Klima- und Ressourcenschutz
Der Klimawandel ist längst in Bayern spür- und messbar. Die Durchschnittstemperatur steigt. Wir sehen mehr gefährliche Extremwetterereignisse, nassere Winter und trockenere Sommer, mit Folgen für Mensch, Natur und Wirtschaft. Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in allen Lebensbereichen sind enorme Herausforderungen, denen das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus mit einer Vielzahl von Maßnahmen begegnet.
© PantherMedia / filmfotoSchwerpunkt Klima
Ressourcen
Land- und Forstwirtschaft arbeiten eng mit der Natur zusammen. Sie nutzen Ressourcen wie Boden, Wasser oder Rohstoffe, um Land zu bewirtschaften. Das wirkt sich auf unsere Umwelt aus. Ressourcen nachhaltig zu nutzen und zugleich dem Klimawandel zu begegnen, ist eine Herausforderung.
Projekte und Maßnahmen zum Klimaschutz

Energieeffizienz im Obst- und Gemüsebau
Bayern stärkt den klimafreundlichen Obst- und Gemüseanbau: Kurze Transportwege reduzieren CO2-Emissionen und machen uns unabhängiger von Importen. Gleichzeitig können Gewächshäuser Anbauzeiträume verlängern und Bedingungen schaffen, die die nachhaltige Produktion begünstigen.
Energieeffizienz im Obst- und Gemüsebau
Humuserhalt und -aufbau im Ackerland
Humus ist die organische Substanz im Boden, neben Mineralteilchen und Bodenlebewesen. Er besteht überwiegend aus Kohlenstoff. Humus ist Grundlage für Pflanzenwachstum, Nährstoff- und Wasserspeicher, Nahrungsquelle für Bodentiere und Mikroorganismen. Winterbegrünung, vielfältige Fruchtfolgen, organische Dünger wie Gülle und Mist und Stroh das auf der Fläche bleibt erhalten und fördern Humus. Sie sind ein wichtiger Beitrag für die Klimaanpassung, denn Böden mit standorttypischen Humusgehalten sind weniger anfällig für Erosion, speichern mehr Wasser, puffern Trockenphasen besser ab und sind fruchtbarer. Eine dauerhafte Kohlenstoffbindung im Bodenhumus trägt zudem zum Klimaschutz bei.

Klimaschutz durch Moorbodenschutz
Wenn es darum geht, die Klimaerhitzung zu stoppen rücken Moorböden in den Fokus. Gefragt sind Lösungen: Wie kann der Wasserstand auf Moorböden angehoben werden und zugleich das Land nachhaltig wertschöpfend genutzt werden? Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, um die Umsetzung zu ermöglichen? Das Moorbauernprogramm in Bayern ist ein freiwilliges Angebot für Interessierte Flächeneigentümer und Flächenbewirtschafter, die sich mit den Möglichkeiten zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz informieren und die Umsetzungsmöglichkeiten für sich prüfen wollen. Maßnahmen zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz können nur gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren erfolgreich sein. Die Beratung an AELF und ALE bringt die Akteure vor Ort zusammen. Gemeinsam werden Machbarkeiten und einzelbetriebliche Möglichkeiten geprüft und diskutiert und wo möglich umgesetzt.
Information und Beratung an den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (KliMo-Beratung) und den Ämtern für Ländliche Entwicklung.
Förderprogramme, Instrumente der Ländlichen Entwicklung, Bayerisches Kulturlandschaftsprogramm (KULAP-M)
Forschung und Entwicklung zu moorbodenschonender Bewirtschaftungsmaßnahmen und Wertschöpfungsketten

CO2-Fußabdruck - Klima-Check Landwirtschaft
Der LfL-Klima-Check ist ein international anerkanntes Tool, das die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) entwickelt hat und stetig weiterentwickelt. Es ist online verfügbar. Landwirtschaftliche Betriebe können damit ihre Klimabilanz transparent erfassen, Chancen für den Klimaschutz erkennen und konkrete Handlungsoptionen entwickeln.
Klima-Check Landwirtschaft - LfL externer LinkBeratung für interessierte Betriebe

In sieben Schritten zu nachhaltiger Ernährung
Eine nachhaltige Ernährung berücksichtigt neben den gesundheitlichen Aspekten auch die ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Ernährung. Von der Erzeugung über den Handel bis zur Entsorgung: wie kann ich mich nachhaltig ernähren? Eine Annäherung in sieben Schritten.
Nachhaltige Ernährung
Holzbauinitiative Bayern
Bauen mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft trägt nachhaltig und unmittelbar zum Klimaschutz bei. Mit der Bayerischen Holzbauinitiative werden wirksame Maßnahmen und Programme umgesetzt, um Bayern an die Spitze der Holzbaubewegung zu setzen.
Holzbauinitiative Bayern
Energetische Sanierung von Gebäuden und klimaschützende Wärmeversorgung
Im Rahmen der Dorferneuerung leisten wir unter anderem Beiträge zum Klimaschutz, zur Energiewende oder zur Anpassung an den Klimawandel. So können wir auch Nahwärmenetze, sofern sie mit erneuerbaren Energien gespeist werden, fördern oder private Bauherren bei der energetischen Sanierung älterer Bausubstanz unterstützen. Mit diesen Maßnahmen erreichen wir jährlich eine Einsparung von gut 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten.
Dorferneuerung
Kurze Wege und umweltfreundliche Mobilität für einen klimaverträglichen Bayern-Tourismus
Die An- und Abreise trägt als wesentlicher Faktor zum CO₂-Ausstoß im Tourismus bei. Daher sollen noch mehr Gästen aus Bayern und den Nachbarländern für einen Urlaub in Bayern begeistert werden. Ziel ist es, für kurze Anreisewege, längere Aufenthaltsdauern sowie eine CO₂-arme Mobilität vor Ort, beispielsweise mit Bus und Bahn, zu sensibilisieren.
Klimawandel und Tourismus
Vermehrt Gülle in Biogasanlagen nutzen
Gülle als Reststoff aus der Tierhaltung sollte aus Gründen des Klimaschutzes möglichst zur Biogaserzeugung genutzt werden. Der entstehende Gärrest wird zu einem hochwertigen und klimafreundlichen Dünger aufgewertet, der im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder auf die landwirtschaftliche Fläche aufgebracht werden kann. Derzeit werden in Bayern rund ein Neuntel des Gülleaufkommens aus der Rinderhaltung und ein Sechstel aus der Schweinehaltung in Biogasanlagen genutzt. Würden diese Anteile der Wirtschaftsdüngervergärung verdoppelt, könnten zusätzlich Treibhausgase in Höhe von jährlich rund 180.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten vermieden werden.
