Forstverwaltung

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Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Forstdienst - dritte Qualifikationsebene (ehemals gehobener technischer Forstdienst)
Revierleiter/-in

Die Revierleiterinnen und Revierleiter als die klassischen Förster sind im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der betrieblichen Vorgaben für den Betriebsvollzug im Staatswald (Bayerische Staatsforsten) bzw. im Privat-/Körperschaftswald (Bayerische Forstverwaltung) verantwortlich. Daraus ergibt sich ein so vielfältiges Aufgabenspektrum, dass die nachfolgende Aufzählung nur Teile des gesamten Berufsbildes abdecken kann.
Aufgaben und Tätigkeiten der Revierleitung

Die Revierleitung

  • sorgt für die Begründung von stabilen Wäldern
  • kennzeichnet die Bäume, die bei einem Pflegedurchgang zugunsten besserer Bäume gefällt werden sollen ("Auszeichnen") und steuert so die weitere Waldentwicklung
  • legt fest, wie die geernteten Bäume als wertvoller nachwachsender Rohstoff für die weitere Verwendung sortiert und bereitgestellt werden
  • achtet darauf, dass nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als nachwächst ("Nachhaltigkeit")
  • verkauft Brennholz und andere Forstprodukte vor Ort, z. B. Weihnachtsbäume
  • leitet, kontrolliert und beurteilt den Einsatz ihrer Waldarbeiter und Waldarbeiterinnen
  • organisiert und überwacht den pfleglichen Maschineneinsatz im Wald
  • sorgt für ein ausreichendes Netz von Forststraßen, Schlepperwegen und Lagerplätzen im Wald
  • organisiert den Jagdbetrieb und die Wildbewirtschaftung
  • trägt den Belangen des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Wald Rechnung
  • schützt den Wald vor natürlichen Schädigungen und menschlichen Übergriffen
  • veranstaltet Waldführungen und betreut Erholungseinrichtungen im Wald
  • dokumentiert den Betriebsablauf und liefert die erforderlichen Daten zur Weiterverarbeitung an die Betriebsleitung
  • bildet Forstanwärterinnen und Forstanwärter aus und ist zuständig für die Ausbildung im Praktikum

Weitere Aufgaben und Tätigkeiten in der Bayerischen Forstverwaltung:

  • beraten von Personen mit eigenem Waldbesitz und deren organisierte Zusammenschlüsse (z. B. WBV, FBG)
  • abwickeln finanzieller Förderung im Privat- und Körperschaftswald ab
  • überwachen in hoheitlicher Funktion, ob im Staats- oder Privat- und Körperschaftswald die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden ("Forstaufsicht")
Innerhalb der bayerischen Forstverwaltung sind die Revierleiter/-innen beamtenrechtlich in der Laufbahn des gehobenen technischen Forstdienstes und haben bei der Ausübung ihrer hoheitlichen Tätigkeiten die gleichen Rechte und Pflichten wie die Polizei.

Einzelne Revierleiterinnen und Revierleiter können auch in anderen Funktionen eingesetzt werden z. B. als Lehrkraft an einer forstlichen Schule oder am Forstministerium und in der forstlichen Forschung.
Wie wird man Revierleiter/in?
Für diese anspruchsvolle Tätigkeit ist im Regelfall ein Bachelor-Abschluss oder die erfolgreich bestandene Abschlussprüfung einer Fachhochschule oder einer Hochschule in einem mindestens dreijährigen Fachhochschulstudiengang jeweils in einer forstwirtschaftlichen Fachrichtung erforderlich. Über das forstliche Studium können Sie sich zum Beispiel auf der Homepage der Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf informieren. Weitere forstliche Hochschulen bestehen in Deutschland in Eberswalde, Hildesheim-Holzminden, Rottenburg und Erfurt.
Im Privat- und Körperschaftswald werden auch die an der Bayerischen Technikerschule ausgebildeten Forsttechnikerinnen und Forsttechniker mit der Leitung von Forstrevieren betraut. Konkrete Hinweise über Bewerbung und Studiengang entnehmen Sie bitte unserer Webseite zur Ausbildung Forsttechnikerin/Forsttechniker.

Berufsausbildung Forsttechniker/-in

Forstlicher Vorbereitungsdienst

Einstieg in der dritten Qualifikationsebene
Absolventinnen und Absolventen eines forstlichen Diplom- oder Bachelorstudiums, die die Leitung eines Reviers bei der Bayerischen Forstverwaltung und/oder den Bayerischen Staatsforsten anstreben, müssen zunächst einen einjährigen Vorbereitungsdienst mit anschließender Qualifikationsprüfung ableisten.

Ausbildungsverhältnis

In Bayern stehen derzeit pro Jahr 73 Ausbildungsplätze zur Verfügung, die wir im Auswahlverfahren nach Forstzulassungsgesetz vergeben. Während des Vorbereitungsdienstes stehen die Auszubildenden in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Sie führen dabei die Dienstbezeichnung "Forstanwärterin" bzw. "Forstanwärter" und erhalten Anwärterbezüge nach dem Eingangsamt A 10 (ggf. zuzüglich Verheiratetenzuschlag, Kindergeld und vermögenswirksame Leistungen).

Zulassungsverfahren

Der Vorbereitungsdienst beginnt jährlich jeweils Anfang Oktober. Die Voraussetzungen und Termine schreiben wir mit einer Bekanntmachung im März im Bayerischen Staatsanzeiger aus. Diese Bekanntmachung, eine Liste der notwendigen Bewerbungsunterlagen, Bewerbungsvordrucke und wichtige Hinweise finden Sie in der Rubrik "Bewerbung für den Vorbereitungsdienst" (weiter unten auf dieser Seite).

