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Fleckviehkühe am Futtertisch

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Rinder
Rinderzucht

Züchter und Zuchtverbände (Träger der Zuchtprogramme) werden vom Ministerium in der Zuchtarbeit unterstützt.

Grundlage der Zuchtarbeit sind Leistungsprüfung (z. B. Milchleistungs-, Fleischleistungs-, Melkbarkeits-, Zuchtleistungsprüfung) und Zuchtwertschätzung.
Fleckviehkuh auf der Weide

Fleckviehkuh

Rinderrassen in Bayern

In Bayern sind vor allem sogenannte Zweinutzungsrassen, die auf Milchleistung und Fleischansatz gezüchtet sind, vorherrschend. Wirtschaftlich am populärsten sind die Rinderrassen Fleckvieh (80 %) und Braunvieh (9 %).

Über ein Viertel der deutschen Kühe stehen in Bayern, das sind 1,22 Millionen Tiere. Ein bayerischer Milchviehbetrieb hält im Durchschnitt rund 33 Kühe (Stand 2013).

Tierbeurteilung - Bewertungsbögen für Unterricht, Übungen und Wettbewerbe

Pinzgauer Kühe auf Weide im Voralpenland

Pinzgauer Kühe

Erhaltung gefährdeter Rinderrassen in Bayern

Das Deutsche Gelbvieh, das Pinzgauer-, das Murnau Werdenfelser- und das Ansbach Triesdorfer Rind sowie das Rote Höhenvieh zählen mittlerweile durch den starken Rückgang der Population zu den gefährdeten Rinderrassen und werden staatlich gefördert. Bayern hat bereits 1975 Maßnahmen ergriffen, um die in ihrem Fortbestand bedrohten, heimischen Nutztierrassen zu erhalten. So übernimmt die staatliche Landwirtschaftsberatung in Zusammenarbeit mit den Zuchtverbänden eine gezielte züchterische Betreuung dieser Rassen.

Leistungsplaketten von Milchleistungsprüfungen

Stallplaketten für Milchleistung

Zuchtprogramme

Die Zuchtprogramme der verschiedenen in Bayern gehaltenen Rinderrassen werden von den Zuchtverbänden in Zusammenarbeit mit den Besamungsstationen, dem Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e. V. und der staatlichen Beratung entwickelt und durchgeführt.

Ziel der Zuchtprogramme ist es, die genetische Leistungsveranlagung, die Tiergesundheit und die Qualität der gewonnenen Erzeugnisse nachhaltig zu verbessern und dadurch den wirtschaftlichen Erfolg der Rinderhaltung zu steigern.

Ausgewählte Merkmale und Durchschnittsleistungen bayerischer Herdbuchkühe 2014

Rinderrasse Nutzung Gewicht Kühe
kg
Milchleistung
kg/Jahr
Fett / Eiweiß
%
Dt. Fleckvieh Milch + Fleisch 650 - 800 7606 4,14 / 3,51
Dt. Braunvieh Milch + Fleisch 600 - 700 7447 4,22 / 3,61
Dt. Gelbvieh Milch + Fleisch 700 - 800 5839 4,24 / 3,54
Dt. Holsteins:
Farbrichtung Schwarzbunt
Farbrichtung Rotbunt
Milch 650 - 750
8943
8503

4,03 / 3,39
4,14 / 3,45
Für die vier wichtigsten Rinderrassen in Bayern finden Sie nachfolgend Detailinformationen zum Zuchtziel und eine schematische Übersicht über das jeweilige Zuchtprogramm.

Deutsches Fleckvieh

Nutzung

Fleckvieh ist eine fitnessstarke und leistungsbereite Zweinutzungsrasse, die vor allem in Süddeutschland verbreitet ist und in Bayern rund 80 % Rassenanteil ausmacht.
Rasseporträt Fleckvieh-Jungkuh

Die optimale Fleckviehkuh in der Milchproduktion hat eine starke Vorhand und weist auch zur Laktationsspitze noch eine für die Stabilität und Gesundheit des Tieres erforderliche Rücken- und Keulenbemuskelung auf. Fleckviehtiere zeichnen sich durch ein stabiles Fundament aus. Das Euter ist fest angesetzt und hat einen ebenen Euterboden der auch nach mehreren Laktationen noch über dem Sprunggelenk ist. Als Mutterkuhrasse ist Fleckvieh als Fleischtyp in Deutschland weit verbreitet. Durch die gute Milchleistung der Mutterkühe ergeben sich hohe Absetzgewichte der Kälber. Das Merkmal der genetischen Hornlosigkeit ist ein weiteres wichtiges Zuchtziel.

