Ausschnitt einer Forstuniform (Foto: Florian Stahl/LWF)

Vielseitiges Berufsfeld
Berufsausbildung Forsttechniker/-in

Forsttechniker und Forsttechnikerinnen arbeiten in der Revierleitung privater und kommunaler Forstbetriebe oder in der Geschäftsführung bei forstlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und Verbänden. Sie können ein selbständiges Forstunternehmen führen oder sind Mitarbeiter/Mitarbeiterin in forstlichen Dienstleistungsunternehmen.

Ziele der Ausbildung

Hauptziel der zweijährigen Forsttechnikerausbildung ist die Qualifizierung zu einem/r vielfältig und modern ausgebildeten Revierleiter/in für Forstbetriebe.
Der/die Forsttechniker/in als Fachkraft des mittleren Forstmanagements ist aber auch befähigt, als Leiter oder Mitarbeiter in anderen forstlichen Organisationseinheiten wie forstlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen oder Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft eingesetzt zu werden.

Weitere mögliche Tätigkeitsbereiche finden sich bei forsttechnischen Unternehmen und in verwandten Bereichen wie z. B. Wasserwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz, Gartenbau oder Landschaftspflege.
Der Arbeitsmarkt für die Absolventen ist stark von der allgemeinen forstwirtschaftlichen Situation beeinflusst. Gute Leistungen, Mobilität und persönliche Einsatzbereitschaft sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stellensuche.

Aufnahmevoraussetzungen

  • Das Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder eines mindestens gleichwertigen Bildungsganges.
  • Das Zeugnis der Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf Forstwirt/Forstwirtin.
  • Eine weitere einschlägige Berufstätigkeit von mindestens einem Jahr.
Anträge sind mit den erforderlichen Unterlagen jeweils bis zum 1. April an die Bayerische Technikerschule zu richten. Die Einzelheiten werden rechtzeitig öffentlich bekannt gegeben.
Melden sich mehr Bewerber an als Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen, wird ein Auswahlverfahren durchgeführt, wobei sich die Reihenfolge nach den bei der Forstwirtprüfung erzielten Noten richtet.
Den Bewerberinnen und Bewerbern wird darüber hinaus empfohlen, sich vor der Ausbildung vom Gesundheitsamt ihres Wohnsitzes auf die körperliche Forstdiensttauglichkeit untersuchen zu lassen, da künftige Arbeitgeber dies häufig verlangen.

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Von Bewerbung bis Förderung

Bewerbungsunterlagen

  • Nachweise, dass die Aufnahmebedingungen erfüllt sind (Berufsschulzeugnis, Forstwirtzeugnis mit Einzelnoten und Tätigkeitsnachweise),
  • ein handgeschriebener lückenloser Lebenslauf mit zwei Lichtbildern,
  • Nachweise über Bundeswehrdienstzeit oder Ersatzdienstzeiten,
  • bei Forstwirtschaftsmeistern das Zeugnis über die bestandene Meisterprüfung

Unterrichtsfächer

  • Allgemeinbildende Fächer (Deutsch, Mathematik, Englisch)
  • Informationstechniken, Datenverarbeitung
  • Naturwissenschaftliche Grundlagen
  • Waldbau und Waldschutz
  • Forstnutzung und Walderschließung
  • Arbeitslehre und Maschinenkunde
  • Jagd, Natur- und Umweltschutz
  • Forstpolitik und Allgemeine Rechtskunde
  • Forstliche Betriebswirtschaftslehre
  • Rechnungs- und Tarifwesen sowie Sozialversicherung
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Projektarbeiten, Marketing, Waldpädagogik
Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt bei forstbetrieblichen Fächern. Etwa ein Viertel des Unterrichts wird in Form von praktischen Übungen im Wald, Exkursionen oder Projektarbeiten durchgeführt. Hinzu konnt u. a. auch ein arbeitstechnischer Lehrgang an der Waldbauernschule und ein Revierpraktikum.

Interessenten können darüber hinaus Wahlfächer, wie z. B. Datenverarbeitung (Vertiefung), "Zapfenpflücker", Jagdhornblasen oder Fischereiwesen belegen.

Schuldauer

Die Ausbildung an der Bayerischen Technikerschule für Waldwirtschaft dauert zwei 2 Jahre. Schuljahresbeginn ist jeweils Anfang September. Die Ferien richten sich nach der bayerischen Ferienordnung.

Abschluss

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Technikerschule in Lohr a. Main führt der Absolvent/die Absolventin die Bezeichnung:
"Staatlich geprüfter Forsttechniker/Staatlich geprüfte Forsttechnikerin" (State-certified forest engineer)

Die Absolventinnen und Absolventen besitzen die fachliche sowie die berufs- und arbeitspädagogische Ausbildereignung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes.
Durch einen Zusatzunterricht erhält der Studierende die Befähigung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit-Unternehmermodell.

Mit Bestehen des ersten Schuljahres und der entsprechenden fachlichen Prüfungen ist der Studierende zum Erwerb des Jagdscheines nach den bundesgesetzlichen Bestimmungen berechtigt. Mit einer Zusatzprüfung im Fach Englisch kann die Allgemeine Fachhochschulreife erworben werden.

Berufsaussichten

Der sich den Absolventinnen und Absolventen bietende Arbeitsmarkt ist bemessen. Leistung, Mobilität und positive Persönlichkeitsmerkmale sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Stellensuche.

Weitere Auskünfte zum aktuellen Stellenmarkt für Forsttechniker:
Forsttechnikerverband e.V.
Ralf Herrmann (1. Vorsitzender)
Kaplan-Höfling-Str. 11
97816 Lohr a.Main
Internet: www.forsttechniker.de Externer Link

Förderungsmöglichkeiten

Der Besuch der Bayerischen Technikerschule ist schulgeldfrei. Für Unterkunft und Verpflegung müssen die Studierenden selbst sorgen.

In Einzelfällen wird die Ausbildung auch als Umschulungsmaßnahme anerkannt. Sofern die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind, bestehen folgende Förderungsmöglichkeiten:
  • BAFöG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) oder
  • BF - Darlehen (Berufliche Fortbildung) nach dem Darlehensprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft oder
  • AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz)
  • AFG (Arbeitsförderungsgesetz) - nur noch in Ausnahmefällen
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