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Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Kopfbild: Kuhkopf (Foto: Dieter Hawlan/iStockphoto.com)

Afrikanische Schweinepest
Einschleppung vermeiden

Nicht nur an den EU-Außengrenzen heisst es aufpassen: Auf Sardinien werden immer wieder Ausbrüche festgestellt, zuletzt mit steigenden Fallzahlen.

Schweinehalter sollten ihre Maßnahmen zur Abschirmung der Bestände in regelmäßigen Abständen überprüfen. 

Afrikanische Schweinepest

Afrikanische Schweinepest (ASP) – der Name lässt vermuten, dass es sich um eine exotische Tierseuche handelt, die bei uns nicht vorkommt. Tatsächlich ist die Seuche vor allem in Afrika heimisch. Im Sommer diesen Jahres sorgten allerdings Meldungen über Ausbrüche an der russischen Schwarzmeerküste und in der Ukraine für Unruhe. Während in der Ukraine bisher nur ein Fall gemeldet wurde, waren es in Russland knapp 250 Ausbrüche. Dort wurden etwa 250.000 Schweine vorsorglich getötet, um die Virusausbreitung zu stoppen.

Mastschwein

Für Menschen ungefährlich, für Schweine hochansteckend

Für den Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich, in Schweinebeständen kann sie jedoch schwerwiegende Auswirkungen haben, weil sehr viele Tiere heftig erkranken und sogar sterben. Zudem werden bei einem Ausbruch sofort Handelssperren wirksam, mit denen sich nicht betroffene Länder vor einer Einschleppung schützen.


Einfuhr aus Drittländern wird an Grenzen überwacht

Die Einfuhr von lebenden Schweinen und Schweinefleischerzeugnissen aus den betroffenen Staaten in die EU ist verboten. An den Außengrenzen der EU werden verstärkte Kontrollen durchgeführt.

Allerdings kann der Erreger auch über Lebensmittel wie Schweinefleisch, Rohwürste oder Salami aus den gefährdeten Regionen eingeschleppt werden. Gelangen diese als Speiseabfälle an Haus- und Wildschweine, ist eine Erkrankung zu befürchten. Verseuchte Fleischwaren wie z.B. Salami oder Schinken können bis zu 6 Monate ansteckungsfähig bleiben.

Mit den Plakaten "Krankheiten machen an Grenzen nicht halt" macht die EU an den Außengrenzen und Flughäfen auf die Gefahr der Einschleppung von Tierseuchen aufmerksam.

Sind wir ausreichend geschützt?

Was oft vergessen wird: Die Afrikanische Schweinepest kommt auch innerhalb der EU vor!

Karte Sardinien; Foto: ©Wikipedia

Die ASP kommt bei Haus- und Wildschweinen auf Sardinien vor
Foto: ©Wikipedia

Seit 1978 kommt es auf Sardinien immer wieder zu Ausbrüchen, allein seit Beginn des Jahres 2012 etwa 60 bei Hausschweinen und 40 bei Wildschweinen. Den zuständigen Behörden scheinen wirksame Mittel zur Bekämpfung zu fehlen. Zwar ist Sardinien „regionalisiert“, wie es in der Behördensprache heisst. Es dürfen also weder lebende Schweine noch rohe Produkte aus Schweinefleisch aus Sardinien verbracht werden.

Die Kontrolle kann allerdings nur stichprobenartig sein, besonders, was Wurst und Fleischwaren betrifft. So sind die meisten Ausbrüche in europäischen Ländern auf Verschleppung des Virus in Speiseabfällen im weltweiten Reiseverkehr zurückzuführen. Durch die lange Überlebensfähigkeit des Virus auch auf Kleidung ist theoretisch aber selbst der Wanderschuh, der eine Wildschweinspur kreuzte, schon ein möglicher Virusüberträger.

Besonders vorsichtig sollten natürlich die Schweinehalter selbst sein, wenn sie Urlaub auf Sardinien machen. Auch Jäger sind zu besonderer Sorgfalt aufgerufen. Von (Saison)-Arbeitskräften aus Ländern, in denen Schweinepest auftritt, geht ein nicht zu unterschätzendes Risiko aus.

Eigene Hygienemaßnahmen immer wieder hinterfragen

Nicht nur die Afrikanische Schweinepest (ASP), auch die klassische Schweinepest und andere Krankheiten stellen eine ständige Herausforderung dar, der sich die Schweinehalter und alle Berufsgruppen, die in der Tierproduktion arbeiten, immer wieder neu stellen müssen. Viele hochansteckende Tierseuchen können bei Ausbruch praktisch nur noch durch großflächige Keulung der Tierbestände an der weiteren Ausbreitung gehindert werden. Eine Notimpfung käme z.B. bei der ASP gar nicht in Betracht, weil es keine wirksamen Impfstoffe gibt.

Wichtige Hygienemaßnahmen

  • Küchenabfälle oder Essensreste dürfen nicht an Schweine (auch Wildschweine) verfüttert werden
  • Zugang zum Stall nur mit Schutzkleidung
  • Tiere nur aus möglichst wenigen, bekannten und gesunden Beständen zukaufen
  • Tiertransporte auf ein Minimum beschränken
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Viehtransporter nach jeder Fahrt
  • Reinigung und anschließende Desinfektion der Ställe vor jeder Neubelegung
  • Schädlingsbekämpfung ordnungsgemäß durchführen und Erfolg kontrollieren