzept und werden sich Ihrer Potenziale als Anbieter von Angeboten der Sozialen Landwirtschaft bewusst. Das Grundlagenseminar schließt mit einem Zertifikat ab.

Seminar zur Betriebszweigentwicklung

EIP-Agri – Innovationsprojekt für die Soziale Landwirtschaft

EIP Agri - Logo
Zehn landwirtschaftliche Betriebe aus ganz Bayern wurden für das EU-Förderprogramm EIP-Agri ausgewählt. Die Betriebe erhalten fundierte Unternehmensberatung zur Entwicklung eines Unternehmenszweiges innerhalb der Sozialen Landwirtschaft. Die Ergebnisse werden für andere interessierte Betriebe bereitgestellt.

Die Europäische Innovationspartnerschaft für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri) ist ein Förderinstrument der EU. Mit dem Förderprogramm sollen Innovationen im landwirtschaftlichen Bereich gestärkt werden. Die Produktion soll nachhaltig sein und dabei dem Grundsatz "Mehr mit Weniger" folgen.

Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) Agri

Netzwerkarbeit in der Sozialen Landwirtschaft

Ganz nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stärker" unterstützen die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten das gegenseitige Vernetzen der unterschiedlichsten Akteure in der Sozialen Landwirtschaft. Mittlerweile gibt es drei Netzwerke in Bayern:
- Niederbayern/Oberpfalz
- Nordbayern
- Schwaben/Oberbayern
Nähere Informationen zu den Netzwerktreffen erteilen die Ansprechpartner in den Regierungsbezirken.

Ansprechpartner in den Regierungsbezirken

Die Ansprechpartner/-innen an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) unterstützen landwirtschaftliche Betriebe, die Soziale Landwirtschaft anbieten oder ihr Angebot weiterentwickeln möchten. Sie beantworten Fragen rund um die Soziale Landwirtschaft und deren Fördermöglichkeiten, organisieren Netzwerktreffen, Tagungen, Qualifizierungen und kennen die Netzwerkpartner in der Region.

Oberbayern
Claudia Opperer, AELF Rosenheim
Tel.: 08031 3004-0
E-Mail: poststelle@aelf-ro.bayern.de

Niederbayern
Kerstin Rose, AELF Passau-Rotthalmünster
Tel.: 0851 9593-30
E-Mail: poststelle@aelf-pa.bayern.de

Oberpfalz
Irmgard Kuhn, AELF Neumarkt i.d.OPf.
Tel.: 09181 4508-0
E-Mail: poststelle@aelf-ne.bayern.de

Oberfranken
Christine Reininger, AELF Coburg
Tel.: 09561 769-0
E-Mail: poststelle@aelf-co.bayern.de

Mittelfranken
Werner Vollbracht, AELF Weißenburg i.Bay.
Tel.: 09141 875-0
E-Mail: poststelle@aelf-wb.bayern.de

Unterfranken
Walter Fürst, AELF Bad Neustadt a.d.Saale
Tel.: 09771 6102-0
E-Mail: poststelle@aelf-ns.bayern.de

Schwaben
Marie-Luise Althaus, AELF Kempten
Tel.: 0831 52147-0
E-Mail: poststelle@aelf-ke.bayern.de

Qualifizierungsmaßnahmen

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