Ausschnitt einer Forstuniform (Foto: Florian Stahl/LWF)

Forstdienst - dritte Qualifikationsebene (ehemals gehobener technischer Forstdienst)
Revierleiter/-in

Die Revierleiterinnen und Revierleiter als die klassischen Förster sind im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der betrieblichen Vorgaben für den Betriebsvollzug im Staatswald (Bayerische Staatsforsten) bzw. für Aufgaben im Privat- und Körperschaftswald sowie als Forstrevierleiter an einem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Bayerische Forstverwaltung) verantwortlich. Daraus ergibt sich ein so vielfältiges Aufgabenspektrum. Die nachfolgende Aufzählung kann daher nur Teile des gesamten Berufsbildes abdecken.
Aufgaben und Tätigkeiten der Revierleitung

Die Revierleitung

  • sorgt für die Begründung von stabilen Wäldern
  • kennzeichnet die Bäume, die bei einem Pflegedurchgang zugunsten besserer Bäume gefällt werden sollen ("Auszeichnen") und steuert so die weitere Waldentwicklung
  • legt fest, wie die geernteten Bäume als wertvoller nachwachsender Rohstoff für die weitere Verwendung sortiert und bereitgestellt werden
  • achtet darauf, dass nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als nachwächst ("Nachhaltigkeit")
  • verkauft Brennholz und andere Forstprodukte vor Ort, z. B. Weihnachtsbäume
  • leitet, kontrolliert und beurteilt den Einsatz ihrer Waldarbeiter und Waldarbeiterinnen
  • organisiert und überwacht den pfleglichen Maschineneinsatz im Wald
  • sorgt für ein ausreichendes Netz von Forststraßen, Schlepperwegen und Lagerplätzen im Wald
  • organisiert den Jagdbetrieb und die Wildbewirtschaftung
  • trägt den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Wald Rechnung
  • schützt den Wald vor natürlichen Schädigungen und menschlichen Übergriffen
  • veranstaltet Waldführungen und betreut Erholungseinrichtungen im Wald
  • dokumentiert den Betriebsablauf und liefert die erforderlichen Daten zur Weiterverarbeitung an die Betriebsleitung
  • bildet Forstanwärterinnen und Forstanwärter aus und ist zuständig für die Ausbildung im Praktikum

Weitere Aufgaben und Tätigkeiten in der Bayerischen Forstverwaltung:

  • berät Personen mit eigenem Waldbesitz und deren organisierte Zusammenschlüsse (z. B. WBV, FBG)
  • wickelt die finanzielle Förderung im Privat- und Körperschaftswald ab
  • überwacht in hoheitlicher Funktion, ob im Staats- oder Privat- und Körperschaftswald die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden ("Forstaufsicht")
Innerhalb der Bayerischen Forstverwaltung sind die Revierleiter/-innen beamtenrechtlich in der 3. Qualifikationsebene des Forstdienstes tätig und haben bei der Ausübung ihrer hoheitlichen Tätigkeiten Rechte und Pflichten von Polizeibeamten.

Einzelne Revierleiterinnen und Revierleiter können auch in anderen Funktionen eingesetzt werden z. B. als Lehrkraft an einer forstlichen Schule oder am Forstministerium und in der forstlichen Forschung.
Wie wird man Revierleiter/in?
Für diese anspruchsvolle Tätigkeit ist im Regelfall ein Bachelor-Abschluss oder die erfolgreich bestandene Abschlussprüfung einer Fachhochschule oder einer Hochschule in einem mindestens dreijährigen Fachhochschulstudiengang jeweils in einer forstwirtschaftlichen Fachrichtung erforderlich. Über das forstliche Studium können Sie sich zum Beispiel auf der Homepage der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf informieren. Weitere forstliche Hochschulen bestehen in Deutschland in Eberswalde, Hildesheim-Holzminden, Rottenburg und Erfurt.

