Waldschutz

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Immer aktuell informiert über die Pressemitteilungen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF).

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Unfallverhütung, Borkenkäfer und Co.
Sturmholz richtig aufarbeiten

Vom Sturm entwurzelte Fichten (Foto: Gabriela Lobinger)

Wird Sturmholz nicht schnell genug aufgearbeitet, droht Gefahr durch den Borkenkäfer (Foto: Gabriela Lobinger).

Ende März 2015 zog das Orkantief "Niklas" über Bayern und schlug vielerorts Schneisen in den Wald. Zu solchen Windwürfen kommt es immer häufiger.

Jedes Mal aufs Neue überlegen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, wie sie das angefallene Sturmholz rasch und unfallfrei aufarbeiten können. Und das ist wichtig: Denn nur wer sich Gedanken macht über Unfallverhütung, Borkenkäfer und Co., kann sicher im Wald arbeiten und Folgeschäden vorbeugen.

Die Gefahr, die von entwurzelten und gebrochenen Bäumen ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Mengenmäßig hält sich der Schaden oft in Grenzen und es werden überwiegend Einzelbäume und kleinere Gruppen geworfen. Doch gerade das birgt Tücken: Das weit verteilte Sturmholz freut den Borkenkäfer und ist besonders schwer aufzuarbeiten.

Windwürfe sicher aufarbeiten
Unfallverhütung auf Sturmflächen

Forstminister Helmut Brunner im Wald mit zwei Waldarbeitern und einem Harvester (Maschine zum Fällen und Entasten von Bäumen) zwischen gefällten Bäumen.

Moderne Forstmaschinen erleichtern die Arbeit auf Sturmflächen (Foto: StMELF).

Die Aufarbeitung von Sturmholz birgt große Risiken und zählt zu den gefährlichsten Arbeiten im Wald: Umgestürzte Stämme stehen unter starker Spannung; die Gefahr herabfallender Äste ist höher als sonst.

Solche Situationen sind schwer einzuschätzen - auch für Profis. Die Arbeit nach dem Sturm sollte deshalb im Zweifel lieber Fachleuten überlassen werden. Nichts wäre schlimmer als ein Unfall aufgrund der Windwurfschäden. Unfallverhütung ist jetzt am wichtigsten.

Hilfe bekommen Waldbesitzer bei den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) und den forstlichen Dienstleistern in Bayern.
Tipps für Walbesitzer: Richtiger Umgang mit Sturmholz
  • Nehmen Sie Rat und Hilfe von Profis in Anspruch - sowohl zur Beratung, als auch für die Aufarbeitung von Sturmholz
  • Lassen Sie Sturmholz auf geeigneten Flächen durch moderne Forstmaschinen aufarbeiten
  • Sturmholz sollte unbedingt von Profis aufgearbeitet werden. Wer trotzdem einige Arbeiten selbst übernimmt, sollte bedenken:
    • Beachten Sie die Unfallverhütungsvorschriften
    • Arbeiten Sie keinesfalls alleine im Wald
    • Tragen Sie ein Handy bei sich und überprüfen Sie vor Arbeitsbeginn den Empfang
    • Tragen Sie eine vollständige persönliche Schutzausrüstung für die Waldarbeit
    • Besuchen Sie einen Motorsägenkurs bevor Sie selbst mit der Motorsäge im Wald arbeiten
Umgeworfene Bäume nach einem schweren Sturm.

Foto: Gabriela Lobinger

Nach Sturm "Niklas": Waldbesitzer mit geworfener Fichte und Wurzelteller.

Foto: Eva Schade

Waldarbeiter zerteilt eine gefällte Fichte mit der Motorsäge.

Foto: Jan Böhm

Harvester mit Baumstamm im Sägekopf auf einer Rückegasse.

Foto: Jan Böhm

Mehere Holzpolter verschiedener Größen an einer Waldstraße

Foto: Jan Böhm

Waldschutz
Borkenkäfer - Gefahr von Massenvermehrungen

Fraßbild des Buchdrucker (Ips typographus)Zoombild vorhanden

Fraßbild des Buchdruckers
(Foto: Jan Böhm)

Nach Stürmen wie "Niklas" finden Borkenkäfer hervorragende Bedingungen vor. Großflächiger Befall durch den Käfer lässt sich nur durch rasches Aufarbeiten des Sturmholzes verhindern. Waldbesitzer müssen jetzt schnell handeln, denn Buchdrucker und Kupferstecher haben bereits mit dem Schwärmflug begonnen. Frisch geworfene Fichten locken die Schädlinge besonders an.

Die Häufung von Einzelwürfen gegenüber großen Windwurf-Flächen stellt zudem ein Problem dar. "Niklas" begünstigt die Ausbreitung des Borkenkäfers also ganz besonders: Die Schäden sind zwar mengenmäßig eher gering, jedoch weit über die Waldflächen verteilt. Die Aufarbeitung ist dadurch erschwert. Je mehr Bäume aber liegenbleiben, desto wahrscheinlicher ist, dass der Käfer auch auf gesunde Fichten übergreift.
Tipps für Walbesitzer: Borkenkäfer auf Sturmflächen
  • Einzelwürfe vor Flächenwürfen aufarbeiten
  • Gebrochene und angeschobene Bäume mit fällen - sie sind meist geschwächt und locken Borkenkäfer an
  • Aufgearbeitetes Käferholz entrinden oder aus dem Wald verbringen (Sicherheitsabstand mindestens 500 Meter)
  • Flächen nach erfolgter Aufarbeitung regelmäßig auf Käferbefall kontrollieren

Windwurf als Chance sehen
Wiederbewaldung von Sturmflächen

Je eine kleine Tanne, Buche und Eiche in Erde werden von zwei Händen gehalten.Zoombild vorhanden

Ist das Sturmholz aufgearbeitet, stellt sich die Frage nach Alternativen (Foto: Jan Böhm).

Aufarbeitung und Wiederbewaldung von Sturmflächen hängen eng miteinander zusammen. Wer im Wald wirtschaftet, sollte schon vor der Aufarbeitung von Windwurfschäden an die neue Waldgeneration denken - und die Chance nutzen. Dies bringt Arbeit mit sich, kann aber auch eine Bereicherung für den Wald sein.

Die Anreicherung von Reinbeständen mit Mischbaumarten (z. B. Laubholz oder Tanne) macht Wälder stabiler gegen Kalamitäten aller Art. Windwurf-Lücken bieten sich hierfür optimal an. Junge Bäume können je nach Bestand und Standort gesät oder gepflanzt werden. Alternativ lassen sich häufig schon vorhandene Potentiale zur Naturverjüngung von Bäumen ausschöpfen.

Wiederbewaldung von Sturmflächen (LWF Merkblatt 23) pdf 2,0 MB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Tipps für Waldbesitzer: Finanzielle Förderung und Beratung
Der Freistaat Bayern gewährt für viele Maßnahmen zum Waldumbau eine finanzielle Unterstützung für Waldbesitzer. In welchen Fällen Kulturen und Naturverjüngungen gefördert werden, weiß z. B. die/der zuständige staatliche Revierleiter/in des AELF vor Ort.

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