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Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Maßnahmen zur Unterstützung der Honigbiene in bayerischen Wäldern
Was können Waldbesitzer für die Bienen tun?

Nahaufnahme: Zwei Bienen auf einer Bienenwabe (Foto: Josef Stangl)

© Josef Stangl

Mittels einfacher Maßnahmen kann jeder Waldbesitzer im Rahmen der normalen Waldbewirtschaftung dazu beitragen, seinen Wald noch attraktiver für Bienen zu gestalten. Gleichzeitig resultieren aus vielen der Maßnahmen auch Vorteile für den Waldbesitzer selbst.

Die folgenden Beispiele zeigen verschiedene Möglichkeiten für Waldbesitzer auf. Sie verhelfen Bienen und zahlreichen anderen heimischen Tier- und Pflanzenarten zu günstigen Lebensbedingungen. Positiver Nebeneffekt: Honig aus bayerischen Wäldern.

Bienen mit gezielten Maßnahmen unterstützen

Bäume und Sträucher mit hoher Pollen- und Nektarproduktion am Waldaufbau beteiligen

Werden Bäume und Sträucher mit verschiedenen Blühzeitpunkten kombiniert, steht den Bienen ein kontinuierliches Nahrungsangebot zur Verfügung. Die dabei entstehenden vielfältigen und gemischten Wälder zeichnen sich meist auch durch eine höhere Stabilität aus (z. B. gegenüber Sturm und Borkenkäfer).

Durchforstung zugunsten von Mischbaumarten

Durchforstungsmaßnahmen geben den Baumkronen mehr Platz, was zu einer höheren Nektar-und Pollenproduktion führt. Gleichzeitig ergeben sich stabilere Bestände und eine höhere Wertleistung.

Auf Pflanzenschutzmittel möglichst verzichten

Eine unter Umständen mögliche Gefährdung für Bienen wird dadurch von vorne herein vermieden.

Kleine Lücken im Wald sich selbst überlassen

Durch die natürliche Sukzession siedeln sich Pioniergehölze wie Weiden, Hasel und Birke an. Dies sind wichtige Nahrungspflanzen für Bienen, insbesondere im Frühjahr.

Begleitvegetation regulieren, nicht entfernen

Durch Auskesseln oder Austreten der bedrängten Forstpflanzen bleiben wichtige Nahrungspflanzen für die Bienen auf der Fläche erhalten (z. B. Himbeere, Weidenröschen). Der Arbeitsaufwand für den Waldbesitzer ist geringer als bei einer flächigen Entfernung.

Imkern geeignete Waldflächen zur Verfügung stellen

Wenn Bienenkästen unmittelbar im Wald aufgestellt werden, verkürzen sich die Flugzeiten der Bienen und der Ertrag steigt. Der Waldbesitzer kann dafür Honig aus dem eigenen Wald vom Imker beziehen.

Naturnahe, strukturreiche Waldränder schaffen und erhalten

Waldränder verringern das Sturmrisiko in den nachgelagerten Beständen. Sie stellen einen wertvollen Lebensraum für die Biene und viele andere Tier- und Pflanzenarten dar (darunter auch viele Nützlinge!) und tragen zur Aufwertung des Landschaftsbildes bei.

Seitenstreifen an Waldwegen freilassen

Wenn Wegränder gehölzfrei bleiben, kann dies die Entwicklung einer üppigen und blütenreichen Vegetation begünstigen. Auch für den Waldbesitzer sind die Seitenstreifen sinnvoll, da sie z. B. zur Lagerung von Holz genutzt werden können.
Bienenwabe mit Bienen (Foto: Josef Stangl)

Bienenwabe
(© Josef Stangl)

Bienen hängen in einer Traube an einer Bienenwabe (Foto: Renate Koberger).

Honiglagerung
(© Renate Koberger)

Blühender Wegrand (Foto: Thomas Kudernatsch)

Blühender Wegrand
(© Thomas Kudernatsch)

Bienenhaus am Waldrand (Foto: Lukas Wack)

Bienenhaus am Waldrand
(© Lukas Wack)

Biene auf Brombeerblüte (Foto: Erhard Härtl)

Biene auf Brombeerblüte
(© Erhard Härtl)

Der "Bienenwald" Riedenburg - ein Beispiel aus der Praxis

Ende April 2016 wurde im Stadtwald Riedenburg (Landkreis Kelheim) ein richtiger "Bienenwald" ausgewiesen und eröffnet. Die Erstaufforstung wurde speziell unter dem Gesichtspunkt der Bienenfreundlichkeit angelegt. Entstanden ist ein besonderes Beispiel dafür, wie durch gezielte Waldbewirtschaftung zum Erhalt einer gesunden Bienenpopulation beigetragen werden kann. Bäume und Sträucher mit hoher Pollen- und Nektarproduktion und unterschiedlichen Blühzeitpunkten sind maßgeblich am Waldaufbau beteiligt.

Brunner stellt "Bienenwald" vor (Pressemitteilung vom 27.04.2016)

Hätten Sie das gewusst?

Um 500 g Honig zu produzieren müsste eine einzelne Biene dreimal um die Welt fliegen.

Bienen sammeln Nektar und Honigtau, dem sie körpereigene Enzyme hinzufügen und Wasser entziehen. So entsteht der süße Honig.

Imker ernten im Jahr etwa 20 kg Honig pro Volk. Das Bienenvolk sammelt aber weit über 100 kg für den Eigenbedarf.

Der Blütenstaub (Pollen) wird von den Bienen an Ihren Hinterbeinen als Pollenhöschen eingetragen. Pollen ist die Eiweißquelle für die Bienen. Jedes Bienenvolk benötigt mindestens 25 kg Pollen pro Jahr.

Im Sommer leben die Bienen nur kurz. Tausende Sammlerinnen, die natürlicherweise sterben, sind selbst Nahrung für andere Insekten und Vögel.

Von 1952 bis jetzt ist die Zahl der Bienenvölker von 2,5 Millionen auf weniger als eine Million zurückgegangen.

In Bayern gibt es mehr als 32.000 Imkerinnen und Imker.
Sie betreiben die Imkerei überwiegend als Hobby in ihrer Freizeit oder im Nebenerwerb.

Jeder dritte Bissen unseres Essens ist von der Biene abhängig.
Der Wert der Bestäubung durch Bienen beträgt in Deutschland umgerechnet ca. 2 Milliarden €/Jahr.

Der volkswirtschaftliche Wert von Honig und weiteren Bienenprodukten beträgt für Bayern mehr als 30 Millionen €/Jahr.

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Weitere Informationen

Faltblatt: Was können Waldbesitzer für die Bienen tun?

Der Flyer des Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten gibt zahlreiche Tipps, wie unsere Wälder noch attraktiver für die Bienen gestaltet werden können. Er hilft Waldbesitzern bei der Auswahl bienengeeigneter Bäume und Sträucher.

Faltblatt im Bestellportal der Bayerischen Staatsregierung