Zuchtprogramm beim Fleckvieh in Bayern pdf 92 KB

Leistungsmerkmale

Die ideale ausgewachsene Fleckviehkuh in der Milchproduktion weist eine Widerristhöhe von 138 - 145 cm bei einem Gewicht von 650 bis 800 kg auf. Je nach Management und natürlichen Gegebenheiten werden in Abhängigkeit der Fütterungsintensität Herdenleistungen von 7000 kg Milch mit 4,2 % Fett und 3,7 % Eiweiß ebenso realisiert wie Leistungsniveaus bis zu 10000 kg Milch. Die Durchschnittsleistung der Herdbuchkühe 2013 beträgt in Bayern 7.428 kg mit 4,2 % Fett und 3,5 % Eiweiß. Die jährliche Milchleistung steigt bis zur 5. Laktation tendenziell an. Eine markante Besonderheit der Rasse ist die Spitzenstellung in der Eutergesundheit mit einer durchschnittlichen Zellzahl von weniger als 180000 Zellen über alle Laktationen.

  • Erstkalbealter 24 - 28 Monate
  • Zwischenkalbezeit 365 Tage

Mastfähigkeit und Schlachtkörperqualität

Die frohwüchsigen männlichen Kälber eignen sich hervorragend für eine erfolgreiche Rindermast und sind ein wichtiger Zusatzerlös für den spezialisierten Milchproduzenten. In der Intensivmast der Jungbullen werden durchschnittliche tägliche Zunahmen von über 1300 g erreicht.

Die Schlachtkörperqualität ist gut. 85 bis 90 % der Schlachtbullen werden in die vom Markt gewünschten Handelsklassen E und U bei einer Ausschlachtung von 57 – 60 % klassifiziert. Schlachtkühe erreichen ein Schlachtgewicht von 350 – 450 kg. Die gefragten Schlachtkörper werden überwiegend in die Handelsklassen U und R eingestuft und weisen eine mittlere Verfettung bei bester Marmorierung auf.

Weiterführende Informationen

Deutsches Braunvieh

Nutzung

Deutsches Braunvieh ist eine milchbetonte Zweinutzungsrasse, die vor allem in Bayern im Alpen- und Voralpenland (Allgäu) verbreitet ist.

Rasseporträt Braunvieh-Kuh

Neben der Milchleistung und dem Euter wird bei der Zucht besonderer Wert auf die Anpassungsfähigkeit, Langlebigkeit und das gesunde Fundament der Tiere gelegt. Ein gesundes drüsiges und gleichmäßiges Euter mit guter Melkbarkeit zeichnet die Rasse aus. Die Eignung für Grenzstandorte der Milcherzeugung wie Bergregionen und extreme Klima- und Futterverhältnisse, sowie die günstige Zusammensetzung seines käsereitauglichen Milcheiweißes machen das Braunvieh weltweit in bestimmten Regionen sehr interessant.

Zuchtprogramm beim Braunvieh in Bayern pdf 113 KB

Leistungsmerkmale

Die ideale ausgewachsene Braunviehkuh weist eine Widerristhöhe von ca. 138 - 152 cm bei einem Gewicht von über 600 kg auf. Je nach Standortbedingungen und Haltungsintensität werden mindestens 8000 bis 9000 kg Milch im Jahr mit mindestens 7 - 8 % Gesamtinhaltsstoffen Fett/Eiweiß realisiert. Die Mengenleistung soll dabei 250 - 300 kg Eiweiß übersteigen. Die Durchschnittsleistung der Herdbuchküche 2011 in Bayern beträgt rund 7200 kg Milch mit 4,2 % Fett und 3,6 % Eiweiß.

Mastfähigkeit und Schlachtkörperqualität

Die Mastfähigkeit und Schlachtkörperqualität der Braunviehtiere genügt den wirtschaftlichen Anforderungen extensiver und intensiver Rindermastverfahren. In Kombination mit spezialisierten Fleischrassen wie Blonde d' Aquitaine entstehen Kreuzungsprodukte, die in Mast- und Fleischleistung mit reinen Mastrassen ökonomisch konkurrieren können. Braunviehstiere zeigen eine gute Jugendentwicklung mit mindestens 1050 g täglicher Zunahme im ersten Lebensjahr. Maststiere erreichen im Alter von 450 Tagen mit 560 kg die Schlachtreife, ihre täglichen Zunahmen in der Intensivmast liegen über 1200 g pro Tag.

