Blick auf Lappersdorf im Landkreis Regensburg

Afrikanische Schweinepest – Einschleppung vermeiden

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat 2014 die Nordostgrenze der EU erreicht. Sie breitet sich weiter aus. Im September 2018 erreichte sie Belgien. Es droht auch die Einschleppung nach Deutschland.
Erhöhte Wachsamkeit ist geboten! Bitte helfen Sie mit, das Risiko eines Eintrages dieser anzeigepflichtigen Tierseuche zu minimieren bzw. einen Ausbruch zeitnah zu entdecken! Lebensmittel können diese, für den Menschen ungefährliche, Krankheit übertragen. Bitte werfen Sie Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter!
Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMELZoombild vorhanden

Warnplakat zur Afrikanischen Schweinepest, Quelle: BMEL

Seuchenausbreitung in Europa

In den osteuropäischen Staaten Polen, Litauen, Lettland und Estland werden seit Anfang 2014 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) festgestellt. Mit der Republik Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sind weitere osteuropäische Mitgliedsstaaten nach und nach hinzugekommen. Auch Russland und China, wo 2018 eine sehr rasche Ausbreitung über weite Distanzen erfolgte, sind betroffen.

Mittlerweile hat sich der Seuchenzug auf Westeuropa ausgedehnt: im September 2018 wurde das Virus in Belgien nachgewiesen. Die Seuche ist nicht mehr weit von Deutschland entfernt.

Insbesondere die Ausbrüche in Tschechien - wo die Seuche erfolgreich bekämpft werden konnte - und in Belgien zeigen, dass eine sprungartige Seuchenverschleppung durch viruskontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände jederzeit Realität werden kann. Ein Auftreten ist auch überall bei uns in Bayern möglich.

Afrikanische Schweinepest: Für Haus- und Wildschweine hochansteckend

Für den Menschen ist die ASP ungefährlich, in Schweinebeständen kann sie jedoch schwerwiegende Auswirkungen haben, weil sehr viele Tiere heftig erkranken und sogar sterben. Zudem werden bei einem Ausbruch sofort Handelssperren wirksam, mit denen sich nicht betroffene Länder vor einer Einschleppung schützen.

Wichtig für Reisende und alle landwirtschaftlichen Betriebe

Die Afrikanische Schweinepest kommt seit einigen Jahren in Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine und Russland vor. Ferner tritt sie in Rumänien, Ungarn, Bulgarien und Belgien sowie auf Sardinien auf. In Tschechien wurde sie im Jahr 2017 festgestellt. Dort konnte sie erfolgreich bekämpft werden.

In der deutschen Landwirtschaft tätige Personen (z. B. Erntehelfer) aus diesen Ländern sollten besonders auf die Gefahr der Seuchenverschleppung durch Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände hingewiesen werden. Daneben ist bei (Jagd)reisen in diese Länder äußerste Vorsicht geboten.

Maßnahmen zur Abschirmung der Schweinebestände

Schweinehalter sollten ihre Maßnahmen zur Abschirmung ihrer Bestände überprüfen. Die Anforderungen der Schweinehaltungshygieneverordnung müssen zwingend eingehalten werden.

Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Einfriedung des Betriebs und auf den Schutz des gelagerten Futters und der Einstreu vor Wildschweinen zu legen. Schweinehalter, die auch Jäger sind, sollten erlegte Wildschweine, Jagdhunde und Jagdgegenstände sowie bei der Jagd benutzte Kleidung strikt von ihrem Betrieb fernhalten.

Nicht nur die ASP, auch die klassische Schweinepest und andere Krankheiten stellen eine ständige Herausforderung dar, der sich die Schweinehalter und alle Berufsgruppen, die in der Tierproduktion arbeiten, immer wieder neu stellen müssen. Viele hochansteckende Tierseuchen können bei Ausbruch praktisch nur noch durch Keulung der Tierbestände an der weiteren Ausbreitung gehindert werden. Eine Notimpfung kommt z. B. bei der ASP nicht in Betracht, weil es keine wirksamen Impfstoffe gibt.

Wichtige Hygienemaßnahmen

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen nicht an Schweine (auch Wildschweine) verfüttert werden
  • Zugang zum Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einmalschutzkleidung
  • Tiere nur aus möglichst wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Viehtransporter nach jeder Fahrt
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Ställe vor jeder Neubelegung
  • Schädlingsbekämpfung ordnungsgemäß durchführen und Erfolg kontrollieren