Forstlicher Vorbereitungsdienst

Absolventinnen und Absolventen eines forstlichen Diplom- oder Bachelorstudiums, die die Leitung eines Reviers bei der Bayerischen Forstverwaltung und/oder den Bayerischen Staatsforsten anstreben, müssen zunächst einen einjährigen Vorbereitungsdienst mit anschließender Qualifikationsprüfung ableisten.

Bewerbung für den Vorbereitungsdienst 2020

Ausführliche Informationen zu Bewerbung und Einstellung:

Bekanntmachung vom 04. Februar 2020 pdf 112 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Bewerbungen um Einstellung in den Vorbereitungsdienst sind schriftlich einzureichen bei:
Bayerische Forstschule
Am Forsthof 2
97816 Lohr a.Main
Tel.: 09352 8723-0

Bewerbungsschluss: Freitag, der 12. Juni 2020

Bitte verwenden Sie für Ihre Bewerbung die nachfolgenden Unterlagen. Stellen Sie diese sorgsam zusammen und beachten Sie die entsprechenden Hinweise! Das spart Ihnen und uns Zeit und Aufwand. Vielen Dank!

Wie geht es mit Ihrer Bewerbung weiter?

Die Forstschule prüft alle eingegangenen Bewerbungen. Alle Bewerberinnen und Bewerber bekommen Mitte Juli per E-Mail eine Bestätigung über den Eingang ihrer Bewerbung und ggf. einen Hinweis, falls Unterlagen fehlerhaft sind oder das Zeugnis bis spätestens 14. August 2020 noch nachgereicht werden muss.

Wissenswertes zum Vorbereitungsdienst

Ausbildungsverhältnis

In Bayern stehen derzeit pro Jahr 73 Ausbildungsplätze zur Verfügung, die wir im Auswahlverfahren nach Forstzulassungsgesetz vergeben. Während des Vorbereitungsdienstes stehen die Auszubildenden in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Sie führen dabei die Dienstbezeichnung "Forstanwärterin" bzw. "Forstanwärter" und erhalten Anwärterbezüge nach dem Eingangsamt A 10 (ggf. zuzüglich Verheiratetenzuschlag, Kindergeld und vermögenswirksame Leistungen).

Zulassungsverfahren

Der Vorbereitungsdienst beginnt jährlich jeweils Anfang Oktober. Die Voraussetzungen und Termine werden mit einer Bekanntmachung im Februar im Bayerischen Staatsanzeiger ausgeschrieben. Die für eine Bewerbung notwendigen Unterlagen finden Sie in der Rubrik "Bewerbung für den Vorbereitungsdienst".

Einstellungsvoraussetzungen

Neben den fachlichen und persönlichen Anforderungen müssen die Bewerberinnen und Bewerber unter anderem für den Forstberuf gesundheitlich geeignet sein (amtsärztliches Zeugnis) und einen gültigen Jagdschein besitzen. Die Höchstaltersgrenze für die Einstellung in ein Beamtenverhältnis liegt bei 45 Jahren.

Zu den fachlichen Anforderungen zählen bestimmte Studieninhalte, die in § 3 Abs. 4 FachV-Forstfestgelegt sind. Demnach gelten als "forstliche Studiengänge" solche, in denen Fächer in der Regel mit folgenden Lehrinhalten erfolgreich belegt wurden: Waldökologie, Waldbau, Forsteinrichtung, Waldschutz, Wildtiermanagement und Jagd, Naturschutz und Landschaftspflege, forstliche Betriebsplanung und -steuerung, forstliche Arbeitslehre, forstliche Verfahrenstechnik, Walderschließung und Logistik, Forstnutzung und Holzmarkt, allgemeine Rechtsgrundlagen, forstliches Recht, Forstpolitik, forstliche Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Führung und Kommunikation.

Ausbildungsziel

Die Forstanwärterinnen und Forstanwärter sollen nach der Vorbereitungszeit dazu fähig sein, die Aufgaben ihrer Laufbahn selbständig und eigenverantwortlich wahrzunehmen. Sie sollen für ein vielseitiges berufliches Aufgabenfeld qualifiziert und in Forstbetrieben aller Waldbesitzarten, öffentlichen Forstverwaltungen sowie in verwandten Berufen als Fach- und Führungskräfte einsetzbar sein. Sie vertiefen dazu während des Vorbereitungsdienstes ihre im Studium erworbenen Fachkenntnisse, eignen sich verwaltungs- und betriebsspezifisches Wissen an und erproben sich in der Praxis.