Weiterführende Informationen

Deutsches Gelbvieh

Nutzung

Gelbvieh ist eine fleischbetonte Zweinutzungsrasse und wird durch die Herkunft aus Franken auch als „gelbes Frankenvieh“ bezeichnet.
Rasseporträt Gelbvieh-Bulle

Es zeichnet sich durch eine gute Bemuskelung, starke Knochen und widerstandsfähige Klauen aus. Bei ausschließlicher Verwendung zur Fleischproduktion wird ein robustes Rind mit optimaler Fleischleistung angestrebt. Ein hohes Futteraufnahmevermögen in Verbindung mit sehr gutem Fleischansatz, guter Fruchtbarkeit, problemlosen Abkalbungen, Anpassungsfähigkeit und dadurch lange Nutzungsdauer sind Kennzeichen der Rasse und daher interessant in Reinzucht und Gebrauchskreuzungen mit milchbetonten Rassen. Das Merkmal der genetischen Hornlosigkeit ist ein wichtiges Zuchtziel.

Zuchtprogramm beim Gelbvieh in Bayern pdf 94 KB

Leistungsmerkmale

Eine Gelbviehkuh weist eine Widerristhöhe von 138 - 145 cm bei einem Gewicht von 700 bis 850 kg auf. Der Widerrist ausgewachsener Bullen liegt zwischen 148 - 160 cm bei einem Gewicht von 1100 bis 1300 kg. Die durchschnittliche Milchleistung schwankt je nach Nutzungsintensität und lag 2011 bei den Herdbuchkühen bei rund 5800 kg pro Jahr mit rund 4,2 % Fett und 3,5 % Eiweiß.

  • Erstkalbealter 24 - 28 Monate
  • Zwischenkalbezeit 365 Tage

Mastfähigkeit und Fleischqualität

Junge Bullen zeigen ein lang anhaltendes Fleischwachstum ohne qualitätsmindernde Verfettung bei voller Bemuskelung in den wertvollen Fleischpartien. Bei Intensivmast werden Tageszunahmen von rund 1.300 g erreicht. Hinzu kommen hohe Ausschlachtungsprozente von ca. 60 % mit Schlachtgewichten bei Jungbullen um 600 kg. Die Fleischqualität ist feinfaserig, zart, gut marmoriert und von ausgezeichnetem Geschmack.

  • Tägliche Zunahmen der Absetzer
    • männlich: mindestens 1400 g
    • weiblich: mindestens 1150 g
  • Jungbullen
    • Schlachtgewicht: 600 - 650 kg
    • tägliche Zunahme: mindestens 1300 g
    • Schlachtausbeute: mindestens 60 %
    • Fleischanteil: mindestens 70 %

Weiterführende Informationen

Deutsche Holsteins

Nutzung

Deutsche Holsteins der Farbrichtung Schwarzbunt und Rotbunt werden auf hohe Lebensleistung gezüchtet. Ziel ist die wirtschaftliche Leistungskuh in milchbetontem Typ, die durch stabile Gesundheit und gute Fruchtbarkeit viele Laktationen lang nutzbar ist und über ein entsprechendes Entwicklungspotenzial mit hohem Futteraufnahmevermögen und optimaler Futterverwertung verfügt.

Leistungsmerkmale

Für die Milchleistung wird ein genetisches Potenzial von 10000 kg Milch (305 Tage Leistung) mit einem Fettgehalt von 4 % und einem Eiweißgehalt von 3,5 % angestrebt, um Lebensleistungen von über 40000 kg Milch zu erreichen.

Ausgewachsene Kühe sollten eine Widerristhöhe von 145 bis 156 cm sowie ein Gewicht von 650 bis 750 kg erreichen. Ihr Körperbau und ihre Bewegungsmechanik, einschließlich eines korrekten und widerstandsfähigen Fundaments, müssen den Anforderungen einer hohen Leistung und langen Nutzungsdauer entsprechen. Verlangt wird außerdem ein gesundes und gut melkbares Euter, das in Qualität und Funktionsfähigkeit hohe Tagesleistungen über viele Laktationen ermöglicht und die Ansprüche moderner Melksysteme erfüllt.

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