Einstellungsvoraussetzungen

Neben den fachlichen und persönlichen Anforderungen müssen die Bewerberinnen und Bewerber für den Forstberuf gesundheitlich geeignet sein (amtsärztliches Zeugnis) und einen gültigen Jagdschein besitzen. Die Höchstaltersgrenze für die Einstellung in ein Beamtenverhältnis liegt bei 45 Jahren.

Zu den fachlichen Anforderungen zählen bestimmte Studieninhalte, die in § 3 Abs. 4 ZAPOgtF/hF festgelegt sind. Demnach gelten als "forstliche Studiengänge" solche, in denen Fächer in der Regel mit folgenden Lehrinhalten erfolgreich belegt wurden: Waldökologie, Waldbau, Forsteinrichtung, Waldschutz, Wildtiermanagement und Jagd, Naturschutz und Landschaftspflege, forstliche Betriebsplanung und -steuerung, forstliche Arbeitslehre, forstliche Verfahrenstechnik, Walderschließung und Logistik, Forstnutzung und Holzmarkt, allgemeine Rechtsgrundlagen, forstliches Recht, Forstpolitik, forstliche Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, Führung und Kommunikation.

Ausbildungsziel

Die Forstanwärterinnen und Forstanwärter sollen nach der Vorbereitungszeit dazu fähig sein, die Aufgaben ihrer Laufbahn selbständig und eigenverantwortlich wahrzunehmen. Sie sollen für ein vielseitiges berufliches Aufgabenfeld qualifiziert und in Forstbetrieben aller Waldbesitzarten, öffentlichen Forstverwaltungen sowie in verwandten Berufen als Fach- und Führungskräfte einsetzbar sein. Sie vertiefen dazu während des Vorbereitungsdienstes ihre im Studium erworbenen Fachkenntnisse, eignen sich verwaltungs- und betriebsspezifisches Wissen an und erproben sich in der Praxis.

Gliederung und Dauer

Der einjährige Vorbereitungsdienst gliedert sich in zwei Ausbildungsabschnitte:
1. Fachtheoretischer Ausbildungsabschnitt (3 Monate)
  • Verschiedene Lehrgänge
  • Persönliche Vorbereitungszeit auf die Prüfung (drei Monate)
2. Berufspraktischer Ausbildungsabschnitt (9 Monate)
  • Privat-/Körperschaftswaldrevier (4 Monate)
  • Staatswaldrevier (4 Monate)
  • Projektarbeit (1 Monat)

Rechtliche Grundlage

Bewerbung für den Vorbereitungsdienst

Bekanntmachung vom 7. März 2016

Notwendige Unterlagen für eine Bewerbung

Bewerbungsformulare

Wie geht es mit Ihrer Bewerbung weiter?

Die Forstschule prüft alle eingegangenen Bewerbungen. Alle Bewerberinnen und Bewerber bekommen Mitte Juli per E-Mail eine Bestätigung über den Eingang ihrer Bewerbung und ggf. einen Hinweis, falls Unterlagen fehlerhaft sind. Diese können bis 18. August (Ausschlusstermin) noch vorgelegt werden.
Wir bitten, vor Versand der E-Mail durch die Forstschule von Nachfragen abzusehen!

Forstinspektorenprüfung

Qualifikationsprüfung

Die Forstinspektorenprüfung besteht aus vier Teilen:
Schriftliche Prüfung
Die schriftliche Prüfung umfasst vier Prüfungsaufgaben mit einer Gesamtarbeitszeit von bis zu 20 Stunden. Sie wird an vier aufeinander folgenden Arbeitstagen abgehalten.
Mündliche Prüfung
Die mündliche Prüfung besteht aus den zwei Prüfungsteilen "Kurzvortrag" und "Rollenspiel". Beide Prüfungsteile dauern 30 Minuten und finden an einem Tag statt.
Mündliche Waldprüfung
In der mündlichen Waldprüfung beweisen die Anwärterinnen und Anwärter ihre praktischen Kenntnisse an zwei Prüfungsobjekten im Wald. Die beiden Prüfungsteile dauern jeweils 30 Minuten und finden an einem Tag statt.
Projektarbeit
Mit der Projektarbeit bearbeiten die Anwärterinnen und Anwärter eine konkrete Aufgabe aus dem Verwaltungs- oder Betriebsgeschehen. Sie haben für die schriftliche Ausarbeitung vier Wochen Zeit. In die Bewertung fließen die schriftliche Arbeit sowie deren Präsentation ein.
Nach der Qualifikationsprüfung können die Forstanwärterinnen und Forstanwärter bis zur Aushändigung des Prüfungszeugnisses (etwa Dezember) weitere Berufserfahrung z. B. als Reviervertretung in der Forstverwaltung oder bei den BaySF sammeln.

Berufsaussichten

Nach erfolgreich abgelegter Qualifikationsprüfung können die Anwärterinnen und Anwärter in ein Beamtenverhältnis bei der Bayerischen Forstverwaltung oder in ein Angestelltenverhältnis bei den Bayerischen Staatsforsten übernommen werden. In den vergangenen Jahren hat die Forstverwaltung jedes Jahr zwischen 15 und 23 junge Forstkolleginnen und -kollegen in die dritte Qualifikationsebene (ehemals gehobener technischer Forstdienst) eingestellt.

Aber auch auf dem freien Arbeitsmarkt ist die bestandene Qualifikationsprüfung eine wertvolle Zusatzqualifikation, die die individuellen Berufsaussichten verbessert.

Weitere Informationen

Kontakt

Für weitergehende Informationen kontaktieren Sie bitte:
Ausbildungsleitstelle - Forstschule Lohr am Main
Tel.: 09352 8723-19
E-Mail: bernhard.lobinger@fstsw.bayern.de
Internet: www.forstschule-lohr.bayern.de Externer Link

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