Gliederung und Dauer

Der einjährige Vorbereitungsdienst gliedert sich in zwei Ausbildungsabschnitte:

1. Fachtheoretischer Ausbildungsabschnitt (3 Monate)

  • Verschiedene Lehrgänge
  • Persönliche Vorbereitungszeit auf die Prüfung (drei Monate)

2. Berufspraktischer Ausbildungsabschnitt (9 Monate)

  • Privat-/Körperschaftswaldrevier (4 Monate)
  • Staatswaldrevier (4 Monate)
  • Projektarbeit (1 Monat)

Rechtliche Grundlage

Forstinspektorenprüfung

Qualifikationsprüfung 2019

Ausführliche Informationen zur Qualifikationsprüfung (Termin, Zulassungsantrag, Ablauf etc.):

Zulassungsanträge sind bis spätestens 14. Juni 2019 vorzulegen.

Die Zulassung zur Forstinspektorenprüfung ist auf dem Dienstweg zu beantragen bei:
Bayerische Forstschule
Am Forsthof 2
97816 Lohr a.Main

Gliederung der Qualifikationsprüfung

Die Forstinspektorenprüfung besteht aus vier Teilen:
Schriftliche Prüfung
Die schriftliche Prüfung umfasst vier Prüfungsaufgaben mit einer Gesamtarbeitszeit von bis zu 20 Stunden. Sie wird an vier aufeinander folgenden Arbeitstagen abgehalten.
Mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung besteht aus den zwei Prüfungsteilen "Kurzvortrag" und "Rollenspiel". Beide Prüfungsteile dauern 30 Minuten und finden an einem Tag statt.
Mündliche Waldprüfung
In der mündlichen Waldprüfung beweisen die Anwärterinnen und Anwärter ihre praktischen Kenntnisse an zwei Prüfungsobjekten im Wald. Die beiden Prüfungsteile dauern jeweils 30 Minuten und finden an einem Tag statt.
Projektarbeit
Mit der Projektarbeit bearbeiten die Anwärterinnen und Anwärter eine konkrete Aufgabe aus dem Verwaltungs- oder Betriebsgeschehen. Sie haben für die schriftliche Ausarbeitung vier Wochen Zeit. In die Bewertung fließen die schriftliche Arbeit sowie deren Präsentation ein.
Nach der Qualifikationsprüfung können die Forstanwärterinnen und Forstanwärter bis zur Aushändigung des Prüfungszeugnisses (etwa Dezember) weitere Berufserfahrung z. B. als Reviervertretung in der Forstverwaltung oder bei den BaySF sammeln.

Berufsaussichten

Nach erfolgreich abgelegter Qualifikationsprüfung können die Anwärterinnen und Anwärter in ein Beamtenverhältnis bei der Bayerischen Forstverwaltung oder in ein Angestelltenverhältnis bei den Bayerischen Staatsforsten übernommen werden. In den vergangenen drei Jahren hat die Forstverwaltung jedes Jahr rund 30 junge Forstkolleginnen und -kollegen in die dritte Qualifikationsebene (ehemals gehobener technischer Forstdienst) eingestellt. Daneben stellen auch die Bayerischen Staatsforsten regelmäßig junge Revierleiterinnen und Revierleiter ein.

Aber auch auf dem freien Arbeitsmarkt ist die bestandene Qualifikationsprüfung eine wertvolle Qualifikation, die die individuellen Berufsaussichten verbessert.

Weitere Informationen

Kontakt

Für weitergehende Informationen kontaktieren Sie bitte:

Peter Fink
Ausbildungsleitstelle - Forstschule Lohr am Main
Tel.: 09352 8723-19
E-Mail: poststelle@fstsw.bayern.de
Internet: www.forstschule-lohr.bayern.de Externer Link

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