Landwirtschaft
Klima- und Ressourcenschutz
Kaum ein anderer Berufszweig arbeitet enger mit der Natur zusammen als der des Land- oder Forstwirts.
Mit der Landbewirtschaftung geht die Nutzung von Ressourcen (z. B. Boden, Wasser, Rohstoffe) einher, was unvermeidlich Auswirkungen auf unsere Umwelt hat. Eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen ist daher auch von allgemeinem Interesse. Der Klimawandel ist eine neue Herausforderung, die auch die Land- und Forstwirtschaft berührt; die Land- und Forstwirtschaft trägt auch aktiv zum Klimaschutz bei.
Schwerpunkte
Boden dient den Wurzeln der Pflanzen, rein physikalisch betrachtet, zur Verankerung, er dient aber auch als Wasser- und Nährstoffspeicher und damit als Grundlage für die Ertragsbildung. Der Landwirt hat daher ein hohes Interesse an einem nachhaltigen Schutz dieser Ressource. Der Schutz des Bodens vor Wasser- und Winderosion ist eine – angesichts des Klimawandels – für die hiesige Landwirtschaft zunehmende Herausforderung.
Die Gewährung von Direktzahlungen ist an die Einhaltung von Vorschriften in den Bereichen Umwelt, Futtermittel- und Lebensmittelsicherheit sowie Tiergesundheit und Tierschutz (Cross Compliance) geknüpft. Die Bayerische Erosionsschutzverordnung beruht auf Vorgaben aus Cross Compliance.

Neben dem Boden ist das Wasser einer der ertragsbegrenzenden Faktoren. Sowohl Wassermenge als auch Wasserqualität sind Faktoren, mit denen sich die Landwirtschaft künftig verstärkt auseinandersetzen muss.
Mit der Wasserrahmenrichtlinie fordert die EU, dass möglichst bis zum Jahr 2015 überall ein guter Gewässerzustand zu erreichen ist. In Bayern erfolgt die Umsetzung bis zum Jahr 2015 ausschließlich auf freiwilliger Basis.
Die bayerische Landwirtschaftsverwaltung hat zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Herbst 2009 Wasserberater eingestellt und nach regionalem Bedarf verteilt. Sie sollen die Landwirte zu geeigneten Maßnahmen beraten, die über die gute fachliche Praxis hinausgehen. Damit den Landwirten keine finanziellen Nachteile entstehen, sollen möglichst viele Landwirte an Maßnahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms teilnehmen.
Bayern verfügt über eine beeindruckende Vielfalt an wertvollen Kulturlandschaften mit einer beachtlichen Anzahl an Tier- und Pflanzenarten.

Darauf basiert seine landschaftliche Schönheit, Anziehungskraft für Touristen und Lebensqualität für seine Bürger. Neben ökologischen und ökonomischen Gründen sprechen auch soziale, kulturelle und ethische Aspekte für den Erhalt der Biodiversität.
Mit den in Bayern verfügbaren Agrarumweltmaßnahmen einschließlich der Heckenpflegeprämie gibt es probate Förderprogramme zum Schutz der Biodiversität.
Bei der Herstellung von Düngemitteln und der Bewirtschaftung der Flächen (Bodenbearbeitung, Ernte, Transport) werden Energien eingesetzt, die zum Teil fossiler Herkunft sind. Dabei wird Kohlendioxid, ein klimaschädliches Gas, freigesetzt.
Auch beim Kreislauf des für das Pflanzenwachstum wichtigen Nährstoffes Stickstoff entstehen durch physikalische und biologische Umsetzungsprozesse zum Teil klimaschädliche Gase. Auch Bewirtschaftungsänderungen, die in den Kohlenstoffhaushalt des Bodens eingreifen, z. B. Umbruch von Dauergrünland, oder die auf natürlichem Wege erfolgende Methanausscheidung bei Wiederkäuern (z. B. Kühe) können sich nachteilig auswirken.

Neben Fragen zum Klimaschutz ist interessant, welche Möglichkeiten sich für die Landwirtschaft bieten, sich an den Klimawandel anzupassen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat dazu einen Arbeitsschwerpunkt „Klimaänderung“ eingerichtet, der sich mit Fragen rund ums Klima befasst.
In diesem Arbeitsschwerpunkt sind auch die Forschungsprojekte beschrieben, die im Rahmen des „Klimaprogramms Bayern 2020“ gestartet wurden.
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