Kopfbild: Kuhkopf (Foto: Dieter Hawlan/iStockphoto.com)

Tierische Erzeugung
Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2018

Milchkuh Pia im offenen Laufstall aus Holz

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat im Jahr 2018 zum fünften Mal den "Bayerischen Nutztierwohl-Preis" vergeben.

Prämiert werden technische beziehungsweise bauliche Lösungen oder Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der bayerischen Landwirtschaft. Dabei steht die Nachhaltigkeit, Praxisgerechtheit und Übertragbarkeit der vorgestellten Maßnahmen auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung im Vordergrund. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden.

Der "Bayerische Tierwohl-Preis für landwirtschaftliche Nutztierhalter" ist ein weiterer Baustein des Ministeriums in der Initiative für tiergerechte Haltungsbedingungen.

Die Preisträger 2018

Gruppenfoto
Zwei landwirtschaftliche Familienbetriebe hat Staatsministerin Michaela Kaniber am 6. August 2018 für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis ausgezeichnet. Die jeweils vergebenen ersten Preise gingen zu gleichen Teilen an den Betrieb Schwimmer aus Sankt Wolfgang (Lkr. Erding) und an den Betrieb Kloning aus Oettingen (Lkr. Donau-Ries). Ministerin Kaniber stellte vor allem die erfolgreiche Umsetzung von ungewöhnlichen baulichen Maßnahmen und das besondere Bemühen der Betriebsleiter um ständige Verbesserungen der Haltung für ihre Nutztiere in den Vordergrund. Jurymitglied Professor Klaus Reiter von der Landesanstalt für Landwirtschaft erläuterte die Ideen und praktische Umsetzung, mit der die beiden Preisträger die siebenköpfige Jury überzeugen konnten.

Pressemitteilung

Fotos: Baumgart/StMELF, Abdruck honorarfrei
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Die Preisträger

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Gruppenfoto Ministerin mit Familie Kloning

Öko-
Mastschweinebetrieb Kloning

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Gruppenfoto Ministerin mit Familie Schwimmer

Milchviehbetrieb Schwimmer

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Milchviehbetrieb Familie Schwimmer

Betrieb Schwimmer, Sankt Wolfgang, Landkreis Erding

Maßnahme: Gesamtmanagement der Kälberhaltung, Einzelbuchten für tierindividuelle Betreuung, die einfach zu Zweier- oder Kleingruppenbuchten umgestaltet werden können sowie Steuerung der Lüftung durch findige Kombination aus Schlauchlüftung und großen Öffnungen im Stall. Großzügiges Platzangebot in den weiteren Aufzuchtphasen.

Öko-Mastschweinebetrieb Familie Kloning

Betrieb Kloning, Oettingen, Landkreis Donau-Ries

Maßnahme: Mehrflächenbuchtenangebot für die Ökomastschweine mit an die Größe der Tiere variabel anpassungsfähigem stroheingestreutem Ruhebereich. Die eingestreute überdachte Außenklimabucht wird ergänzt durch eine freie Auslauffläche, in der eine wassergefüllte Suhle für Abkühlung und Wohlbefinden der Tiere sorgt.

Die Teilnahmebedingungen im Detail

Teilnahme am Wettbewerb

Bewerben konnten sich landwirtschaftliche Unternehmen mit Nutztierhaltung zu Erwerbszwecken in Bayern. Vorschläge konnten mit Einverständnis der Betriebsleiter auch von Dritten eingereicht werden.

Bewerbungsunterlagen

Für die Bewerbung waren folgende Angaben erforderlich.
  1. Name, Adresse, BALIS-Nummer
  2. Betriebsspiegel
  3. Beschreibung der Maßnahme mit Angabe der Kosten
  4. Erläuterung, wie durch diese Maßnahme das Tierwohl verbessert wird
Bereits staatlich ausgezeichnete Projekte beziehungsweise Maßnahmen werden nicht mehr prämiert.

Bewertung

Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen, insbesondere inwieweit die Maßnahme oder das Objekt dem Tierwohl dient und auf andere Betriebe übertragbar ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen soweit es um die Jurybewertung sowie um die Art, Höhe und Aufteilung der Preise geht.

Die Preisträger der vergangenen zwei Jahre

Tierwohlpreis 2017 für Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner GbR

Für das stimmige Gesamtkonzept zur Verbesserung des Tierwohls wurde 2017 dem Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner aus Schönau im Landkreis Eichstätt der mit 10.000 Euro dotierte Tierwohlpreis 2017 verliehen. Die mit sieben Fachleuten aus Forschung, Verwaltung, Praxis, Tierschutz und Bauernverband besetzte Jury hatte sich von den 23 eingereichten Bewerbungen für das Konzept des Öko-Betriebs als Sieger entschieden. Hervorgehoben wurden dabei vor allem die durchdachten Temperaturzonen zur Regulierung des individuellen Wärmebedarfs und das besondere Konzept zum freien Auslauf der Tiere im neuen Abferkel-Stall, in dem sich Muttersauen und Ferkel bis etwa sieben Wochen nach der Geburt aufhalten.

Tierwohlpreis 2016

Für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere wurden am 5. September 2016 drei landwirtschaftliche Betriebe mit dem Bayerischen Tierwohl-Preis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an den Betrieb Zehetbauer in Dietelskirchen (Lkr. Landshut), die beiden mit jeweils 2.500 Euro dotierten zweiten Preise erhielten die Betriebe Brunner aus Unterschönbach (Lkr. Landshut) und Spötzl aus Obereichhofen (Lkr. Ebersberg).
Gruppenfoto aller Preisträger

Ausgezeichnete Betriebe

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Betrieb Zehetbauer

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Betrieb Brunner

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Betrieb Spötzl

1. Platz - Legehennenbetrieb Familie Zehetbauer

Betrieb Zehetbauer, Dietelskirchen, Landkreis Landshut

Maßnahme: Eigene Junghennenaufzucht mit gut dimensioniertem Wintergarten und einer, dem Legehennenstall ähnlichen Aufstallung. Junghennentransport im selbsterdachten und selbsterbauten Transportfahrzeug. Wechselauslauf gegen "Hühnermüdigkeit" des Bodens. Großzügige Staub- und Sandbäder.

2. Platz - Pensionspferdebetrieb Familie Brunner

Betrieb Brunner, Unterschönbach, Landkreis Landshut

Maßnahme: 5 Sterne – Offenstallbetrieb, eine Umbaumaßnahme mit gut durchdachtem Ruheraum und hervorragendem Wege- und Weidesystem. Unterschiedliche Einstreu im Ruheraum und unterschiedliche Wegebeläge.

2. Platz - Milchviehbetrieb Familie Spötzl

Betrieb Spötzl, Obereichhofen, Gemeinde Aßling, Landkreis Ebersberg

Maßnahme: Schlauchbelüftung im neuen Kälberstall. Damit trockenere Luft, trockenere Einstreu und somit geringere Keimzahlen. Dadurch verringert sich der Antibiotikaeinsatz und führt zu vitaleren, besser wachsenden Tieren.